Touristisches Projekt ist am Oberfeld in Planung

Am Krippenstein – im Bild die Gjaidbahn – wird bald ein touristisches Projekt entwickelt.

OBERTRAUN, DACHSTEIN (tk). Die niederösterreichische Schweighofer Privatstiftung erwirbt die ehemalige Bundesheerkaserne am Oberfeld – inklusive Seilbahn, Talstation und Berglager Krippenbrunn. Der Kaufpreis soll unter 200.000 Euro liegen.

„Wer will mich?“: Das schien das Motto der Bundesheerkaserne am Oberfeld zu sein. Seit die militärische Nutzung 2009 endete, hatte es so ausgesehen, als ob das Heer auf seiner Liegenschaft sitzen bleiben würde.
Jetzt ist allerdings das Ende der Durststrecke am Dachstein erreicht: Die Schweighofer Privatstiftung aus Niederösterreich, im Besitz des Holzindustriellen Gerald Schweighofer, wird die ehemalige Militäranlage am Oberfeld kaufen.
Der Kaufpreis der 53.408 Quadratmeter großen Liegenschaft am Dachstein soll unter 200.000 Euro liegen. Um 172.000 Euro wurde das Areal in einer öffentlichen Ausschreibung des Bundesheeres angeboten. Der Kaufvertrag zwischen Schweighofer und dem Verteidigungsministerium wird in den nächsten Tagen unterzeichnet. Darin inkludiert sind die Seilbahn Gjaidbahn, die Talanlagen in Obertraun, das Berglager Krippenbrunn und das Unterkunftsgebäude am Oberfeld. Rein preislich also ein Schnäppchen.

Allerdings ist die 1957 errichtete Seilbahn am Ende ihrer technischen Lebensdauer. Dazu heißt es in den Verkaufsunterlagen: „Aus Sicht der Seilbahnbehörde ist ein Abbruch und vollkommener Neubau wahrscheinlich wirtschaftlicher.“ Ein derartiger Neubau würde mit etwa 7,7 Millionen Euro zu Buche
schlagen, schätzt das Bundesheer.

Für ein touristisches Projekt – derzeit wird die Errichtung eines Hotels am Oberfeld kolportiert – wäre ein Seilbahnneubau wahrscheinlich Voraussetzung.
„Wir wollen noch nicht über ungelegte Eier sprechen, aber aufgrund der Widmungen wird es eine touristische Nutzung geben“, skizziert ein Schweighofer-Sprecher die Zukunft der Liegenschaft. Zuvor sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen: Große Teile der Liegenschaft sind Naturschutzgebiet, die Talstation der Gjaidbahn ist denkmalgeschützt und die Benützungsübereinkommen mit den Bundesforsten sind vom Käufer neu zu verhandeln. Zudem ist die restliche Infrastruktur – wie das Unterkunftsgebäude am Oberfeld – schon dementsprechend in die Jahre gekommen.

Mitarbeiter werden übernommen
Die 32 Heeres-Bediensteten, die derzeit noch am Oberfeld Dienst tun, werden vom neuen Eigentümer übernommen. „Auf Leasingbasis werden die Mitarbeiter dem neuen Eigentümer zur Verfügung gestellt. Betreffend ihrer Aufgabe, ihres Gehalts und auch ihrer Arbeitsstätte ändert sich also nicht. Das ist, sozial gesehen, eine gute Lösung“, so das Verteidigungsministerium auf Anfrage der BezirksRundschau.
Auch Bürgermeister Egon Höll ist optimistisch: „Aus Gemeindesicht ist das Projekt sicher zu begrüßen“, so Höll. Nach dem Feriendorf wäre das Dachstein-Projekt das nächste touristische Großprojekt in der Welterbe-Gemeinde.

Nachtrag: Am 3. Februar wurden die Verträge zwischen der niederösterreichischen Schwaighofer Privatstiftung und dem Österreichischen Bundesherr unterzeichnet. Kaufpreis sind 173.000 Euro, inkludiert sind die Seilbahn und die Unterkünfte am Dachstein. „Der Alpinübungsplatz wird vom Bundesheer seit Jahren nicht mehr militärisch genutzt. Im Falle der Einstellung des Betriebes wäre das Bundesheer verpflichtet gewesen, die im Jahr 1957 erbaute Seilbahn samt zugehöriger Infrastruktur auf eigene Kosten abzutragen. Aufgrund der alpinen und exponierten Lage wären damit Kosten in Millionenhöhe verbunden gewesen“, erklärt Ressortsprecher Oberst Michael Bauer. Geplant ist eine touristische Nutzung, der Käufer kann ein Jahr ab Vertragsunterzeichnung vom Kauf zurücktreten. Die 32 Heeres-Bediensteten, die derzeit noch am Oberfeld ihren Dienst verrichten, werden vom neuen Eigentümer auf Leasingbasis übernommen.

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