15.10.2014, 20:00 Uhr

Vorchdorf geht in der Bildung neue Wege

(Foto: Gemeinde Vorchdorf)

Mit einem besonderen Partizipationsprozess wird aus einem Schulzentrum ein Bildungscampus.

VORCHDORF. Die Gemeinde Vorchdorf ist ein Pionier in Sachen Bildungsentwicklung. Im Ortszentrum bilden zurzeit die Neue Mittelschule, die Polytechnische Schule, die Volksschule, die Landesmusikschule, das Otelo (offenes Technologielabor) und den Hort ein Ensemble von Gebäuden für rund 550 Schüler und rund 100 Pädagogen.
Die Vorchdorfer Bildungsinstitutionen – Krabbelstube, Kindergarten, alle Schulen, der Hort, Industrie und Gewerbe mit Lehrlingsausbildungen, wie MIBA Sinter Austria, Jugendeinrichtungen und freie Organisationen, wie das Otelo – haben sich auf Initiative der Marktgemeinde im Frühling 2014 zu einem Bildungsnetzwerk zusammengeschlossen. Seit einem halben Jahr wird an einer engeren pädagogischen Vernetzung des Bildungsangebotes in der Gemeinde gearbeitet. Der zukünftige Bildungscampus soll das Herz und Begegnungsort der Bildungslandschaft in Vorchdorf werden.
Auf Basis der pädagogischen Visionen wird seit Anfang dieser Woche gemeinsam mit gegenwärtigen und zukünftigen Nutzern eine räumliche Zukunft erarbeitet. Beauftragt mit dem Beteiligungsverfahren wurde der Schulbauexperte Michael Zinner, der zusammen mit dem Architekturbüro „nonconform architektur vor ort“ die mehrfach preisgekrönten Methoden der „vor ort ideenwerkstatt“ für Schulen entwickelt hat.
Was heißt das konkret: das Team der „vor ort ideenwerkstatt“ hat in der Eingangshalle des Schulzentrums ihr temporäres Ideenbüro aufgeschlagen und arbeitet „live“ für vier Tage. Alle Schulgebäude wurden zum Auftakt mit gelben Ideenbändern gleichsam als Signal in die Gemeindeöffentlichkeit eingewickelt. Lernen darf und soll neu gedacht werden! Gemeinsam mit den Schülern, den Pädagogen, der Schulverwaltung, dem Reinigungspersonal, den Schulwarten, Eltern und Vertretern der weiteren Organisationen und Firmen in Vorchdorf geht es darum, eine maßgeschneiderte räumliche Vision für den zukünftigen Bildungscampus zu erarbeiten. Aus tausenden von Ideen gilt es, realisierbaren Lösungen zu verdichten.
Am Mittwochabend Tages war Bildungslandesrätin Doris Hummer zu Besuch bei der vor „ort ideenwerkstatt“ und war sichtlich beeindruckt von der intensiven Beteiligung und den vielen Ideen: „Lernen funktioniert nur über Beziehungen. Wenn nach der Fertigstellung von Schulbauten die Akzeptanz der NutzerInnen fehlt, ist es eine Fehlinvetition. Deshalb ist mir persönlich die Partizipation bei Schulbau-Projekten so wichtig. Darum fördere ich Pilotprojekte wie jenes hier in Vorchdorf und möchte mich bei der Gemeinde und allen Beteiligten für ihre Offenheit und Mitarbeit bedanken. Ich bin sehr stolz, dass sie den Mut für diesen einzigartigen Prozess aufbringen.“

Bürgermeister Gunter Schimpl betonte: „Im letzten halben Jahr haben sich die Gemeindeverantwortlichen, die Leiter von den Schulen und Bildungseinrichtungen, sowie Vertreter aus der Wirtschaft bereits Gedanken gemacht, wie man das Schul- und Bildungsangebot von Vorchdorf verbinden und ein gemeinsames Zentrum schaffen kann. Und jetzt werden diese Konzepte auch in eine räumliche Lösung übersetzt. Ich spüre bei allen Beteiligten, die sich so intensiv bei der „vor ort ideenwerkstatt“ einbringen, sehr viel Leidenschaft und Energie, über den eigenen Tellerrand zu schauen und offen für Neues zu sein. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis, das wir in der Folge auch umsetzen möchten“.

Michael Zinner & Caren Ohrhallinger, Architekten und Schulbauexperten sowie inhaltliche Leiter der „vor ort ideenwerkstatt“ in Vorchdorf „Wir sind beeindruckt, wie intensiv sich Leute hier in Vorchdorf einbringen. Schon nach den ersten Tagen erkennen wir, wie Kinder und Pädagogen den räumlichen Ist-Zustand dieses Schulzentrums mit seiner weitläufigen Gangstruktur als eine ‚Laufmeter-Katastrophe’ erleben. Genau da setzen wir an und tüfteln gemeinsam an neuen Lösungsansätzen. Ziel ist es, aus diesen für Österreich so typischen Gangschulen einen gemeinsamen Lern- und Lebensort zu machen, der unterschiedlichst belebt werden kann. Der zweite wichtige Punkt ist, hier am Campus ein ‚Herz’ als Zentrum für alle zu schaffen. Es soll zukünftigen einfach Freude bereiten, hier lernen und arbeiten zu können.“
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