21.11.2016, 15:51 Uhr

Laakirchner Wasserläufer hat es geschafft: 900 km quer durch Kambodscha gelaufen

(Foto: Wolfgang Spitzbart)
LAAKIRCHEN, KAMBODSCHA. Ein recht ambitioniertes Projekt hat der Laakirchner „Wasserläufer" Fritz Kieninger (54) erfolgreich beendet: Nach 2013 hat er zum zweiten Mal laufend Kambodscha durchquert, um Geld für sauberes Trinkwasser und Brunnen zu sammeln. Dabei nahm Kieninger größte Strapazen auf sich. 18 Tage lang kämpfte er sich jeden Tag 50 Kilometer weiter, um schließlich nach 900 Kilometern sein Ziel zu erreichen. Was bewegte ihn dazu? „Ich bin nicht nur ein leidenschaftlicher Läufer, sondern mir liegt auch das Wohl der Bevölkerung Kambodschas sehr am Herzen. Deshalb habe ich mit diesem Projekt eine Möglichkeit gefunden, mein sportliches Talent mit dem Bau von Trinkwasserbrunnen und Schulen zu verbinden." Bisher hat Fritz Kieninger mit seinen Aktivitäten, darunter der jährlich stattfindende 5-Brücken-Lauf in Steyrermühl, über 200 Brunnen in Kambodscha finanziert.

"Kann es noch gar nicht realisieren wie ich Strapazen überstanden habe"
Über Facebook hat Fritz Kieninger einen sehr eindrucksvollen Bericht von seinem 900-Kilometer- Lauf übermittelt:
"Nach 18 unglaublich anstrengenden Tagen habe ich mein Ziel erreicht und bin nun am Meer in Sihanoukville. Ich kann es noch gar nicht realisieren, wie ich die Strapazen überstanden habe. Wenn ich meinen Lauf Revue passieren lasse, waren die ersten vier Tage die anstrengensten. Ich hatte von Beginn an mit einer Magen-Darm-Infektion zu kämpfen, die mich Tag für Tag schwächer machte. Doch ich kämpfte mich jeden Tag 50 Kilometer ins Ziel und hatte nie den Gedanken aufzugeben.

Ab der Provinz Mondulkiri, wo die Berge beginnen, hatte ich mich so weit erholt, dass ich sie spielend überqueren konnte. Von nun an lief es hervorragend für mich. Ich hatte an jedem Tag das glückliche Gefühl, dass ich wieder ein Dorf mit einen Trinkwasserbrunnen das leben erleichtere.

Nach 400 Kilometern – also kanpp der Hälfte des Laufes - zeigten sich die ersten Wehwechen an meinen Füßen. Blasen machten sich bemerkbar. Aber ich kämpfte mich weiter quer durch Kambodscha - bei starker Hitze und extremen Straßenverhältnissen. Mein Team versorgte für mich vorbildlich Tag und Nacht. Auch der Schutz durch die kambodschanische Polizei hat auf der ganzen Strecke funktioniert.

Die Schmerzen an meinen Füßen wurden bis zum 15. Lauftag (750 Kilomter) immer unerträglicher, also beschlossen wir gemeinsam, meine Laufschuhe neu zu designen. Wir schnitten die Schuhe vorne und seitlich auf, um mehr Platz für die Füße zu bebekommen. Dadurch wurden die Schmerzen erträglicher und ich konnte dadurch meinen gewohnten Laufstil beibehalten.

Ich wusste, dass die letzten 150 Kilometer, die wieder über die Berge führen, die schwersten sein würden. Als ich merkte das diese Berge für mich doch keine Hindernisse waren, war es ein wunderschönes Gefühl. Die letzte Etappe genoss ich dann genauso wie mein Team. Ich ließ in meinen Gedanken nochmal die 18 Tage vorbeiziehen und wusste, dass ich der erste Mensch bin, der von Vietnam quer durch Kambodscha bis nach Thailand unglaubliche 900 Kilometer zurückgelegt hat. Damit versorge ich jetzt 1000 Kambodschaner nachhaltig mit sauberem Trinkwasser. Ein großes Danke an die Sponsoren und an mein Spitzen-Team ohne dem dieses Projekt nicht realisierbar gewesen wäre."
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