19.03.2018, 08:34 Uhr

Update: BIS-Mobil soll durch Petition gerettet werden

Wenn kein Wunder geschieht, wird das BIS-Mobil ab Mai 2018 eingespart. (Foto: BIS)
EBENSEE. Bereits mehr als 600 Menschen haben seit 14. März die Online–Petition zum Weiterbestand des BIS–Mobil unterzeichnet. Neben der digitalen Unterschrift ist es auch möglich, die Petition mittels Unterschrift auf einer Unterschriftenliste zu unterstützen. Diese Unterschriftenlisten liegen unter anderem auf dem Gemeindeamt (Bürgerservicestelle), im Bildungszentrum Salzkammergut, im SPAR–Markt, im Kino Ebensee und bei den FahrerInnen und Fahrern des BIS–Mobil auf. "Interessant ist auch, warum Menschen dieses Anliegen unterstützen", so Landtagsabgeordnete Sabine Promberger. 75 Prozent geben an, sie unterstützen den Weiterbestand des BIS-Mobil, weil sie entweder jemanden kennen, der selbst betroffen ist, weil sie sich verantwortlich fühlen oder weil sie selber in Zukunft betroffen sein könnten. „Der soziale Zusammenhalt scheint bei uns noch zu funktionieren“, zeigt sich Promberger über die zahlreiche Unterstützung erfreut.

Ursprünglicher Bericht

EBENSEE. Das Sozialprojekt BIS – Mobil, das seit gut einem Jahr Transportdienstleistungen für Ältere und mobilitätseingeschränkte Personen in der südlichen Traunseeregion anbietet, soll mit 30. April 2018 eingestellt werden. Als Grund werden die Sparmaßnahmen der Bundesregierung angegeben.  Das schmerzt in der Salinengemeinde gleich doppelt: Neben den zahlreichen Fahrästen, verlieren auf einen Schlag zwölf kurz vor der Pensionierung stehende Fahrer und Verwaltungskräfte ihre Arbeitsstelle und eine wertvolle, sinnstiftende Aufgabe für die Gesellschaft.

Kürzung bei AMS und Aktion 20.000

„Wir müssen leider bekannt geben, dass BIS Mobil aufgrund von massiven Budgetkürzungen beim AMS und der Sistierung der Aktion 20.000 durch die neue Bundesregierung vor der Einstellung steht. Wir wurden seitens unseres Fördergebers, dem Sozialministerium, mit der Schließung und der damit verbundenen Kündigung der Mitarbeiter des erfolgreichen Projekts beauftragt, “ bedauert Stefan Enter, Geschäftsführer des Bildungszentrum Salzkammergut. Das vom VCÖ erst Ende September 2017 mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnete Projekt verbindet vorbildlich die Themen Arbeitsmarktintegration und soziale Dienstleistung.

10.500 Fahrten seit Jänner 2017

Das BIS Mobil ging mit Jänner 2017 in Betrieb und konnte seither BewohnerInnen der Gemeinden Ebensee, Traunkirchen und Altmünster bei ihren täglichen Fahrten zum Arzt, zur Therapie und zum Einkauf unterstützen. Seit Beginn wurden über 10.500 Fahrten durchgeführt und gerade ältere Personen erhielten wieder ein Stück an Selbstbestimmtheit und Freiheit zurück. Die Einstellung des Betriebs bedeutet für die Kunden einen schmerzhaften Wegfall ihrer Autonomie. So ist in einem konkreten Fall das selbständige Wohnen gefährdet und die Familie muss über eine Unterbringung in einem Seniorenheim nachdenken.
„Wir befinden uns weiterhin in Gesprächen und sind auf der Suche nach einer Lösung, um das BIS – Mobil für alle Beteiligten zu erhalten“, bekräftigt Stefan Enter und weist weiters darauf hin: „Wir sind auf alle Fälle bis 30. April 2018 unterwegs und freuen uns über viele Mitfahrer.“

Sabine Promberger verärgert über "Politik des Kürzens"

„Gerade wenn man weiß, wie schwierig es für ältere Arbeitnehmer ist, einen Job zu finden, und wie schlecht der Ausbau des öffentlichen Verkehrs bei uns ist, dann kann man über die Einstellung der Förderungen nur den Kopf schütteln“, so Labg. Sabine Promberger. "Zahlreiche Gespräche in den letzten Tagen, haben mir gezeigt, wie wichtig dieses Projekt für die Menschen in Ebensee ist. Nutzen doch viele Ebenseerinnen und Ebenseer das Angebot, um die Dinge des täglichen Lebens wieder leichter bewältigen zu können“, so Promberger weiter. "Einer Politik des Kürzens bei jenen, die es am nötigsten haben, sehe ich als Sozialreferentin der Gemeinde mit Sorge entgegen." Gefordert sieht Promberger das Sozialministerium, das durch eine Förderzusage den Weiterbestand des Projektes ermöglichen könnte.

Ebenseer PV Obmann Lidauer kritisiert BIS-Mobil Schließung

"Mobilität ist gerade für ältere Menschen ein Stückchen Lebensqualität", weiß Pensionistenverbandsobmann Franz Lidauer. Besonders betroffen zeigt sich Lidauer daher über das mögliche Aus für das BIS-Mobil. Ältere Menschen wollen selbständig sein, immer die Kinder oder den Nachbarn bemühen zu müssen, um rechtzeitig beim Arzt zu sein, oder den wöchentlichen Einkauf erledigen zu können, ist für viele unserer Mitglieder ein Verlust an Lebensqualität. "Das BIS-Mobil ist daher ein wesentlicher Faktor für mehr Lebensqualität in unserem Ort", so Lidauer weiter. "Mikroverkehrssystem, wie das BIS-Mobil, sind eine wichtige, flexible und nutzerorientierte Alternative in der regionalen Mobilitätsversorgung", ist Franz Lidauer überzeugt und hofft auf ein Einlenken der Sozialministerin.
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