Borkenkäfer zwingt zu Forstarabeiten
"Sperrgebiete nicht einfach ignorieren"

So werden die forstlichen Sperrgebiete ausgeschildert, das jeweilige Datum der Arbeiten muss immer aktuell eingetragen werden.
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  • So werden die forstlichen Sperrgebiete ausgeschildert, das jeweilige Datum der Arbeiten muss immer aktuell eingetragen werden.
  • Foto: Maschinenring Gmunden
  • hochgeladen von Kerstin Müller

Borkenkäfer zwingt zu Schlägerungsarbeiten, Freizeitsportler ignorieren oft Absperrungen.

SALZKAMMERGUT. Der Bezirk wird derzeit von Wanderern und Bikern regelrecht gestürmt. Die warmen Temperaturen sind nicht nur für Naturfreunde optimal, auch der Borkenkäfer kann sich so ausbreiten. Das zwingt Waldbesitzer zu Schlägerungsarbeiten – hier entstehen oft Konflikte. Die Maschinenringe im Salzkammergut betreuen in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck sehr viele Waldflächen. Die Mitarbeiter, Dienstleister und Holzfrächter sind oft mit verständnislosen Wanderern und Bikern konfrontiert.

"Verbote ernst nehmen"

„Wenn wir in einem Waldstück arbeiten, können wir das Areal als ‚befristetes forstliches Sperrgebiet' ausschildern. Es handelt sich dabei um ein gesetzliches Betretungsverbot, auch auf freigegebenen Mountainbike-Strecken. Bei der Baumfällung besteht im Arbeitsbereich Lebensgefahr. Deshalb ist es wichtig, dass die Waldbesucher diese Verbote ernst nehmen. Wir sperren – in Absprache mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern oder Wege- bzw. Forststraßenerhaltern – Bereiche auch oft zusätzlich mit Absperrbändern oder -gittern ab. Leider kommt es immer wieder vor, dass die Absperrtafeln nach nur wenigen Stunden in einem Graben landen“, so Markus Schlager, Geschäftsführer-Stellvertreter und Bereichsleiter Agrar, Forst und Energie beim Maschinenring Gmunden. Der BezirksRundschau liegen Fotos von Wanderern vor, die waghalsig sämtliche Absperrungen ignorieren. Die Mitarbeiter und Dienstleister des Maschinenrings müssen mittlerweile so weit gehen, dass sie die aufgestellten Tafeln mit Fotos dokumentieren. Oft werden die Sperren von den Freizeitsportlern als Schikane empfunden, dem ist allerdings nicht so. 

Borkenkäfer ist Gefahr

„Der Borkenkäfer ist auch heuer wieder eine massive Gefahr für den Wald. Hier werden die Wald-Bewirtschafter von den Behörden aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Zeit die betroffenen Bäume aus dem Wald zu entfernen, um größeren Schaden abwenden zu können. Gerade jetzt ist der Holzpreis bei fast allen Sortimenten sehr niedrig, kein Forstwirt wird aus Schadenfreude Holz schlägern“, so Schlager. Der Forstexperte hofft auf das Verständnis der Freizeitsportler, schließlich gehe es ja um ihre eigene Sicherheit und um die Sicherheit der Forstwirte sowie der Dienstleister. Das Salzkammergut zählt zu einer der Kernregionen der Bundesforste und ist für Wanderer und Mountainbiker gut erschlossen. Rund 380 Rad-Kilometer stellen die Österreichischen Bundesforste alleine im Bezirk Gmunden zur Verfügung. „Unser Ansprechpartner für das Mountainbiken ist das Land Oberösterreich, mit dem eine Rahmenvereinbarung auf Bundesforste-Flächen in Form eines MTB-Vertrags abgeschlossen wurde. Darüber hinaus stehen wir in enger Zusammenarbeit und laufender Abstimmung mit den regionalen Tourismusverbänden“, berichtet Pia Buchner, Pressesprecherin der Öbf. Die Gesetzeslage ist eindeutig: Laut Paragraph 33 des Forstgesetzes ist Radfahren im Wald und auf Forststraßen nur auf offiziellen und gekennzeichneten Wegen oder mit Zustimmung des Waldeigentümers bzw. des Forststraßenerhalters erlaubt. Fährt man trotzdem weiter, wäre dies zivilrechtlich betrachtet eine Besitzstörung. Der Besitzer könnte auf Unterlassung klagen. Der Freizeitsportler begeht eine Verwaltungsübertretung. Die Folgen: Anzeige und verhängte Geldstrafe.

Tourismus informiert

Wanderer und Biker finden auf der Homepage des Tourismusverbandes Traunsee-Almtal unter der jeweiligen Tour Informationen über Sperren. „Informationen geben wir an Beherbergungsbetriebe weiter, damit unsere Gäste auf dem Laufenden sind“, so Andreas Murray, Geschäftsführer der Ferienregion Traunsee-Almtal. „Wir als Tourismusverband kümmern uns darum, dass die Wege gut beschildert sind und haben dies mit den jeweiligen Eigentümern abgeklärt. 99 Prozent der Mountainbiker halten sich an die beschilderten Wege. Falls es zu Wegsperren kommt, so stehen wir in Kontakt zu den Förstern und stellen diese Infos auf unsere Homepage", erklärt Stephan Köhl, Geschäftsführer des TVB Bad Ischl.

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