22.11.2016, 15:00 Uhr

Im Auftrag der "edlen Tropfen"

Hannes Peinsteiner experimentiert gerne mit neuen Geschmacksrichtungen - ehe eine Sorte produziert wird, nutzt er den kleinen Kessel für erste Tests.

Hannes Peinsteiner tüftelt in seinem Keller an neuen Gin- und Likör-Kreationen

ST. WOLFGANG. Techniker, Politiker, Touristiker – und nun auch noch Ginerzeuger. Das Repertoir von Hannes Peinsteiner ist groß, genau so, wie seine Liebe zu den „edlen Tropfen“. Seit kurzem stellt der St. Wolfganger Gin, Liköre und Schnäpse her. Die Arbeit braucht er sich dabei nie mit nach Hause nehmen, immerhin arbeitet er ohnehin von dort aus: In seinem Keller – dort gründete er die See Destillerie – tüftelt Peinsteiner an verschiedensten Geschmacksrichtungen. „Schräg denken“ ist dabei die oberste Prämisse, „denn nur so kommt man auf neue Ideen und Kombinationen“, verrät Peinsteiner. In einem 150 Liter Kessel – ein Unikat, das Peinsteiner gemeinsam mit einem Tiroler Kesselbauer konzipiert hat – entsteht das Aushängeschild der St. Wolfganger Klosterkellerei: Der Wolfgangsee Gin. „Dieser Gin ist besonders feingliedrig und mit speziellen Almkräutern verfeinert“, erklärt Peinsteiner. Als Alternative gibt es noch den etwas intensiveren, mit Zirben kombinierten „Salzkammergut Gin“.

Gin liegt voll im Trend

„Die Gin-Szene ist richtig spannend“, so der St. Wolfganger weiter, „ein Trend, der in England mit der Queen im Jahr 2008 seinen neuerlichen Aufschwung erlebt hat, und über Hamburg schließlich auch zu uns nach Österreich gekommen ist.“ Peinsteiner selbst ist vor nicht allzu langer Zeit auf den Gin gekommen. „Ein guter Bekannter hat mich auf die Idee gebracht. Wenn wir in ein Lokal gegangen sind, haben die meisten von uns Bier getrunken, er aber immer nur Gin Tonic“, erinnert sich Peinsteiner. „Als Grund gab er an, dass man davon einerseits keinen dicken Bauch bekommt und andererseits auch keinen ‚blöden Schädel‘ am nächsten Tag hat.“
Die Gin-Produktion unterliegt strengen Auflagen. Es muss nicht nur gemeldet werden, dass man einen Kessel besitzt, sondern auch wann und wie viel man brennen will. „Das ist im Gesetzestext genau geregelt, aber auch, wie viel Alkoholgehalt ein Gin oder sonstiger Brand haben darf“, so Peinsteiner, der 2015 die Ausbildung zum Edelbrand-Sommelier gemacht hat. Der Weltenbummler ist froh, sich seine Arbeit nun etwas freier einteilen zu können, als früher. „Heute weiß ich relativ genau, wann ich Feierabend haben werde.“ Geplant sind rund zehn Tage im Monat, in denen Peinsteiner im Gin-Keller an bestehenden und neuen Produkten arbeitet. Den Rest der Zeit ist er in ganz Österreich unterwegs, um Ingredienzien für seine Kreationen zu besorgen. „Es ist mir wichtig, alle Zutaten selbst auszusuchen und man kommt bei der Entdeckungstour durch die Märkte auch auf neue Ideen.“ Erstehen kann man die fantasievollen Produkte derzeit exklusiv bei seiner Frau Renate in der St. Wolfganger Klosterkellerei. „Wir sind ein tolles Team“, verrät Peinsteiner, „Renate ist immer die erste Verkosterin – und dann kommt noch das berühmte Tüpfchen am I für die meisten Produkte.“ Ob es einen Online-Shop geben wird, ist derzeit noch offen. „Mit unserem Lebkuchen-Sahne-Likör sind wir auch bestens auf das anstehende Weihnachtsfest vorbereitet“, verrät Peinsteiner, der vor Ideen nur so übersprudeln zu scheint. „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Für 2017 ist ein dritter Gin geplant. Welche Spezialzutat er diesmal verwenden wird, bleibt vorerst ein Geheimnis.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.