31.01.2018, 20:00 Uhr

Bürgermeister mit digitaler Präsenz

Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf veröffentlicht im Schnitt einmal pro Woche ein Video auf Youtube. (Foto: Screenshot Youtube)

Immer mehr Lokalpolitiker nutzen soziale Medien, um rasch ihre Botschaften zu transportieren.

SALZKAMMERGUT (km). Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf nutzt Facebook und Youtube, um mit den Bürgern "online" in Kontakt zu treten. Seinem Facebook-Account folgen 1.683 User. "Ich poste Eindrücke von Veranstaltungen in Gmunden, politische Botschaften haben hier für mich keinen Platz", erklärt der Stadtchef. Seit eineinhalb Jahren gibt es über Youtube auch wöchentliche Videos, in denen Krapf auf aktuelle Themen eingeht. "Je nach Thema sehen sich zwischen 1.000 und 5.000 Personen diese Videos an. Ich filme hier mit dem Handy, der Stadt entsteht kein zusätzlicher Aufwand und es wird kein Geld für technisches Equipment ausgegeben. Auch bei den Youtube-Videos werden keine politischen Botschaften verbreitet", erklärt Karlheinz Kochem, der für den Internetauftritt der Stadt Gmunden zuständig ist. „Das Konzept, kurze Video-Botschaften an die Bürger zu senden, finde ich interessant“, so Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide. Erste Ideen würde es geben, er wolle das Umfeld und den Drehort dem jeweiligen Beitrag anpassen.


Für alle Generationen

"Diese sozialen Medien werden von allen Generationen genutzt, das sehe ich an den Likes oder Kommentaren. Die meisten Personen kennt man ja. Direkte Anfragen bekomme ich über Facebook kaum, hier setzen die Bürger mehr auf die direkte Ansprache und den persönlichen Kontakt", so Krapf. "Neben den positiven Effekten stehe ich den sozialen Medien aber auch durchaus kritisch gegenüber. Diese Möglichkeiten werden von vielen Menschen mißbraucht. Mir wäre es oft lieber, wenn Beschwerden oder ähnliches in einem persönlichen Gespräch geäußert werden. Über Facebook 'hören' tausende Nicht-Betroffene zu, die dann auch ihre teils nicht qualifizierten Kommentare dazu äußern." Auch für Heide nehmen Soziale Medien an Relevanz immer mehr zu. Mit knapp 4.900 Facebook-Freunden ist es nicht leicht, immer auf dem neusten Stand zu bleiben. „Ich habe leider damit aufhören müssen, jedem Geburtstagskind zu gratulieren. Nicht, weil mir der Ehrentag egal wäre, aber weil die Zeit nicht reicht, ein paar persönliche Worte an die digitale Pinnwand zu schreiben.“


"Oft fehlt die Zeit!"

Heide, der für seine Bürgermeistergespräche bekannt ist, hat ein solches bereits via Facebook abgewickelt. „Da stößt man aber dann doch sehr schnell an seine Grenzen, denn vor allem über Facebook & Co erwarten sich die Leute, dass man innerhalb von Sekunden zurückschreibt“, so der Ischler Ortschef. „Und wenn eine Antwort dann einmal etwas länger auf sich warten lässt, wird gleich nachgefragt, ob denn alles in Ordnung ist.“ Und das, obwohl Heide ohnehin eine sehr schnelle Reaktionszeit in den sozialen Netzwerken hat. Meist dauert es nicht lange, bis eine Anfrage, die auf seiner Seite gelandet ist, beantwortet ist. „Falls ich selbst nicht weiterhelfen kann, informiere ich mich bei der entsprechenden Abteilung oder vermittle.“ Er wünsche sich aber, dass manche sehr persönliche Anliegen nicht öffentlich gepostet werden. Auch andere Ortschefs im Salzkammergut sind auf Facebook aktiv: Elisabeth Feichtinger aus Altmünster hat 3.344 Freunde, Christoph Schragl aus Traunkirchen 3.041 und Egon Höll aus Obertraun 2.649.
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