„Seefiaker“ von Gmunden

Der Heimatforscher Hans Wagneder aus Gmunden.
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  • Der Heimatforscher Hans Wagneder aus Gmunden.
  • Foto: Stadtgemeinde Gmunden
  • hochgeladen von Kerstin Müller

GMUNDEN. Mit einer Fotobroschüe unternimmt der Gmundner Heimatforscher Hans Wagneder einen Streifzug durch die Umbruchszeit der Schifffahrt auf dem Traunsee. Er schildert die Ablöse der Salzschifffahrt durch die touristischen "Schifferlfahrer".
Jahrtausende war die Traun-Schiffahrt ein geachtetes und einträgliches Gewerbe gewesen. Ihr von der Eisenbahn herbeigeführtes, abruptes Ende bekommt in diesem Bild-Essay Gestalt und Gesicht. Er erzählt beispielsweise vom Flößer "Sepperlmann" (dem Urahn der Grünbergwirt-Familie) oder den Salzschiffern Franz "Schwammerl" Oberleitner und Ernst "Wichti" Steinkogler, die mit ihren Gefährten - Floß und "Trauner" – als letzte den Traunfall-Kanal hinunter geschrammt waren und danach notgedrungen umgesattelt hatten. Sie und viele andere wurden Seefiaker, Schifferlfahrer, die Touristen auf und über den See ruderten oder ihnen Boote liehen.
Hans Wagneder schildert die Umwälzung nicht mit der epischen Breite professioneller Historiker, sondern mit wenigen lebendigen, erdigen Episoden und Details. So zeigt er etwa noch einmal das für Bootsausflüge beliebte Seeufer-Gasthaus "Zum König von Hannover" beim ehemaligen Kalkwerk.
Er zitiert die Arbeitsgesänge, die beim händischen Pilotenschlagen so lange wiederholt wurden, bis der genervte "Schwan"-Wirt einen Doppelliter spendierte. Er erzählt, wie für den Bau der ersten Esplanade der Gipfel des Hochkogel abgetragen und auf Schotterrutschen in den See hinab gelassen wurde. Er schildert die typische "Schifferlbuam"-Karriere und erinnert an Hochwasser- und Sturmkatastrophen, die am Traunsee im kollektiven
Gedächtnis hängen geblieben sind.

Der Autor, ein "Wasserer"

Hans Wagneder war prädestiniert für die "Seefiaker"-Recherche. Der pensionierte "Wasserer" (Mitarbeiter der Städtischen Wasserversorgung) war selber Schifferlbua gewesen. Er ist im Kammerhof aufgewachsen. Seine Frau stammt aus einer der hiesigen Schifferlfahrer-Dynastien. Und sein großes lokalhistorisches Fotoarchiv machte ihn schon bei zwei Gmunden-Chroniken zum Mitarbeiter des Autors Altbürgermeister Erwin Herrmann.

Bezugsstellen: Bürgerservicestelle, KochLibri, 8 Euro.

Ein Teil des Erlöses geht an das Behindertenhaus Feichtlgut. So konnte Wagneder schon 500 Euro an die Ohlsdorfer Einrichtung übergeben.

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