14.11.2017, 09:45 Uhr

Schifffahrt Hemetsberger feiert 50-jähriges Jubiläum

(Foto: Betriebsarchiv Hallstättersee Schifffahrt Hemetsberger GmbH)

Kapitän Severin Schenner lässt die bewegte Geschichte der Hallstättersee-Schifffahrt Revue passieren

HALLSTATT. Im März 1967 wurde bei der behördlichen Überprüfung dem Schiff „RUDOLF“ die Fahrgenehmigung entzogen, im Herbst des selbigen Jahres folgte dieses Schicksal ebenso dem Schiff „STEFANIE (I)“. Damit war der Hallstättersee Schiffahrt unter der Betriebsführung von Karl Eder sen. die Grundlage entzogen. Die langjährige „Sparschiene“ unter dem vormaligen Schifffahrtsunternehmen Kainz hatte nachhaltige negative Auswirkung.

Hallstatt ohne Schifffahrt?

Bereits 1937 erhielt Karl Hemetsberger die Konzession für den Gelegenheitsverkehr mit dem Motorboot „OBERTRAUN-DACHSTEINHÖHLEN“. Als Karlmann Hemetsberger nach Abschluss der Tischler-Meisterschule 1957 in den Betrieb einstieg, wurde das Motorboot „JOCKEY“ gebaut. Als Ersatz für die „Obertraun-Dachsteinhöhlen“ bestellte man 1966 bei der Schiffswerft Linz einen Schiffskörper, welcher in Eigenregie im Winter 1967/67 n der Werkstätte Lahn zu einem 50 Personen Fahrgastschiff ausgebaut wurde. Als die Fertigstellung der „DACHSTEIN“ zügig voranschritt, bot sich für die Firma Hemetsberger eine völlig neue Situation:
Auf Anraten der Schifffahrtsbehörde erfolgte am 14. November 1967 der Verkauf der Hallstättersee Schiffahrt von Karl Eder an die Firma K. u. K. Hemetsberger GbR mit den betriebsfähigen Schiffen „INGE“ und „STEFANIE“.

Fokus auf Linienverbingung

Neben der Bootsvermietung, dem Rundfahrtenverkehr standen nun auch die Sicherstellung der Linienverbindung von Hallstatt zur Bahnstation sowie die Postbeförderung (bis 1995) im Vordergrund. Die Schifffahrt hat dabei Ihren Anteil zur Anbindung der Marktgemeinde Hallstatt zum öffentlichen Verkehrsnetz und als örtlicher Dienstgeber, sowie Auftraggeber an regionale Handwerksbetriebe stets erfüllt.
Unter der Ära von Karlmann Hemetsberger erfolgte im Juni 1968 die Indienstellung der „DACHSTEIN“, der Umbau der „INGE“ zur „KRIPPENSTEIN“ (1970), der Bau und Indienstellung der „HALLSTATT (IV)“ (1973), der Bau und Indienststellung des derzeitigen Linienschiffes „STEFANIE (II)“ (1979) sowie die Beschaffung des Fahrgastschiffes „GOISERN“ (1995). Zu den intervallmäßigen Unterhaltsarbeiten erfolgte laufend die Instandhaltung einer Vielzahl von Steganlagen rund um den See. Die Verkehrsentwicklung auf die Straße, hat sich auch auf die Beförderungszahlen Schifffahrt ausgewirkt, insbesondere in den Wintermonaten. Doch war es stets Hemetsbergers Bemühung den Linienverkehr samt den vier Beschäftigten aufrecht zu erhalten.

2001: Familienbetrieb an nächste Generation übergeben

Dieser Tradition folgend übernahm die Tochter von Friederike und Karlmann Hemetsberger – Karoline – das elterliche Unternehmen im September 2001.
So konnte im Frühjahr 2004 die längere „GOISERN II“ in Betrieb gehen und das Angebot mit Abendfahrten und Winterverkehr erweitert werden. Kurz darauf trat auch Ihr Gatte Ernst Haider in das Unternehmen ein, sodass der Familienverband Hemetsberger gestärkt in eine Zukunft gehen konnte. Nach zweijähriger Projektphase wurde 2015 die „HALLSTATT (V)“ als bisher technisch modernstes Fahrgastschiff auf dem Hallstättersee in Dienst gestellt.
Im Jänner 2016 erfolgte der Verkauf der alten „HALLSTATT (IV)“ nach Heidelberg (via Straßentransport nach Linz und danach auf Donau-Main-Rhein-Neckar), wo es während des Sommers noch als „Hallstatt“ die Werbetrommel rührte.

"Asia-Boom" sorgt für stabiles Niveau

Obwohl sich das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung stark verändert hat, haben sich die Frequenzen des Linienverkehrs dank Asia-Boom auf ein stabiles Niveau eingestellt und entlasten hierbei auch den Ort vorm Verkehrskollaps. Hallstatt-Besucher lieben die Anreise per Bahn und Schiff und sehen Hallstatt von seiner schönsten Seite. Dabei erfährt der Landungsplatz wie anno dazumal Belebung und der Welterbeort Hallstatt eine sichere Existenz. Drei Generationen der Familie Hemetsberger haben die Schifffahrt am Hallstättersee positiv entwickelt und nachhaltig geprägt. Die Sicherstellung der Verkehrsverbindung, eine moderne Schiffsflotte sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen werden auch in Zukunft von Bedeutung sein.
Die Bevölkerung kann Stolz auf ihre Schifffahrt sein – immerhin ist sie das viertälteste Schifffahrtsunternehmen Österreichs – zu der Viele seid Kindheit einen persönlichen Bezug haben.
Der Familie Hemetsberger sei herzlichst zum Jubiläum gratuliert und für die nächsten 50 Jahre "Allzeit Gute Fahrt!" gewünscht.
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