16.06.2016, 09:30 Uhr

Cockerspaniel Joe fiel Giftköder zum Opfer

Cockerspaniel Joe starb nach qualevollem Kampf an einer Vergiftung. (Foto: Wolfgang Weiss)

Rattengift im Sisi-Park gefunden – die Besitzer des Hundes vermuten Werk eines Hundehassers.

BAD ISCHL. Es hätte ein ganz normaler Abendspaziergang von Eva Weiss und Cockerspaniel Joe werden sollen. So, wie jeden Tag. Doch alles kam anders: Der Vierbeiner stöberte im Gebüsch des Bad Ischler Sisi-Parks einen dort verborgenen Giftköder auf und fraß diesen. Weil es dem Tier rapide schlechter ging, konsultierte Familie Weiss einen Tierarzt, der alles unternahm, um Joes Leben zu retten. Nach mehreren Tagen in Todesqualen musste der Cockerspaniel schließlich eingeschläfert und von seinem Leid erlöst werden. "Die Trauer war natürlich groß", so Herrchen Wolfgang Weiss, "und sie ist es noch immer. Aber das bringt uns Joe auch nicht wieder zurück. Wir hoffen, dass der Schuldige gefunden und zur Rechenschaft gezogen wird." Dazu wurde bei der Polizeiinspektion eine Anzeige erstattet. "Die Ermittlungen laufen, bislang liegt aber noch nichts Konkretes vor", heißt es dort. Der tierärztliche Befund würde zwar besagen, dass Joe an einer Vergiftung starb, jedoch nicht mit 100-prozentiger Sicherheit, dass es Rattengift gewesen sei. Dies soll nun bei einer veterinärmedizinischen Folgeuntersuchung abgeklärt werden. Die Chancen, dass es sich tatsächlich um Rattengift handle, seien aber sehr groß.

Gefahr durch Hundehasser

Bliebe noch zu klären, warum ein Gift-Köder im Sisi-Park ausgelegt wurde. "Dadurch sind ja nicht nur Hunde gefährdet", ärgert sich Bürgermeister Hannes Heide, "sondern auch Menschen." Nicht unweit von der Stelle, an der Joe das Gift gefunden hatte, befindet sich ein Spielplatz, wo tagtäglich viele Kinder spielen. "Nicht auszudenken, was sonst noch alles hätte passieren können", so Eva Weiss. "Wenn sich alle Hundehalter an die Regeln halten würden, hätten Hundehasser viel weniger Angriffsfläche", ergänzt Ehemann Wolfgang. Er spielt damit auf die Leinenpflicht an, die viele Herrchen und Frauchen missachten würden. "So ein Vorfall ist – zumindest in den letzten Jahren – einzigartig", erklärt Walter Hölczli, Berzirkspolizeikommandant. "Giftköder dürfen nicht ohne Genehmigung ausgelegt werden. Hier droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine beträchtliche Geldstrafe."

Freilaufzone im Verzug

Die Hundefreilaufzone in Kaltenbach wäre eine Möglichkeit, Hundebesitzer etwas aus dem Zentrum und den Parks zu locken. "Eigentlich hätte diese schon Ende April fertig sein sollen", erklärt Bürgermeister Heide. "Leider steht die Wasserrechtsbewilligung wegen der Amphibienpopolation noch aus, daher verzögert sich alles auf unbestimmte Zeit." Auch nach der Fertigstellung würden die Ischler Parkanlagen trotzdem für Hunde und deren Besitzer zugänglich bleiben.
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