Warten hat ein Ende
Ohlsdorf bekommt alternatives Wohnen

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 2017 haben knapp rund 5.800 Menschen über 80 -jährige im Bezirk Gmunden gelebt. 2020 sind es bereits weit über 6.600 – Tendenz steigend. 2030 werden wir schon die 8.000er-Marke überschritten haben, dann kommen die „Baby-Boomer“ ins pflegebedürftige Alter.

OHLSDORF: Bereits 2009 kam vom damaligen Landesrat Ackerl für Ohlsdorf die Zusage für ein Pflegeheim, leider geriet dieses Thema immer wieder in den Dornröschenschlaf, Vizebürgermeisterin Ines Mirlacher hat immer wieder nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist, war vorstellig bei Landesrätin Birgit Gerstorfer und Landtagsabgeordneter Sabine Promberger und verwies immer darauf, wie wichtig ihr dieses Projekt ist. "Es war auch in den letzten beiden Kommunalwahlen das wichtigste Thema der SPÖ Ohlsdorf", so Mirlacher. Nun scheint das lange Warten endlich ein Ende zu haben. "Die Zusage vom SHV für den Bau einer alternativen Wohnform ist gegeben, nun heißt es so schnell wie möglich in die Planung zu kommen. GR Johann Halbmaier beschäftigt sich ebenso schon lange mit diesem Thema, die SPÖ hat es in unzähligen Berichten in ihren Zeitungen gefordert, so hat er gute Ideen bei Landesrätin Gerstorfer eingebracht", erklärt Mirlacher.

Doppel-Belastung nicht mehr zumuten

Eines  dürfe man nicht vergessen: 8 von 10 Pflegebedürftigen werden nach wie vor zuhause betreut. In der Regel von den Töchtern oder Schwiegertöchtern. Man vertraue  einfach darauf, dass ältere Menschen von der Familie betreut werden. "Aber was machen wir, wenn die Kinder und Enkerl weiter weg wohnen und noch im Erwerbsleben stehen? Wollen wir ihnen als Gesellschaft diese Doppel-Belastung zumuten? Ich denke, wir müssen pflegende Angehörige umfassend unter die Arme greifen", ist sich Mirlacher sicher.

Lücke zwischen Betreubarem Wohnen und Heimplatz

Alternative Wohnformen füllen die Lücke zwischen Betreubarem Wohnen und dem Heimplatz, also eine Art „Pflege-Wohnen“. Es gibt tausende ältere Menschen in Oberösterreich, die nicht mehr alleine wohnen können – trotz Mobiler Dienste: Sie stürzen zum Beispiel regelmäßig oder sind von Vereinsamung betroffen, haben aber noch Pflegestufe 1-3. Das macht die Suche nach einem Heimplatz schwierig. Deshalb hat Landesrätin Birgit Gerstofer für Oberösterreich ein Konzept für Alternative Wohnformen entwickelt: Die Menschen haben in einer Alternativen Wohnform einen regulären Mietvertrag und bekommen zusätzlich ein Pflege- und Betreuungspaket, abhängig von der Höhe der Pflegegeldstufe zusammengestellt und zugewiesen. Die Menschen können länger in einer eigenen Wohnung leben, werden trotzdem umfassend betreut und der Heimaufenthalt kann deutlich verzögert werden. Sechs Pilot-Projekte quer durch Oberösterreich sind derzeit in der Endphase der Planung oder stehen kurz vor dem Start, bis 2025 sind 1.197 Wohnungen vorgesehen, und nun sind auch wir in Ohlsdorf in der glücklichen Lage, eine Zusage erreicht zu haben.

Herzensangelegenheit: Tagesheimstätte miteinbeziehen

"Eine Herzensangelegenheit", so Vizebürgermeisterin Ines Mirlacher, "wäre es auch, eine Tagesgeimstätte miteinzubeziehen, denn auch da wären viele pflegende Angehörige etwas entlastet. Natürlich muss man auch als Gemeinde mehr Geld in die Hand nehmen, aber zu wissen, dass unsere ältere Generation gut versorgt und betreut ist, ist mit nichts auszuwägen."

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