EPU im Vormarsch

SALZKAMMERGUT. „Es sind vor allem drei Gründe, die Menschen bewegen, sich selbständig zu machen: die Möglichkeit, sich die Zeit frei einteilen zu können, der Traum, sich selbst zu verwirklichen und der „Riecher“ für eine Marktchance“, gibt WK-Obmann Martin Ettinger zu verstehen. Dass es immer mehr werden, die die Gelegenheit ergreifen und den Sprung ins Unternehmertum wagen, zeigt ein Blick auf die statistischen Zahlen.

Deutliche Zuwächse in den letzten Jahren

Von den 6.352 WK-Mitgliedern im Bezirk Gmunden sind bereits 58,6% sog. EPU (Ein-Personen-Unternehmen), die vom Strukturwandel in der Wirtschaft zeugen. Dabei handelt es sich um EinzelunternehmerInnen oder GmbH der gewerblichen Wirtschaft ohne unselbständig Beschäftigte. In Zahlen gesprochen sind derzeit 3.725 derartiger Ein-Personen-Unternehmen im Bezirk Gmunden aktiv - eine Zunahme von knapp 30% in den letzten fünf Jahren. Oftmals sind auch die Unzufriedenheit mit dem ehemaligen Arbeitsplatz oder beschränkte berufliche Aufstiegsmöglichkeiten Gründungsmotive. Dass der Arbeitsplatz dann häufig zu Hause ist, wird von vielen Selbständigen geschätzt.

Attraktive Alternative für Frauen

Den größten Anteil an den EPU haben die Personenbetreuer, die vor allem im Pflegebereich tätig sind. Direktvertrieb, persönliche Dienstleister (Humanenergetiker, Berater, Vermieter, …), Kunsthandwerke sowie Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure folgen auf den Plätzen. „Kreativität und Innovationsgeist zeichnen die EPU aus,“ erklärt WK-Bezirksstellenleiter Robert Oberfrank und ergänzt: „Sie reagieren schnell auf Marktveränderungen und ihr Vorteil liegt in spezialisierten Leistungen, die sie erbringen“. Damit wird auch der Wirtschaftsstandort gestärkt. Dass mehr als die Hälfte der Ein-Personen-Unternehmen Frauen sind, zeigt, dass diese Form der Erwerbstätigkeit für viele eine attraktive Alternative zum „klassischen“ Dienstverhältnis ist. Das Durchschnittsalter eines EPU beträgt 46,2 Jahre.

Service-Paket für EPU

„Die WKO hat für diese Zielgruppe ein spezielles Service-Paket geschnürt“, klärt Obmann Ettinger auf. Beim EPU Mentoring Programm erhalten die Einzelkämpfer praktische Unterstützung durch erfahrene Unternehmer. In Kleingruppen mit max. 5 – 6 Personen stellen Mentoren ihr Wissen über einen Zeitraum von einem halben Jahr zur Verfügung. Ein weiteres Service sind kostenlose Webinare, mit denen man sich fortbilden kann. „Auch steht EPU in der Bezirksstelle Gmunden ein voll ausgestatteter Meeting-Raum kostenlos für Kundentreffen und Geschäftsmeetings zur Verfügung“, erwähnt Bezirksstellenleiter Oberfrank.

Mit der Initiative 1 plus 1, einer finanziellen Förderung durch das Wirtschaftsressort des Landes OÖ, sollen EPU motiviert werden, einen ersten Mitarbeiter einzustellen. So werden in den ersten 3 Monaten sowie in den Monaten 10 – 12 eines neu begründeten Beschäftigungsverhältnisses ergänzend das Bruttogehalt in der Höhe von 50% der entstehenden Bruttolohnkosten gefördert.

EPU sind dank WKO nicht alleine

Obwohl in jüngster Vergangenheit etliche Fortschritte in der sozialen Absicherung der EPU erzielt werden konnten, gibt es ein Forderungsprogramm, das Themen wie Büro im Wohnungsverband steuerlich begünstigen, Vorsteuerabzug bei PKW oder Verbesserung der Abschreibungsmöglichkeiten zum Inhalt hat. „Unsere EPU sind zwar Einzelkämpfer, sie werden aber von uns nicht alleine gelassen“, versprechen Martin Ettinger und Robert Oberfrank sich weiterhin besonders für die Anliegen dieser Zielgruppe einzusetzen.

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