29.05.2017, 15:06 Uhr

Schloss Cumberland: Neues Buch mit unveröffentlichten Fotos

(Foto: Wolfgang Spitzbart)

Erstmals umfassende Darstellung des Welfen-Schlosses in Gmunden

GMUNDEN. Die Welfen sind Europas ältestes Fürstenhaus – und eng mit der Geschichte Gmundens verbunden. Äußeres Zeichen dieser Verbindung zur Traunseestadt ist in erster Linie das 130 Jahre alte Schloss Cumberland. Der Hannoveraner König Gustav V. ging 1866 nach dem verlorenen Deutschen Krieg ins Exil nach Österreich. Dessen Sohn, Kronprinz Ernst-August II., wollte den nicht aufgegebenen Thronanspruch auf Hannover unterstreichen und errichtete deshalb zum Repräsentieren und zum Empfang ausländischer Staatsgäste das Schloss Cumberland beim Gmundner Krottensee (1882-1886). Der legendäre Welfenschatz, der später in Bausch und Bogen verkauft wurde, war eine Zeit lang im Schloss in Gmunden aufbewahrt.

Nach einer Menge Einzelabhandlungen erschien nun eine erste Gesamtdarstellung zur Geschichte der Welfen am Traunsee und zum Schloss Cumberland. Buchautor Heinz Schießer trug dazu in akribischer Kleinarbeit viele Dokumente und unveröffentlichte Fotos zusammen. Initialzündung dafür war ein Symposium im vergangenen Oktober im Schloss. Große Unterstützung beim Recherchieren hatte Schießer durch „Welfenprinz“ Heinrich Hannover und durch Cumberland-Leiter Herbert Brindl. Herausgekommen ist ein 150 Seiten starkes Buch, das jetzt in Heinrichs „Matrix“-Verlag erschien (ISBN 978-3-946891-02-4). Zurückgreifen konnte Schießer auf ein umfangreiches Bildarchiv des Gmundner Fotografen und Hannoveraner-Hoffotografen Karl Jagerspacher.

Die Hannoveraner waren durch Jahrzehnte ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für Gmunden. Der Hofstaat, der im Schloss Cumberland untergebracht war, hatte über 200 Mitarbeiter. Noch heute sind die „Spuren“ der Hannoveraner in Gmunden zu sehen: der Bau der evangelischen Kirche, die Errichtung des Kinderasyls und die „Entschärfung“ der heutigen Georgstraße wurde vom Fürstengeschlecht unterstützt. 1933 zog der Hofstaat aus Gmunden wieder ab, weil die Hannoveraner einen Prozess gegen den deutschen Staat zur Teilrückgabe ihrer Besitzungen gewannen.

Zur Buchvorstellung konnte Cumberland-Direktor Herbert Brindl auch Bürgermeister Stefan Krapf und Pia Wiesauer von der Labdeskulturdirektion begrüßen.
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