Weniger Geld für Schutzmaßnahmen

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SALZKAMMERGUT. Tischtennisballgroße Hagelkörner regnete es am 1. Juli am Langbathsee vom Himmel. In Gmunden musste letztes Wochenende der Triathlon aufgrund eines heftigen Gewitters abgebrochen werden. In Ebensee fegte am Samstag ein Sturm den italienischen Markt buchstäblich weg und hinterließ tausende Euro Schaden. Strafverschärfend kommt hinzu: Die Standler waren nicht versichert. Zudem musste die Bahnlinie von Attnang nach Stainach gesperrt werden, nachdem sich ein wegewehtes Zelt in der Oberleitung verfangen hatte.
All das waren nur einige „Highlights“ des heurigen Sommers.

Darüber hinaus halten kleinräumige Überflutungen, Hangrutschungen, Steinschläge, Hagelschauer, Felsstürze und Muren das Salzkammergut seit Monaten in Atem. Obwohl im Bezirk noch keine obersteirischen Zustände erreicht sind – Schäden sowie gefährliche Situationen gibt es am laufenden Band.
Neben Feuerwehren und Rettungsorganisationen ist deswegen auch „die Wildbach“ – also die Wildbach- und Lawinenverbauung – im Dauereinsatz. Zu ihren aktuellen „Baustellen“ in Gosau Vorderthal, Hallstatt, Bad Goisern, Ebensee, Altmünster und am Grünberg musste die Wildbach alleine in den letzten beiden Monaten zu vier Akut-Einsätzen ausrücken:

• In Gosau Mittertal ging eine Mure ab und stoppte erst kurz vor einem Wohnhaus.
• Im Bad Goiserer Schlömmergraben kamen eine Mure und ein riesiger Felsbrocken talwärts. Der Stein durchschlug die Schutzverbauung der Bundestraße. Noch immer besteht Gefahr für die B-166.
• Im Hallstätter Echerntal kam es zu einem Felssturz.
• Und im Gschliefgraben sowie im Neulidringgraben in Gmunden gab es ein Hochwasser.

Allesamt dringende Fälle, die Sofortmaßnahmen erforderten, wie Wildbach-Gebietsbauleiter Michael Schiffer betont: „Die Wildbach ist im Salzkammergut sehr intensiv im Einsatz. Derzeit laufen eine Reihe von Schutzmaßnahmen“. Und diese sind in den letzten Jahren stetig mehr geworden. „Seit dem Lawinenwinter 1999 treten gehäuft Ereignisse wie Murenabgänge, Steinschläge, Hochwässer und Lawinen auf“, sagt Schiffer.

Weniger Geld für „Wildbach“
Obwohl das Salzkammergut somit ein „Gefahren-Hotspot“ ist, drohen der Wildbach- und Lawinenverbauung finanzielle Kürzungen. 40 Millionen sollen österreichweit eingespart werden. Auch Einsparungen beim Personal werden kolportiert. Im zuständigen Landwirtschaftsministerium spricht man auf Nachfrage der BezirksRundschau von „Strukturoptimierungen“, die in den nächsten Wochen mit den Betroffenen besprochen werden. Inwieweit diese Sparmaßnahmen den „Wildbach-Standort“ in Bad Ischl (dort sitzt die Gebietsbauleitung für die Bezirke Gmunden und Wels) treffen werden, blieb vorerst offen.

Fotos:
Hörmandinger (19)
Denzel (10)

Autor:

Thomas Kramesberger aus Oberösterreich

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