09.10.2016, 18:13 Uhr

GLAUBENSKULTUR: Käfer im Eisbach

Ein Junge geht zur Beichte. „Ich habe Käfer in den Eisbach geworfen.“ – „Das ist keine Sünde“, meint der Pfarrer. Der nächste Junge kommt und sagt: „Herr Pfarrer, ich habe Käfer in den Eisbach geworfen.“ – „Das ist keine Sünde, mein Kind.“ – Als der dritte Junge in den Beichtstuhl kommt, fragt der Pfarrer: „Du hast sicher auch Käfer in den Eisbach geworfen?“ –„Nein, Herr Pfarrer, ich bin Käfer.“
Natürlich lachen bzw. schmunzeln wir über diese humorvolle Wendung. Und Lachen ist gesund! Dennoch: Einen Menschen in den Eisbach zu werfen ist Sünde, ein wehrloses Tier in den Eisbach zu werfen ist keine Sünde?
Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer dazu: „Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ (Röm. 8, 18ff) Er bezieht sich damit auf den Bund, den Gott mit der ganzen Schöpfung schloss: „Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde.“ (Gen. 8ff) Diesem Bund, den Gott mit allen Lebewesen schloss, sind wir verpflichtet, sind wir doch Gottes Hände und Füße in dieser Welt. Gerade die Tatsache von Wehrlosigkeit und Hilflosigkeit von Tieren ist es, die unsere Liebe herausfordern sollte. Gehen wir liebevoll mit allen Käfern um, mit unseren Haustieren und allen Wildtieren. Hege und Pflege schließt den Abschuss von Wildtieren bzw. das Töten von Nutztieren nicht aus. Doch es gilt: Respekt zu haben vor jeder Kreatur, sie gut zu behandeln und ihr nicht unnötig Leiden zuzufügen. Mit dieser Haltung sollten wir unseren Kindern Vorbild sein.
Nehmen wir alles Leben und alle Lebewesen ernst, ja „tierisch ernst“. Der Welttierschutztag am 4. Oktober mag neu Anstoß dazu sein!
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