Long Covid
Wenn Corona zum Dauerzustand wird

Lisa Huemer infizierte sich Anfang des Jahres mit dem Coronavirus.
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  • Lisa Huemer infizierte sich Anfang des Jahres mit dem Coronavirus.
  • Foto: Daniel Huemer
  • hochgeladen von Andrea Krapf

Müdigkeit, reduzierte körperliche Belastbarkeit, Antriebslosigkeit: Zwei Long-Covid-Betroffene berichten.

SALZKAMMERGUT. Was ist, wenn Corona nicht die üblichen zwei Wochen, sondern viel länger dauert? Die Langzeitfolgen quälen Betroffene oft noch Monate nach der Infektion. Diese Erfahrungen mussten und müssen auch eine Vorchdorferin und ein Scharnsteiner machen. Die beiden haben uns über ihren Alltag und Umgang mit der Krankheit berichtet.

Ein Monat im künstlichen Tiefschlaf

Der 6. Dezember 2020. Ein Tag, den Günther Fröch so schnell nicht mehr vergessen wird. Es war der Tag, an dem er positiv auf Corona getestet wurde. Der Beginn einer langen Leidensgeschichte. Zu Beginn äußerte sich Corona bei dem Scharnsteiner in Form von leichten Kopfschmerzen und Fieber. Ab dem zweiten Tag hatte er sehr hohes Fieber und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dass er schlussendlich drei ganze Monate dort verbringen musste, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Nachdem die Sauerstoffsättigung im Blut abfiel, verlegte man ihn zuerst auf die Intensivstation in Gmunden und dann nach Linz. Dort wurde er einen Monat in Tiefschlaf an der Herz-Lungen-Maschine versetzt. Als er wieder aufwacht, kann er weder Arme noch Beine bewegen.
Ein gutes halbes Jahr später bewältigt Fröch seinen Alltag wieder halbwegs normal, gut geht es ihm jedoch noch lange nicht. „Ich bin in Therapie, mache Kondition und Krafttraining sowie ab August dann eine weiterführende Reha.“

Von 21 auf fünf Kilometer

Long Covid tritt jedoch nicht nur bei Personen mit einem schweren Verlauf auf. Lisa Huemer ist 26 Jahre alt. Die Vorchdorferin infizierte sich im Jänner mit Corona: „Für mich war der positive Test ein ziemlicher Schock. Ich hatte nur einen kleinen Hautausschlag und Kopfweh.“ Relativ leichte Symptome, ein an sich milder Verlauf. Doch nach Ende der Quarantäne verschlimmerte sich ihr Zustand. Sie bekam schlecht Luft, ihr wurde schwindelig beim Aufstehen, und sie war komplett erschöpft. „In der Früh hab ich mich entscheiden müssen, ob ich die Küche zusammenräume oder frühstücke. Beides ist nicht gegangen." Nach mehreren Arztbesuchen und Aufenthalten im Krankenhaus geht sie auf Reha – was ihr bis jetzt am meisten geholfen hat. Nun besucht Huemer Physiotherapie und Osteopathie. Ihr "früheres" Leben scheint noch weit entfernt. „Ich war wirklich sportlich, habe beim Bergmarathon mitgemacht, bin Halbmarathon gelaufen - jetzt bin ich froh, wenn ich fünf Kilometer gehen kann.“ Im Umgang mit der Krankheit helfen ihr vor allem auch Meditieren und Tagebuch-schreiben. Außerdem hat sie einen Podcast namens "Fuck you Long Covid" gestartet, bei dem sie über ihre Geschichte erzählt und anderen Betroffenen Kraft geben will.

Stark bleiben

Den stärksten Rückhalt sehen Huemer und Fröch in ihren Familien und ihrem Umfeld. Wenn man ganz alleine ist, schafft man das fast nicht, sind sich beide einig. Mitgeben möchten sie Betroffenen, niemals aufzugeben, weiterzukämpfen und an sich zu glauben. Und die Krankheit ernst zu nehmen, "denn Corona ist unberechenbar und kann jeden treffen", wie Fröch appelliert.

Lisa Huemer infizierte sich Anfang des Jahres mit dem Coronavirus.
Günther Fröch war für drei Monate im Krankenhaus, einen davon im künstlichen Tiefschlaf.


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