Buchtipp
"Liebende Augen sehen mehr..." – Erinnerungen einer Raaber Bauerntochter 1921 bis 1966

Die Raaber Bauerntochter Rosina Jackowiak erzählt in ihrer Autobiografie über ihre Leben in der Zeit zwischen 1921 und 1966.
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  • Die Raaber Bauerntochter Rosina Jackowiak erzählt in ihrer Autobiografie über ihre Leben in der Zeit zwischen 1921 und 1966.
  • Foto: Wiener-Jackowiak
  • hochgeladen von Michelle Bichler

Rosina Jackowiak erzählt ihre Lebensgeschichte, die sie in der Gemeinde Raab verbrachte. Sie ist geprägt von Armut, Hunger und harter Arbeit – aber auch von Glücksmomenten.

RAAB, WILHERING. Auf Drängen ihrer Töchter schrieb Rosina Jackowiak ihre Erinnerungen über ihr Leben in der Zeit von 1921 bis 166 in fünf Heften auf. Nach ihrem Tod im Jahr 2016 veröffentlichte ihre jüngste Tochter Roswitha diesen persönlichen Erinnerungsschatz. Er schildert ein Leben in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, in den grausamen Jahren des Zweiten Weltkriegs und erzählt von Schicksalsschlägen, Flüchtlingen, persönlichen Verlusten und von einem entbehrsamen Leben, in dem Lebensmut, Humor und Hoffnung dennoch nie verloren gingen. Im Interview erzählt Roswitha Wiener-Jackowiak von eigenen Erinnerungen, was ihr an ihrer Mutter besonders imponierte und wie der Titel "Liebende Augen sehen mehr ..." entstand.

Sie haben die Lebensgeschichte Ihrer Mutter Rosina Jackowiak als Buch veröffentlicht. Wie geht es Ihnen selbst beim Lesen des Buches?
Wiener-Jakowiak:
 Ich empfinde Bewunderung für Muttis gemeistertes Leben und für ihre Fähigkeit schreiben zu können. Wir haben am PC nur korrigiert, gelöscht und kopiert. Mutti hat es händisch in einem Guss geschrieben. 

Sie lebten mit ihrer Mutter in der Nähe von Raab. Diese schreibt in ihren Erinnerungen über bäuerliche Traditionen, die Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, die Zeit des Zweiten Weltkriegs, schweren Schicksalsschlägen. Woran können Sie selbst sich noch erinnern?
Ich bin erst 1958 als letztes von fünf Kindern geboren. Da ging's schon in allen Bereichen bergauf. Wir hatten kein Auto, sehr lange nicht mal Telefon, aber ich hatte trotzdem oder gerade deshalb eine sehr schöne, behütete und glückliche Kindheit. 

Die Erinnerungen Ihrer Mutter beziehen sich auf die Zeit zwischen 1921 und 1966. Warum wählte sie gerade diese Lebensphase…sie starb ja erst im Februar 2016?
Die Zeit von 1921 bis 1966 war wohl für Mutti die entbehrungsreichsten, erlebnisreichsten und einschneidensten Jahre ihres Lebens. 

Wieso der Titel „Liebende Augen sehen mehr …“
Als letztes Kind hatte ich ein besonders inniges Verhältnis zu meiner Mutti und wenn man jemanden von Herzen gern hat und liebt, sieht man eben auch mehr ...

Haben Sie die Erinnerungen Ihrer Mutter eins zu eins abgedruckt?
Ich habe ein paar Ergänzungen gemacht, zum Beispiel erklärt, was ein Gauleiter oder ein Banater ist.

Was imponiert Ihnen besonders an den Erzählungen Ihrer Mutter?
Das schriftstellerische Talent.

Lebte Ihre Mutter bis zu Ihrem Tod in Raab?
In ihren letzten neun Lebensjahren wohnte Mutti im Seniorenheim in Zell an der Pram, davor in Raab.

Gab's schon mal eine Lesung aus dem Buch ihrer Mutter in Raab?
Meine Schwester Christl und ich haben im April 2019 eine Lesung in Raab abgehalten. Mit 80 Besuchern war sie sehr erfolgreich.

Welches Feedback haben Sie bislang von Lesern erhalten?
Viele Leser haben mir gesagt, dass sie das Buch gar nicht mehr weglegen konnte, als sie es begonnen hatten zu lesen. 

Zum Buch

Titel: "Liebende Augen sehen mehr..."
Autor: Rosina Jackowiak
Buchklappentext: Erzählungen der Bauerntochter Rosina Jackowiak, geb. Mayr, aus Raab im Innviertel. In ihrer Autobiografie schildert sie die bäuerlichen Traditionen, familiären Gepflogenheiten, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der schwierigen 1930er Jahre und die grausame Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie erzählt von prägenden, dramatischen Erlebnissen, Auswanderungsplänen, dem frühen Tod ihres polnischen Ehemannes und von Existenzsorgen mit fünf Kindern. Trotz vieler Schicksalsschläge und schwieriger Lebensumstände – oder gerade deswegen – hat sie nie Lebensmut, Humor und Hoffnung verloren – weil: "ma muaß ois packa wies kimt und darf an Hamur net verliern!"

Autor:

Michelle Bichler aus Schärding

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