26.09.2014, 13:13 Uhr

GLAUBENSKULTUR: Gut gebrüllt, Löwe!

Als Kinder hat man uns nicht nur gesund ernährt, sagt Anthony de Mello, sondern man hat uns auch Drogen ins Futter gestreut, und zwar die Droge „Beifall“, die Droge „Erfolg“, die Droge „Bestätigung“, die Drogen „Macht, Ansehen, Prestige“, auch die Drogen „Triumph“ und „Sieg“. Ja, Drogen machen süchtig. Und so sind wir im Laufe unsrer Erziehung süchtig geworden nach Bestätigung, nach Beifall, nach Erfolg, nach Prestige und Ansehen. Werden uns Bestätigung und Beifall entzogen, werden wir schnell unruhig und rudern zurück. Wir wagen nicht wir selbst zu sein.
Durch den Drogenkonsum sind wir kontrollierbar geworden, unsere Mitwelt hat uns in der Hand, weil sie uns konditioniert hat. Auf diese Weise leben wir das Leben der Anderen. Viele unserer Mitmenschen bestätigen natürlich nur das, was sie selbst gut finden und zollen Beifall nur für das, was ihnen dient. Ist es wirklich erstrebenswert, so zu leben? „Auf diese Weise hat man uns zu Affen gemacht; man braucht uns nur in den Schwanz zu kneifen und wir springen“, formuliert Anthony de Mello drastisch.
Bei unserem Gott ist es anders. Er ist der Freie, der auch unsere Freiheit will. Es ist unwichtig, was Menschen von uns halten, was sie über uns denken und sagen. Von den Drogen los zu kommen bedeutet, frei zu werden für das Wesentliche.
Es war einmal ein Löwe, der wuchs in einer Schafherde auf. Die Schafe achteten darauf, dass er blökte wie ein Schaf, fraß wie ein Schaf, sich der Herde anpasste wie alle Schafe. Eines Tages, als die Herde am Rand einer Steppe entlang wanderte, ließ ein mächtiger Löwe sein Gebrüll hören und sprang mitten in die Schafherde. Die Schafe stoben auseinander und liefen weg. Die Überraschung des Steppenlöwen war groß, als er einen Löwen unter den Schafen entdeckte. Er packte ihn und fragte: „Was machst Du hier?“ Er zog ihn fort zum nahen See, stellte ihn ans Ufer und sagte: „Schau selbst!“ Da sah der Löwe, der von sich gedacht hatte, ein Schaf zu sein, zum ersten Mal sein Spiegelbild. Er blickte auf zum Steppenlöwen, dann wieder ins Wasser und ließ anschließend sein mächtiges Löwengebrüll hören. Von nun an war er nie mehr Schaf! (von Unbekannt)
Machen wir uns umgehend frei von den Konditionierungen und Programmierungen durch die Anderen! Unser Leben ist zu wertvoll (und zu kurz), es von unserer Um- und Mitwelt bzw. von Unwesentlichem bestimmen zu lassen. Der Sinn-Weg der Liebe, der Toleranz und Solidarität, der Weg unseres Gottes, wartet!
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