Trockenheit: Waldbrände und Ernteeinbußen im Salzkammergut

So schlimm waren die Waldbrände in Ebensee zwar nicht, trotzdem gilt immer noch die Waldbrandverordnung.
  • So schlimm waren die Waldbrände in Ebensee zwar nicht, trotzdem gilt immer noch die Waldbrandverordnung.
  • Foto: Foto: ellend1022/panthermedia
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

SALZKAMMERGUT. Sommer, Sonne und Hitze. Während sich die einen im Schwimmbad abkühlen, stöhnen Landwirte und Natur auf. Denn das trockene Wetter birgt auch viele Gefahren. Das mussten vor allem die Einsatzkräfte aus Ebensee und Umgebung aus erster Hand erfahren: Am Anfang der vergangenen Woche brachte ein starkes Gewitter zwar Regen und Abkühlung – aber ebenso auch zahlreiche Blitze – mit sich. Die Folge der Blitzeinschläge auf dem ausgedörrten Untergrund waren Waldbrände. Zuerst in Form eines Glimmbrandes am Helmeskogel, den die Feuerwehren Ebensee und St. Agatha mit insgesamt 32 Mann und fünf Fahrzeugen bekämpften. Und das auf rund 1.400 Meter Seehöhe im unwegsamen Gelände. Tags darauf mussten die Einsatzkräfte erneut ausrücken: Es brannte am Brenntenkogel und im Bereich Rötelstein – jeweils auf mehr als 1.000 Metern. Auch das Bundesheer wurde mit zwei Hubschraubern zur Brandbekämpfung hinzugezogen.

Verordnung gilt seit 22. Juni

Um zumindest Waldbrände, die von Menschenhand verursacht werden, zu verhindern, trat am 22. Juni die Waldbrandverordnung (Details im Infokasten) in Kraft. "Eine Waldbrandverordnung wird aus Sicherheitsgründen sicher alle zwei Jahre erlassen, in den letzten Jahren war dies allerdings eher immer im Herbst. Diese Verordnung ist so lange gültig, bis sie von offizieller Seite wieder aufgehoben wird“, erklärt Bezirkshauptmann Alois Lanz. Das heißt also, dass nach kurzen Regenschauern die Verordnung nicht automatisch aufgehoben ist. "Wie lange die Verordnung in Kraft bleibt, ist jetzt schwer zu sagen“, ergänzt Bezirksfreuerwehrkommandant Stefan Schiendorfer. „Mit den ganzen Sonnwend-Feuern, die in den vergangenen Wochen geplant waren, hätte es aber keinen ungünstigeren Zeitpunkt geben können“, so Schiendorfer. Bei ihm sei diesbezüglich das Telefon heißgelaufen. Generell hofft Schiendorfer aber auf den „Hausverstand“ der Bürger und Wanderer.

Borkenkäfer mag es trocken

Durch die lange Trockenheit konnte sich heuer auch der Borkenkäfer gut entwickeln. „Die Niederschlagsdefizite der vergangenen Wochen haben die Entwicklung der rindenbrütenden Schadinsekten begünstigt“, berichtet Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Die Schadholzmenge liegt zurzeit bei 50.000 Festmetern.
"Nach den letzten Niederschlägen hat sich die Trockenheitslage für die Landwirtschaft etwas entspannt", so Markus Huemer von der Bezirksbauernkammer Gmunden. Die Witterung hat auf die Wintergerste die geringste Auswirkung. Beim Weizen gibt es Unterschiede, auf "leichten" Böden ist mit einem Ertragsminus zu rechnen.

Zur Sache

Die Waldbrandverordnung ist für die Bezirke Oberösterreichs mit 22. Juni in Kraft getreten, dementsprechend natürlich auch für das Salzkammergut. Dieser zufolge ist jegliches Feuerentzünden, einschließlich des Rauchens, in Waldgebieten, Waldrandnähe und dem Gefährdungsbereich des Waldes verboten. Neben dem offenen Feuer ist der Funkenflug durch diverse Arbeiten untersagt. Ebenso, wie das Wegwerfen glimmender Gegenstände oder von Glasflaschen und Glasscherben, in besagtem Waldgebiet. Der Gefährdungsbereich ist überall dort gegeben, wo die Bodendecke oder die Windverhältnisse das Übergreifen eines Bodenfeuers oder eines Feuers durch Funkenflug in den benachbarten Wald begünstigen. Aufpassen lohnt sich: Wer gegen die Waldbrandverordnung verstößt, kann mit Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro geahndet werden.

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