530 neue Wohnungen enstehen
Zukunft des Bauens und Wohnens in Gmunden

Bgm. Stefan Krapf, Baureferent der Stadt Reinhold Kasmannhuber
  • Bgm. Stefan Krapf, Baureferent der Stadt Reinhold Kasmannhuber
  • Foto: Stadtgemeinde Gmunden
  • hochgeladen von Kerstin Müller

Wohnbau boomt. Von 530 Wohnungen, die in den nächsten vier Jahren in Gmunden enstehen werden, sind 253 als erschwinglich einzustufen, weil sie gefördert sind oder in die Kategorien Miete oder Mietkauf fallen.

GMUNDEN. Ausgesprochene Billig- oder Sozialwohnungen sind für Bauträger kaum zu schaffen, weil deren Quadratmeterpreis in Gmunden unvermeidlich 500 Euro höher sei als in Umlandgemeinden, sagt Baustadtrat Reinhold Kassmannhuber. "Die Gründstückspreise sind deutlich höher , und es müssen Tiefgaragenplätze gebaut werden."

Innenstadtrevitalisierung: Musterprojekt mit EU-Fördergeld

Hoffnungen auf günstige Wohnungen, Startwohnungen etwa, verbindet er mit einem "betreuten" Musterprojekt einer Innenstadthaussanierung. Hierbei wird die Stadt mit 40.000 Euro EU-Förderung den Eigner eines Leerstandes finden, begleiten und ein neues Nutzungskonzept aus Wohnen und Arbeiten verwirklichen. "Wenn wir als Stadt nicht damit anfangen, fällt so manches desolate Innenstadhaus zusammen", sagt Kassmannhuber.

Stadtentwicklung Schiffslände: Hotel mit 100 Zimmern u.v.m.

Absolute Priorität hat für Bürgermeister Stefan Krapf das Stadtentwicklungsprojekt Schiffslände, das die Politik derzeit massiv beschäftigt. Der "Masterplan" der Stadt für das einstige Parkhotel-Areal sieht ein 100-Zimmer-Hotel und 100 Hauptwohnsitz-Wohnungen vor. Das Konzept rundherum umfasst Arbeiten und Freizeit (Arztpraxen, Büros, Gastronomie, Marina, Sauna). Krapf: "Hier entsteht ein kleiner, neuer und immens wichtiger Stadttteil. Intensive Gespräche mit möglichen Investoren laufen, allerdings behutsam, weil wir etwas schaffen wollen, was 30 Jahre lang nicht gelungen ist."
Eng zur Stadtentwicklung gehören für den Bürgermeister auch der Ausbau der Kinderbetreuung (Cumberlandpark, Schiffslände) und die Standortsicherung für Betriebe. Ohne sie gebe es keine neuen Hauptwohnsitze, sagt er. Deshalb half und hilft die Stadt bei maßgeblichen Projekten wie: neue Käserei der Gmundner Milch, Ausweitung der IDEAL Kältetechnik und des Techno-Z, Umwidmungen für Fural oder Raiba-Zentrale Klosterplatz.

Qualität, Transparenz, Mitsprache!

"Welten prallen aufeinander", so Stefan Krapf, "wenn man die Interessen der Bauwerber und der Anrainer abwägen und fair ausgleichen soll. Und wir stehen da genau dazwischen."
Aber die Politiker haben sich dafür ein wirksames Instrumentarium zurechtgelegt. Der Gestaltungsbeirat aus außenstehenden Architekten ist das Wichtigste. Er sichert die Qualität, stutzt und modelliert die Einreichungen oft mehrere Male. Dazu kommt eine neue Transparenz. Der Gestaltungsbeirat bewertet die Projekte in öffentlichen Sitzungen.
Damit ein fairer Interessensausgleich gelingen kann, ermöglicht die Stadt mit mehreren Formaten eine Bürgerbeteiligung. Es gibt Bürgerbefragungen wie etwa zur Neugestaltung von Rathausplatz und Esplanade und im konkreten Fall moderierte Mediationen wie etwa zur Traunseetram-Trasse Innenstadt, zum Wohnbauprojekt Wunderburgstraße/Eichamt oder zur Gestaltung der Neubebauung samt Generationenflächen im Cumberlandpark.

Hauptwohnsitze mit allen Mitteln!

Es bedarf vieler Mühen, um den Anteil der Zweitwohnsitze auf einem gesunden, vertretbaren Niveau von derzeit 16 Prozent zu halten. Krapf und Kassmannhuber wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Hauptwohnsitze zu schaffen. Sie knüpfen Umwidmungen an die Garantie, Hauptwohnsitze zu schaffen, verpflichten Bauträger in privatrechtlichen Nutzungsvereinbarungen samt Pönale dazu und prüfen aktuell, wenn auch mit Skepsis, sogenannte Vorbehaltsflächen. Dabei geht es um ein im Grundverkehrsgesetz mögliches Verkaufsverbot für Zweitwohnungen.

Strenger definierte Bebauungsdichte

Im ständigen Ringen um die Bebauungsdichte muss und wird die Gmundner Bürokratie strenger werden. Nachdem das Landesverwaltungsgericht geurteilt hat, dass ein Gutachten des Gestaltungsbeirates allein nicht ausreicht, wird die Geschoßflächenzahl - sie ist das Maß für diese Dichte - künftig in Neuplanungsgebieten, Flächenwidmungsplänen und Bebauungsplänen festgeschrieben werden.

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