23.09.2016, 11:46 Uhr

Gipfelgespräch zur Cross Country Weltcupbewerbung von Obertraun

Andreas Holzinger, Mario Billich, Pamela Binder, Egon Höll vor dem Dachsteinmassiv. (Foto: Karl Posch)

OBERTRAUN. In Obertraun, drehen sich die Mountainbike-Laufräder gerade noch etwas schneller als sonst. Die Region – bereits bekannt als Alpin- und Mountainbike-Destination – hat eine Bewerbung für einen UCI Cross Country Weltcup abgegeben.

Die BSFZ Obertraun Bike Arena, eine 4,6 Kilometer lange Cross Country Strecke auf neuestem internationalen Stand, wird Austragungsort des Weltcups sein. Seit der Fertigstellung 2015 wurden bereits vier internationale Bewerbe umgesetzt und in der rennfreien Zeit ist der Kurs für Trainingsgruppen und die private Nutzung offen.

Gemeinsam den Mountainbike-Sport vorantreiben

Die verantwortlichen Touristiker und Politiker trafen sich kürzlich bei Kaiserwetter, um die Bemühungen voranzutreiben und brachen dabei eine Lanze für den Mountainbike-Sport in der Region. Am Krippenstein hoch über Hallstatt und in Sichtweite des Hohen Dachsteins sprachen Pamela Binder (Geschäftsführerin TVB Dachstein Salzkammergut), Mario Billich (Geschäftsführer Go-Sportconsulting OG, Organisator der Sportbewerbe), Egon Höll (Bürgermeister Obertraun) und Andreas Holzinger (Geschäftsführer Austrian Sports Resorts BSFZ Obertraun) über Authentizität, Wertschöpfung und Lebensqualität.
Man sei stolz auf die Heimat rund um den Hallstättersee. Hier wird aber keine Museumspflege betrieben, sondern es werden die vielen natürlich gegebenen Möglichkeiten ins tägliche Leben eingegliedert. Das Mountainbike ist hier schon seit den 1990ern fixer Bestandteil der Wirtschaftswelt.
„Die Ferienregion Dachstein-Salzkammergut ist nach Linz die zweitstärkste Tourismusdestination in Oberösterreich", erklärt Binder. "Der Radsport ist bei uns seit Jahrzehnten etabliert und auch bei den Einheimischen verwurzelt." Die Region bitet 1.500 Kilometer offene Strecken für Biker, und die Salzkammergut Mountainbike Trophy mit jährlich über 4.500 Teilnehmern feiert nächstes Jahr schon ihr 20-jähriges Bestehen. Die Nische Cross Country und eine Rennstrecke für die Benutzung durch jedermann in diese wachsende Community einzubinden sei nichts anderes als die konsequente Weiterentwicklung im Bereich Mountainbike. „Die Strecke wird bereits fast das ganze Jahr über genutzt und ist eine wunderbare Ergänzung für das BSFZ Obertraun", ist sich Holzinger sicher. Billich ergänzt: "Der Anstoß zur Bike Arena war nicht der Weltcup- oder Eventgedanke, sondern ein Ergänzungsangebot zum bestehenden Tourismus zu schaffen." Und weiter: "Die einmalige Weltcupbewerbung für 2018 ist nicht das Ziel unserer Arbeit, vielmehr wollen wir Obertraun als dauerhafte Station im Kalender etablieren. Und für 2024 ist auch die Weltmeisterschaft durchaus in unserem Blick."

Sonnen- und Schattenseiten des Tourismus

Tourismus kann durchaus ein zweischneidiges Schwert sein, zuletzt erreichte hierorts die Diskussion über das von Asiaten vielbesuchte Hallstatt einen Höhepunkt (die BezirksRundschau hat berichtet). Was die Dachstein-Gemeinden bei allem Gästeansturm aber auszeichnet, sei der intakte Lebensraum und die Verwurzelung der Einheimischen. Tourismus ist hier kein Geschäftsmodell vor einer volkstümlichen Fassade, sondern integrativer Bestandteil des pulsierenden Lebens an den Salzkammergut-Seen.
Höll: "Wir haben das Glück, bei uns enorme Lebensqualität bieten zu können. Daraus entsteht ein geschlossener Kreislauf mit funktionierendem Tourismus, neuen Arbeitsplätzen und in der Folge ein funktionierender Wohnungsmarkt und gute Infrastruktur. Und das wiederum hält die Einheimischen hier in Hauptwohnsitzen. Das gilt übergreifend für alle vier Gemeinden. Gott sei Dank ohne großem Konkurrenzdenken."
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