Rainer König-Hollerwöger verwandelt Gmundner Stadttheater in TRAUNSEESAGA

Rainer König-Hollerwöger begeisterte das Gmundner Publikum.
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GMUNDEN. Gleich von Beginn an war das Element des bewegten Wassers das große Thema dieser konzertant-pianistischen Dichtung des in Gmunden geborenen Rainer König-Hollerwöger, kurz RKH, in seinem Klavierwerk „Regentropfenpräludium Gmunden am Traunsee 2013“. Geradezu im Rhythmus der sturmflutartigen Traun und des überschwemmten Traussees setzte der Pianist und Komponist die Kraft, Macht und Schönheit des Wassers in orchestrale Klaviermusik um, spannend, mitreissend und bewegend.
Daneben liefen auf der Leinwand bildgewaltige Videoaufnahmen des Hochwassers im Salzkammergut, gedreht vom salzi.tv.

Unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Josef Pühringer fand eine universale Veranstaltung mit einem universalen Künstler und Wissenschaftler statt. Das Publikum war begeistert.

In Vertretung der Salzkammergut Festwochen Intendantin Jutta Skokan begrüßte Ursula De Santis den Universalkünstler herzlich.

Besonders hob RKH die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr von Oberösterreich und des Bezirkes Gmunden hervor. Dabei begrüßte er dessen Feuerwehrkommandanten Robert Benda. Bei der Gmundner Wasserrettung und Polizei bedankte er sich sehr, vor allem für seine eigene Rettung mit drei weiteren Personen in einem Segelboot zwei Wochen davor.

In seinem ernsten und auch manchmal humorvollen Musikkabarett durchschritt RKH auf eine außergewöhnliche Weise imaginativ, mit sprachlicher und musikalischer Eindrücklichkeit die Traungasse, vorbei an der Apotheke, hin zum Marktplatz bis hin zum Rinnholzplatz.
Seine ganz Liebe galt nicht nur der Stadt Gmunden, sondern auch den neuen Kunsthandwerkern. Bis zur „russischen Seelenmelodien“ bewegte er sich.
Sein Vaterhaus fehlte dabei auch nicht.

Der Zauber seiner Dichtungen und Kompositionen in ihren vielfältigen Rhythmen berührte und erfasste bald das gesamte Publikum.
Der internationale Experte für Gewaltfragen leuchtete weit in die Reiche des Unbewussten hinein. Der Höhepunkt vor der Pause war, als RKH Richard Wagner zu dessen 200. Geburtstag als Tannhäuser beim Bürgermeister im Rathaus Gmunden vorsprechen ließ. Im alpenländischen Gewand machte sich Tannhäuser auf den Weg „Unterm Stoan“, wo er endlich den Venusberg mit der rosaroten Venusgrotte in den Tunnels samt den bocksfüßigen Faunen und Satyren gefunden hat. Venus, Traunsee und Erotik des jungen Wagners flossen mit der Gegenwart zusammen und bildeten mit Klängen der Oper „Tannhäuser“ ein in rotes Bühnenbild getauchtes Gesamtkunstwerk.

Rainer König-Hollerwöger zeigte eine genau 100 Jahre alte Partitur der Oper Tannhäuser. Er wies darauf hin, dass er diese nicht nur genau studiert, sondern auch die jeweiligen schriftlichen Angaben des Dichterkomponisten Richard Wagner so ernst genommen, dass er sie zum Teil direkt in seine musikalische Dichtung „Unterm Stoan“ einbeziehen konnte.

In geistreichen Wortspielen bewegte sich der zweite Teil. „Bewusstseinsstufen in Gmunden - von der Traunsteinkante bis in die Gegenwart“ nannte der Kulturphilosoph RKH diesen Teil. Da gab es Sätze wie „Denkkletterversuche an der Traunsteinkante: Imanuel Kannst (Kant) nicht endlich im Hegelschen Dreischritt über den Traunsteingraben springen...“
In humorvoller Weise meinte er, dass die Leute nicht immer eine Freud mit Sigmund Freud hätten, weil der immer auf die seelische Verdrängung
Hinweist, wo doch manche in dieser so begabt seien.

Bereits in der Pause suchten Besucher König-Hollerwöger auf. Sie waren sowohl von seiner Sprachbewegtheit als auch seiner dynamischen Klaviermusik angetan.

Es wäre nicht RKH, wenn er nicht auch die Schatten der Vergangenheit und Gegenwart in seine Veranstaltungen einbeziehen würde. So charakterisierte er mit kurzen Sprachrhythmen den im neunzehnten Jahrhundert aufkommenden nationalistischen Fanatismus Richard Wagners in seiner Schrift „Das Judentum in der Musik“. Unmittelbar danach rezitierte König-Hollerwöger die weltberühmte Dichtung „Todesfuge“ von Paul Celan (1920-1970), die er dann wie mit Orchester als dramatisches Klavierwerk darstellte. Nach einem Gmunden und den Salzkammergut Festwochen Gmunden gewidmeten Werk für Sprache und Musik gedachte er der durch Gewalt verstorbenen Künstlerin und Tanzschullehrerin Frau Ingrid S. und der so lange vermissten und tot aufgefundenen Julia K., der er sein Buch „JULIA K. Gewissheit der Ungewissheit...“ gewidmet hatte.

RKH gab dem begeisterten Publikum drei „Draufgaben“. Zuletzt stellte er musikalisch und sprachlich kommentiert, seinen Segelbootunfall am Traunsee mit der anwesenden Gmundner Wasserretung dar, humorvoll und dankbar.

RKH selbst meinte, er liebe diese Salzkammergut Festwochen in ihrer Vielfalt, Buntheit und auch in ihrem kreativen Chaos, weshalb er schon zum siebenten Mal mit dabei ist.

Autor:

Felix Schifflhuber aus Salzkammergut

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