AK erstritt im Bezirk vier Millionen Euro

Die Verunsicherung unter den
Arbeitnehmern/-innen in Oberösterreich steigt

Während die Gewinne im Jahr 2012 auf hohem Niveau blieben, wurden die Konjunkturprognosen laufend nach unten korrigiert. Diese wider-sprüchliche Entwicklung verunsichert die Arbeitnehmer/-innen.

Im vergangenen Jahr suchten 348.458 Menschen Rat und Hilfe bei der AK Oberösterreich. Den Schwerpunkt bildeten 228.024 arbeits- und sozialrechtli-che Beratungen, gefolgt von 101.028 Konsumenten- und 16.105 Bildungsbe-ratungen. Damit wurde das hohe Niveau der Vorjahre gehalten.

Rund 17.000 Fälle brachte die AK für ihre Mitglieder in arbeits- und sozial-rechtlichen Angelegenheiten vor Gericht, abgeschlossen wurden 10.229 Rechtsfälle. Viele Arbeitnehmer/-innen, denen Geld vorenthalten wurde, agier-ten zaghafter als in den Jahren zuvor. Sie kamen zwar zur Beratung, verzich-teten aber aus Angst um ihren Arbeitsplatz auf die Rechtshilfe der AK.

Dennoch wurden 2012 in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten und in Insolvenzverfahren 85,095.346 Euro an offenen Ansprüchen für Mitglieder der AK Oberösterreich erkämpft. Im Arbeitsrecht ging es dabei vor allem um Beendigungsansprüche und offenes Entgelt, im Sozialrecht insbesondere um Fragen rund um die Pension.

Dauerbrenner Leiharbeit
Die Leiharbeitsbranche ist ein Dauer-Problemkind im AK-Rechtsschutz: Per-manent werden die Rechte von Arbeitnehmern/-innen und kollektivvertragliche Bestimmungen mit Füßen getreten. Jüngster Schmäh in der Branche: Viele Firmen melden Mitarbeiter/-innen an Feiertagen einfach bei der Sozialversi-cherung ab, um sie tags darauf wieder anzumelden. Eine krasse Umgehung von Arbeitnehmeransprüchen.

Leiharbeit soll Spitzen abdecken und nicht zum Normalfall werden. Die AK verlangt daher, dass die Überlassungsdauer auf sechs Monate begrenzt wird. Danach soll die Beschäftigerfirma der/dem Betroffenen ein verbindliches Jobangebot machen müssen. Außerdem soll der Anteil an Leiharbeitskräften in einem Betrieb auf maximal zehn Prozent beschränkt werden.

Diskriminierung bekämpfen
Ein zentrales Anliegen der AK Oberösterreich ist die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Berufsleben. Im Rahmen der kollektiven Interessenvertretung wird an der Verbesserung der Rahmenbedin-gungen und gesetzlichen Grundlagen gearbeitet. Das reicht vom Einsatz für Kinderbetreuungseinrichtungen über Einkommensfragen und Bildungsförde-rung bis hin zur Forderung, dass künftig nur mehr jene Unternehmen öffentli-che Aufträge bekommen sollen, die sich mit betrieblicher Gleichstellung aus-einandersetzen und dabei auch Erfolge vorweisen können.

Auf der anderen Seite steht die AK Frauen individuell mit Rat und Hilfe zur Seite, notfalls auch vor Gericht. Seit 2005 gibt es bei der AK Oberösterreich eine eigene Gleichbehandlungsberatung für Frauen, die zunehmend in An-spruch genommen wird.

Arbeitnehmer/-innen sind pessimistisch
Der Österreichische Arbeitsklima Index deutet nachhaltig auf einen Pessimis-mus der Arbeitnehmer/-innen hin. Die Arbeitszufriedenheit beträgt 108 Index-punkte – ein seit Jahren konstant tiefer Wert. Sechs von zehn Beschäftigten gehen krank zur Arbeit. Auf einem historischen Tiefststand befindet sich die Zufriedenheit mit den eigenen Rechten und der sozialen Position im Betrieb.

Quelle: Österreichischer Arbeitsklima Index, 2012

Herausforderungen für 2013
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gibt Grund zur Sorge. 2012 ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen gegenüber dem Jahr zuvor um 7,5 Prozent gestiegen, jene der Schulungsteilnehmer/-innen um 1,6 Prozent gesunken. Bei den Über-50-Jährigen fällt der Zuwachs an Arbeitslosen deutlich stärker aus als im Durchschnitt aller Altersklassen (plus 10,7 Prozent). Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 28.995 Personen arbeitslos gemeldet, die Ar-beitslosenquote lag bei 4,5 Prozent.

Die im Jahresverlauf erfreulich erscheinende Entwicklung bei den Lehrstellen-suchenden (minus 4,3 Prozent) verbirgt den problematischen Trend, dass die Zahl der jungen Menschen ohne Berufsausbildung dramatisch hoch ist. Ar-beitsmarktpolitisch sind Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungschan-cen von jungen und älteren Arbeitnehmern/-innen besonders wichtig.

Arbeitsmarktpolitik für Junge und Ältere
Eine zentrale Forderung der AK ist es, den Anteil der Jugendlichen ohne Be-rufsausbildung auf zumindest unter zehn Prozent zu senken. Dafür sind Inves-titionen ins Bildungssystem und mehr individuelle Förderung in der Schule nötig. Am Übergang ins Arbeitsleben muss jeder junge Mensch ein Recht auf einen Ausbildungsplatz haben.

Die Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter muss verstärkt gefördert werden, damit sie ihren Beruf gesund und motiviert bis zur Pension ausüben können. Das zeigt auch der Österreichische Arbeitsklima Index. Besorgnis erregend ist der Umstand, dass sich rund ein Drittel der Beschäftigten außerstande sieht, in der derzeitigen Arbeit bis 60 bzw. 65 durchzuhalten.

Gesund arbeiten bis zur Regelpension
Darum ist es aus Sicht der AK wesentlich, die Arbeitsbedingungen in den Be-trieben so zu gestalten, dass die Arbeitnehmer/-innen ihre Tätigkeit gesund und bis zum Regelpensionsalter schaffen können. Die Betriebe müssen ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, in die Gesundheitsförderung zu inves-tieren, altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen und ältere Mitarbeiter/-innen tatsächlich zu behalten bzw. einzustellen. Die AK fordert dafür ein Bonus-Malus-System: Wer zu wenige ältere Arbeitnehmer/-innen beschäftigt und auch krankmachende Arbeitsbedingungen nicht verändert, muss zahlen.

Gleichstellung von Frauen und Männern
Der Kampf gegen Diskriminierung von Frauen im Berufsleben zeigt zwar erste Erfolge: Die Einkommensschere wird kleiner, beim Thema Einkommenstrans-parenz tut sich was, mehr Frauen rücken in Führungspositionen auf, die Ver-einbarkeit von Beruf und Familie wird leichter. Dennoch entwickeln sich die Fortschritte viel zu langsam, mit diesem Tempo wird es noch Jahrzehnte dau-ern, bis echte Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht ist. Darum wird die AK auch im Jahr 2013 vehement gegen Diskriminierung und für Gleichstel-lung eintreten.

Für eine gerechtere Verteilung
Zentrales Thema für die AK wird auch im laufenden Jahr die Verteilungsge-rechtigkeit sein. Die Arbeitnehmer/-innen müssen endlich ihren gerechten An-teil am Wohlstandszuwachs erhalten. Dafür sind kräftige Lohnzuwächse und steuerliche Entlastungen nötig.

Ein besonderes Problem im österreichischen Steuersystem stellt der mit 36,5 Prozent sehr hohe Eingangssatz bei der Lohn- und Einkommenssteuer dar. Gewinne und Vermögen leisten hingegen einen sehr geringen Beitrag zum österreichischen Steueraufkommen. Die Arbeiterkammer fordert mehr Vertei-lungsgerechtigkeit durch die Einführung einer Vermögensteuer auf Netto-Privatvermögen von über einer Million Euro und die Absenkung des Ein-gangssteuersatzes für Lohnsteuerzahler/-innen sowie die jährliche Anpassung der Steuerstufen an die Teuerung.

Vertrauen in die AK so hoch wie nie
Die Zufriedenheit der Mitglieder mit der AK liegt seit Jahren auf einem hohen Niveau – ein Beleg für die Kompetenz und Professionalität der AK-Mitarbeiter/-innen. Eine repräsentative IFES-Umfrage im Dezember 2012 ergab, dass 91 Prozent der Befragten die Arbeiterkammer für eine wichtige Interessenvertretung halten. 57 Prozent der Mitglieder hatten bereits Kontakt mit der AK, 94 Prozent von ihnen waren mit dem Kontakt zufrieden.

Auch insgesamt ist das Vertrauen in die Arbeiterkammer von einem ohnehin schon sehr hohen Wert weiter gestiegen: Auf einer Skala von 1 (kein Vertrau-en) bis 5 (großes Vertrauen) erhält sie von ihren Mitgliedern den Mittelwert 3,91 und liegt damit an erster Stelle – vor der Gebietskrankenkasse (Mittelwert 3,69), dem AMS (3,32) und der Wirtschaftskammer (3,31).

Gut informiert über die AK
Von der Rechtsberatung in Arbeits- und Sozialrechtsfragen über Mitsprache-recht bei der Gesetzgebung bis hin zum Konsumentenschutz: Der Großteil der Mitglieder weiß, wofür die AK steht und was man bei ihr bekommt. 80 Prozent der Befragten fühlen sich etwa über die Aufgaben und Tätigkeiten und 78 Pro-zent über das Beratungs- und Informationsangebot der AK Oberösterreich sehr gut oder gut informiert. Fast die Hälfte der Mitglieder gibt außerdem an, über die interessenpolitische Arbeit der AK sehr gut oder eher gut Bescheid zu wissen.

64 Prozent der Befragten wissen außerdem, dass die AK neben der kostenlo-sen Rechtsberatung auch die kostenlose Vertretung vor dem Arbeits- und So-zialgericht bei Bedarf übernimmt. Dieser Wert bleibt seit Jahren konstant hoch. 43 Prozent der Befragten kennen zudem die kostenlose Rechtsvertretung vor Gericht in Konsumentenfragen.

Verpflichtung für die Zukunft
Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage bestätigen die Bedeutung der Arbei-terkammer Oberösterreich, die die Rechte und Ansprüche der Arbeitnehme-rinnen und Arbeitnehmer sichert und darüber hinaus Konsumentinnen und Konsumenten zu ihren Rechten verhilft. Die Umfrageergebnisse unterstrei-chen auch die interessenpolitische Ausrichtung der AK, die sich unter ande-rem für bessere Arbeitsbedingungen, ein faires Pensionsrecht, eine gerechte Verteilung und die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt.

AK Gmunden – eine starke Partnerin
Die AK ist eine starke Partnerin für ihre Mitglieder. Das bestätigt die Bilanz 2012. Schwerpunkt war auch für die AK Gmunden die persönliche Beratung der Mitglieder in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Tausende Arbeitneh-mer/-innen aus dem Bezirk haben im Vorjahr Rat und Hilfe gesucht.

Das Jahr 2012 im Bezirk Gmunden
Im Bezirk Gmunden hat die Arbeiterkammer rund 37.600 Mitglieder. Diese Arbeitnehmer/-innen sind sowohl in kleinen und mittleren Handels- und Ge-werbebetrieben als auch größeren Industriebetrieben beschäftigt.

Die Arbeitslosenzahlen im Bezirk sind seit dem krisenbedingten Rekordjahr 2009 zwei Jahre lang gesunken, im Vorjahr aber leider wieder deutlich ange-stiegen und zwar um 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahres-durchschnitt 2012 4,5 Prozent, das ist genau der gleiche Wert wie die durch-schnittliche Arbeitslosenquote in Oberösterreich. Inklusive Schulungsteilneh-mern/-innen und Lehrstellensuchenden waren im Jahresdurchschnitt 2012 2463 Personen arbeitsuchend gemeldet.

Insgesamt mussten im Bezirk Gmunden 35 Unternehmen mit Beschäftigten Insolvenz anmelden. Von diesen Insolvenzen waren 282 Arbeitnehmer/-innen betroffen.

9263 Rechtsberatungen
In 9263 Fällen haben sich AK-Mitglieder 2012 mit arbeits- und sozialrechtli-chen Fragen an die Arbeiterkammer Gmunden gewandt. Vor allem die telefo-nische Rechtsberatung hat sich wieder bestens bewährt. Dem Großteil der 4953 Anrufer/-innen wurde sofort geholfen.

Zu einem persönlichen Beratungsgespräch sind im Vorjahr 4310 Arbeitneh-mer/-innen in die Bezirksstelle Gmunden gekommen. Die meisten Fragen wurden zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen und den damit verbundenen Ansprüchen gestellt. Auch Lohn und Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Lehrverhält-nisse und Altersteilzeit waren häufige Themen.

Der regionalen Zweiteilung des Bezirkes entsprechend bietet die AK Gmun-den einen wöchentlichen Sprechtag auch im Herzen des Salzkammerguts, in Bad Ischl, an.

Mehr als vier Millionen Euro Vertretungserfolg
Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen kam zur Beratung die Vertretung. Durch außergerichtliche Interventionen wurden im Vorjahr 404.128 Euro an vorent-haltenem Entgelt eingebracht.

In zahlreichen Fällen musste die AK Gmunden wieder bis vor das Arbeits- und Sozialgericht gehen, damit die Betroffenen ihr Geld erhielten. 777.401 Euro wurden auf diesem Weg erkämpft. Dabei ging es hauptsächlich um offene Löhne und Gehälter, aber auch um Sonderzahlungen, Überstundenentgelte und Abfertigungsansprüche. Die Summe der durch Rechtshilfe und -vertretung erstrittenen Beträge ist mehr als ein Viertel höher als im Vorjahr.

Hinzu kommen die Beträge, die bei Insolvenzvertretungen für Arbeitnehmer/-innen aus dem Bezirk durchgesetzt wurden: 2012 machte dies 2.834.490 Euro aus.

Damit hat die AK Gmunden im Vorjahr für ihre Mitglieder Zahlungen von ins-gesamt 4.016.019 Euro erreichen können.

Die überwiegende Mehrheit der Fälle betrafen Ungereimtheiten mit der End-abrechnung nach Beendigung eines Dienstverhältnisses. Fehlende Lohnbe-standteile, Überstundenzuschläge, anteilige Sonderzahlungen und Abferti-gungen mussten in vielen Fällen von der AK nachgefordert werden. Auch mit der verspäteten Bezahlung von Löhnen und Gehältern hatten Arbeitnehmer/-innen im Vorjahr zu kämpfen. Oft wurden die Ansprüche erst nach Intervention durch die AK abgerechnet und beglichen.

Aber auch das außergerichtliche Einschreiten der AK genügt nicht immer: Manche Unternehmen bleiben trotzdem alles schuldig. Dann müssen die An-sprüche beim Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt werden. Und selbst nach einem rechtskräftigen Urteil ist keineswegs sicher, dass bezahlt wird. In eini-gen Fällen kommen die Arbeitnehmer/-innen nur zu ihrem Geld, wenn die AK ein Exekutionsverfahren ankündigt oder einleitet.

Beispiele aus der Vertretungspraxis
Immer häufiger werden leider die Fälle, in denen Arbeitgeber versuchen, durch die Kündigung erkrankter Mitarbeiter/-innen Kosten auf die Sozialversi-cherungen abzuwälzen. Nicht selten versuchen sie, diese Kündigungen sogar rückwirkend auszusprechen.

Eine Tankstellenmitarbeiterin aus dem Bezirk Gmunden erhielt im Kranken-stand eine Mitteilung von der Gebietskrankenkasse, wonach sie bereits vor zwei Wochen von der Sozialversicherung abgemeldet worden war. Als Been-digungsgrund hatte der Arbeitgeber „ungerechtfertigten vorzeitigen Austritt“ angegeben. Die Frau war aber niemals aus dem Arbeitsverhältnis ausgetreten und wandte sich daher an die Arbeiterkammer Gmunden um Hilfe. Weil alle Interventionen erfolglos blieben, musste die AK vor Gericht gehen und alle offenen Ansprüche der Frau einklagen, die sie bei einer regulären Kündigung durch den Arbeitgeber gehabt hätte. Obwohl die Rechtslage zugunsten der Arbeitnehmerin eindeutig war, ging der Unternehmer sogar in die zweite In-stanz, wo er abermals verlor. Erst dann zahlte er der Frau endlich die ausste-henden 2600 Euro nach.

Dass der beste Schutz für Arbeitnehmer/-innen ein Betriebsrat ist, zeigt fol-gender Fall: Obwohl sie bereits 40 Jahre lang bei einer Gmundner Firma be-schäftigt war und wenige Monate vor der Pensionierung stand, erhielt eine Gmundnerin von ihrem Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben. Zum Glück gibt es aber in dem Unternehmen einen Betriebsrat. Dieser hätte von der bevor-stehenden Kündigung informiert werden müssen und das Recht gehabt, sich dazu zu äußern. Weil der Arbeitgeber das unterlassen hatte, wandten sich Betriebsrat und Arbeitnehmerin an die AK Gmunden. Diese brachte den Fall vor Gericht und war erfolgreich. Im Lauf des Verfahrens erkannte der Arbeit-geber offenbar die Sozialwidrigkeit seiner Vorgangsweise und erklärte sich bereit, die Arbeitnehmerin bis zum Pensionsstichtag weiter zu beschäftigen. So konnte sie aus dem aufrechten Arbeitsverhältnis statt aus der Arbeitslosig-keit in Pension gehen.

Menschen, die um Invaliditätspension ansuchen, wird immer häufiger unter-stellt, Sozialschmarotzer zu sein. Dabei zeigt die Vertretungspraxis der AK, dass die Anträge selbst von Menschen mit schwersten gesundheitlichen Be-einträchtigungen oft aus unbegreiflichen Gründen abgelehnt werden. Beson-ders erschütternd ist der Fall jenes 59-jährigen Gmundners, dessen Antrag auf Invaliditätspension trotz schwerer Herzprobleme von der Pensionsversi-cherungsanstalt abgelehnt wurde. Die AK unterstützte die Klage des Arbeit-nehmers gegen den Bescheid, und musste leider zur Kenntnis nehmen, dass er mit der Begründung, er könne noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausüben und es sei nicht mit allzu langen Krankenständen zu rechnen, erneut abgewiesen wurde. Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als sich um eine neue Stelle zu bemühen. Wenige Monate nach Abschluss dieses Verfahrens erlitt Herr Petrovic aufgrund der Krankheit, die von den Sachverständigen nicht als pensionsbegründend anerkannt worden war, einen plötzlichen Herz-tod.

Regional- und Interessenpolitik
Neben der Wahrung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Bezirkes Gmunden in arbeits- und sozialrechtlichen Belangen kümmert sich das Team der AK Gmunden auch um die regionalpolitischen Interessen der Bevölkerung des Bezirkes. So ist die AK-Bezirksstelle Mitglied des „Run-den Tisches zum Weltkulturerbe des Landes OÖ“ sowie des „Runden Tisches der Sozialpartner des Bezirkes Gmunden“.

Die Bezirksstelle Gmunden wirkt darüber hinaus in zahlreichen Projekten mit dem Regionalmanagement Vöcklabruck und Gmunden mit und übernimmt auch Agenden in den beiden Leader-Vereinen, die im Interesse der Arbeit-nehmer/-innen liegen.

Das von der AK-Bezirksstelle gegründete Jugendnetzwerk Salzkammergut hat auch im Jahr 2012 zahlreiche Impulse in Sachen Jugendbeschäftigung ge-setzt. Mittlerweile besteht das Jugendnetzwerk aus mehr als 70 Partnern aus sozialen Einrichtungen, Schulen, regionalpolitischen Verantwortlichen, Sozial-partnern, Behördenvertretern und Betrieben. Ziel des Netzwerkes ist es, Ju-gendliche, allen voran jene mit Einschränkungen jedweder Art, in ihrem Recht auf Arbeit und Ausbildung in der Region zu unterstützen. Vielen Jugendlichen mit Problemen beim Start ins Berufsleben konnten überdies durch persönli-ches Engagement von Aktivisten/-innen des Jugendnetzwerkes Lehrstellen in renommierten Betrieben des Bezirkes vermittelt werden.
Das Interesse und die Bereitschaft so vieler Organisationen aus der Region, gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen, ist einzigartig. Aus der intensiven Kooperation sind bereits mehrere erfolgreiche Projekte für das Salzkammergut entstanden. Eines davon ist das Kompetenzzentrum Jugend-netzwerk Salzkammergut. Dieses versteht sich als Drehscheibe für alle Fra-gen am Übergang von der Schule zum Berufsleben.
Zentrale Aufgabe ist die Organisation von Arbeitsbesprechungen und Netz-werktagungen, um aktuelle Fragestellungen zur regionalen Jugendbeschäfti-gung zu diskutieren und gemeinsam an Problemlösungen zu arbeiten.

Weiterbildung
Insgesamt 255 Kurse zur beruflichen Weiterbildung, Persönlichkeitsentwick-lung und sinnvollen Freizeitgestaltung hat die Volkshochschule der AK (VHS) im vergangenen Jahr im Salzkammergut durchgeführt. 2751 Personen nah-men daran insgesamt teil. Das bfi hat in der Region Salzkammergut (Gmun-den, Bad Ischl, Bad Goisern Vöcklabruck und Mondsee) 20 Kurse vorwiegend zur beruflichen Aus und Weiterbildung durchgeführt, insgesamt nahmen 142 Personen daran teil. 22 weitere BFI-Kurse mit insgesamt 1435 Teilnehmern/-innen wurden in Zusammenarbeit mit dem AMS angeboten, um eine Abstim-mung auf die Erfordernisse des regionalen Arbeitsmarktes zu gewährleisten.

Bildungsberatung
Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Weiterbildung gibt es ebenfalls in der AK-Bezirksstelle Gmunden. Unsere persönliche und individuelle Bil-dungsberatung steht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern jeden zwei-ten Mittwoch von 15 bis 17 Uhr nach vorheriger Terminvereinbarung zur Ver-fügung. Im vergangenen Jahr haben 52 Personen dieses Service genutzt, um 16 mehr als im Vorjahr.

AK Gmunden im Internet
Immer mehr Arbeitnehmer/-innen nutzen das weltweite elektronische Netz. Alle 13 Bezirksstellen der AK sind deshalb auch im Internet vertreten. Unter www.arbeiterkammer.com/gmunden ist das gesamte Leistungsangebot der AK Gmunden zu finden. Die Zugriffe auf die AK Bezirkshomepage steigen ständig, auf mehr als 10.000 im Vorjahr.

Seit dem Jahr 2011 verschickt die AK Gmunden auch regelmäßig einen eige-nen Bezirksstellen-Newsletter an Interessenten/-innen. Derzeit haben 114 Personen dieses Service abonniert, ein Zuwachs von 68 Prozent gegenüber 2011.

AK Gmunden – Serviceangebot

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitag: 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr

Beratung in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten
Persönlich: während der Öffnungszeiten.
Um Terminvereinbarung
unter der Telefonnummer 050/6906-4412
wird gebeten. Damit werden
längere Wartezeiten vermieden.
Telefonisch: während der Öffnungszeiten
und am Dienstag bis 19.00 Uhr
unter der Telefonnummer 050/6906-1

Bildungsberatung
Persönlich: jeden zweiten Mittwoch
zwischen 15 und 17 Uhr
nach vorheriger Terminvereinbarung
unter der Telefonnummer 050/6906-4412

Unsere Adresse
Herakhstraße 15, 4810 Gmunden
Tel: 050/6906 - 4412
Fax: 050/6906 - 4499
E-Mail: gmunden@akooe.at
Homepage: www.arbeiterkammer.com/gmunden

Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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