Lehringe in "Warteschleife"
Ramin und Ramtin Joriz droht die Abschiebung

Ramin und Ramtin Joriz haben bei der LehrlingsRundschau 2018 aktiv mitgearbeitet.
  • Ramin und Ramtin Joriz haben bei der LehrlingsRundschau 2018 aktiv mitgearbeitet.
  • Foto: BRS
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In ganz Oberösterreich absolvieren in 273 Lehrbetrieben 304 Asylwerber ihre Ausbildung.

SALZKAMMERGUT. Im Salzkammergut lernen 25 Asylwerber in einem der heimischen Betriebe ihren Beruf. Zwei davon sind die Zwillinge Ramin und Ramtin Joriz. Sie absolvieren derzeit ihre Lehre bei der GEG Gmunden. Im Herbst 2018 haben sie einen negativen Bescheid erhalten und gemeinsam mit der Volkshilfe Einspruch erhoben, seither aber nichts mehr von den zuständigen Behörden gehört. Da es für viele Betriebe in der Region immer schwieriger wird, Lehrlinge zu finden, sind diese jungen Menschen für die Wirtschaftstreibenden enorm wichtig. "Allen ist bewusst, dass wir in Oberösterreich einen großen Fachkräftemangel haben. Deshalb ist es unverständlich, dass Jugendliche, die sich für eine Lehre entscheiden, abgeschoben werden. Als Wirtschaftskammer werden wir alle Anstrengungen unternehmen, mit der neuen Regierung eine vernünftige Lösung zu finden, um die betroffenen Lehrlinge bei uns weiter beschäftigen zu können", macht sich WKO-Bezirksstellenleiter Robert Oberfrank für das Thema stark. Doris Hummer, Präsidentin der WKO Oberösterreich, bekräftigt das Engagement: "Es macht einfach keinen Sinn, genau jene jungen Menschen rigoros abzuschieben, die arbeits- und integrationswillig sind."

Überparteiliche Initiative

Unterstützung bekommen diese Lehrlinge auch von Landesrat Rudi Anschober (Grüne). Er hat mit seiner überparteilichen Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" erste Erfolge erzielt. Am 19. September hat der Nationalrat mit breiter Mehrheit zwei Anträge beschlossen, die ein Ende der Abschiebungen und eine gesetzliche Lösung für Sicherheit der Lehrlinge vom Innenministerium einfordern. "Noch ist also die notwendige Sicherheit für die Betroffenen nicht gegeben, aber das ist ein erster sehr wichtiger Schritt", erklärt Anschober-Pressesprecher Adrian Hinterreither. Das heißt für die Betroffenen allerdings: weiter warten. Ramin und Ramtin Joriz sind 2016 aus dem Iran nach Österreich geflüchtet, da sie vom Islam zum Christentum konvertiert waren. Dafür steht – laut ihren Angaben – die Todesstrafe durch Erhängen.

Bestens integriert

Die 22-Jährigen haben sich in Österreich bestens integriert und sind bei der GEG bei den Kollegen und bei der Geschäftsführung beliebt. BezirksRundschau-Leser kennen die Zwillinge aus der LehrlingsRundschau 2018 – sie haben als LehrlingsRedakteure aktiv an der Zeitungsgestaltung mitgearbeitet. "Das Warten auf die Asylentscheidung ist für uns zermürbend. Wir wollen uns in Österreich eine Zukunft aufbauen, es soll einfach etwas passieren, damit wir Bescheid wissen." Auch der Geschäftsführer der GEG, Herbert Hartl, hofft: "Wenn ich das aus der Sicht als Unternehmer betrachte, ist das für uns ein großes Problem. Der Fachkräftemangel ist eklatant, wir brauchen dringend solche Arbeitskräfte. Menschlich gesehen ist diese Situation für unsere Mitarbeiter schrecklich, sie können derzeit nur warten. Ich hoffe sehr, dass die Menschlichkeit und Gerechtigkeit siegen. Wir können auf solche Menschen nicht verzichten!"

Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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