Bienen im Salzkammergut
OÖ Imkerbund-Präsident Johann Gaisberger lobt Initiativen

Die Landjugend Laakirchen-Roitham hat einen Wander- und Radweg angelegt, ihr Schwerpunkt liegt heuer auf den Bienen.
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Bienen sind für Mensch und Umwelt enorm wichtig, den Völkern im Bezirk geht es "relativ" gut.

SALZKAMMERGUT (km). Äußere Umstände machen den Bienen das Leben allerdings schwer, viele Imker beklagen Verluste in ihren Bienenvölkern. Johann Gaisberger aus Bad Goisern ist Präsident des OÖ Imkerbundes und kann – zumindest für das Salzkammergut – etwas beruhigen. "Im Bezirk Gmunden geht es den Bienenvölkern im Vergleich zu Bezirken mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung relativ gut. Natürlich gibt es bei unseren Imkern auch Verluste durch Varoa-Milben und weitere bestimmte Viren, das bringt große Probleme – hier liegen wir im oberösterreich-weiten Schnitt." Viele Schulen, Vereine und Gemeinden haben sich in verschiedenen Aktionen der Rettung der Bienen verschrieben. Das begrüßt der Experte: "Es ist wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren, wie wichtig die Bienen für unser Leben sind. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass es nicht nur um die Honigbiene, sondern auch um die 600 Wildbienenarten sowie die vielen anderen Insektenarten geht, die vom Aussterben bedroht sind!". Gaisberger hegt und pflegt in Bad Goisern 13 Bienenvölker.

"Imker werden jünger"

Der ehemalige Lehrer hat selbst auch in seiner Schule im Rahmen von Projektwochen die Kinder in das Thema "Bienen" eingeführt – so mancher Schüler von damals ist heute Hobby-Imker. "Generell werden die Imker immer jünger, auch die Frauen werden mehr!" Gaisberger appelliert an Eigenheim-Gärtner, ihre Grünflächen nicht zu sehr zu überkultivieren. "Der Rasenroboter fährt den ganzen Sommer über durch den Garten, da bleibt kein Grashalm mehr übrig. Generell empfehlen wir, auf 1.000 Quadratmeter Garten fünf Prozent zu 'verwildern'. Das heißt, hier nicht zu mähen, sondern Äste aufzulegen – davon profitieren alle Insekten." Wenn Blumen "gesetzt" werden, sollten die Hobbygärtner bedenken, dass Blumen sogenannte Staubblätter und damit Pollen für die Bienen haben – Rosen gehören hier etwa nicht dazu. Auch die Baumärkte nimmt Gaisberger in die Pflicht: "Ich würde mir wünschen, dass sie die 'Unkrautvernichtungsmittel' aus ihrem Sortiment nehmen. Das Spritzen bringt nichts, versaut unser Grundwasser und schadet allen Insekten."

Viele Projekte im Bezirk

Die Landjugend Laakirchen-Roitham hat im Zuge des Bezirksprojektes "Greenify" einen Wander- und Radweg in Laakirchen gemeinsam mit den Bauern und dem Imkerverein angelegt. Auf einer Gesamtstrecke von 6,6 Kilometern dreht sich alles um das Thema „Biene“. Mithilfe von Erklärungstafeln werden der Nutzen der Biene, das Bienenjahr, die Arbeit der Imker und der Zusammenhang mit der Landwirtschaft erklärt. "Wir wollen den Besuchern zeigen, wie wichtig die Bienen für uns sind", so Patricia Mayer von der Landjugend. Ebenfalls im Rahmen von "Greenify" hat sich die Landjugend Gschwandt der Bienen angenommen. Mit "Bee cool, gemeinsam Lebensraum schaffen" möchten die Mitglieder den Kindern bewusst machen, wie wichtig die Bienen für unseren Lebensraum sind. Die Landjugend-Freiwilligen waren unter anderem zu Gast im Kindergarten Gschwandt. Die Kinder durften selbst eine Blumenwiese säen, um den Bienen den notwendigen Lebensraum zu bieten. Im Rahmen von "Bee Cool" gibt es weiters bei der Gemeinde Gschwandt und den Spar-Geschäften Wallner und Mayrhofer Blumensamen.

Die Landjugend Laakirchen-Roitham hat einen Wander- und Radweg angelegt, ihr Schwerpunkt liegt heuer auf den Bienen.
Johann Gaisberger aus Bad Goisern

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