Teststraße Schärding
Über 75.000 "Staberl" haben sie ausgewertet

Vier der 70 Mitarbeitern der Schärdinger Teststraße: Karin Kutzenberger, Anna Bruckner, Belinda Laufenböck und Florian Hufnagl.
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  • Vier der 70 Mitarbeitern der Schärdinger Teststraße: Karin Kutzenberger, Anna Bruckner, Belinda Laufenböck und Florian Hufnagl.
  • Foto: Kunde / BRS
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Das Personal an der Schärdinger Corona-Teststraße erlebt auch Kurioses und Witziges im "Testalltag".

SCHÄRDING. Seit 25. Jänner ist die Teststraße in der Cafeteria des Schärdinger Klinikums in Betrieb. Mehr als 75.000 Corona-Schnelltests wurden seitdem hier ausgewertet. Ein Team aus 70 Mitarbeitern – Krankenhauspersonal als auch externe Mitarbeiter – hält den Betrieb sieben Tage die Woche am Laufen. Die Corona-Tests abnehmen darf nur medizinisches Personal. Karin Kutzenberger ist Diplomierte Pflegefachkraft im dritten Stock auf der Aktugeriatrie.

"Es ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten als im Stationsbetrieb. 95 Prozent der Leute sind sehr dankbar, dass es uns gibt." Karin Kutzenberger

Nur dass man für Personen, bei denen der dringende Verdacht auf eine Infektion besteht, nicht die richtige Anlaufstation ist, stößt manchmal auf Unverständnis. Hier muss weiterhin die Gesundheits-Hotline angerufen werden. 500 Tests pro Tag sind aktuell der Durchschnitt. "Das ist nicht stressig, aber man hat die ganze Zeit etwas zu tun", meint Anna Bruckner, die an der Anmeldung sitzt. In Spitzenzeiten war das anders, da bleibt kaum Zeit zu verschnaufen. Maximum waren 912 Testpersonen an einem Tag.

"Wir haben viele Stammkundschaften, die am selben Tag und zur gleichen Uhrzeit kommen", lacht Belinda Laufenböck, die in der Teststraße arbeitet.

Zu den besonderes lieb gewonnenen Stammgästen zählen zum Beispiel ältere Zwillingsdamen. "Sie sind zwar nicht gleich, aber immer aufeinander abgestimmt angezogen", so Kutzenberger. Das Testpublikum ist bunt gemischt: "Es kommen jetzt weniger Ältere, da schon viele geimpft sind. Es wird aber oft nachgefragt, ob sie trotzdem noch testen kommen dürfen", so Florian Hufnagl, Medizinstudent. Dürfen sie natürlich.

Beim Warten aufs Testergebnis eingeschlafen

Immer wieder haben Leute eine kleine Aufmerksamkeit oder einfach nur Lob ("Ihr macht´s das super") im Gepäck. Am Muttertag schenkte eine Schärdinger Blumenhändler allen Damen, die Dienst hatten, Rosen. Immer wieder gibt es auch etwas zu Lachen: "Ein älterer Herr ist mal beim Warten aufs Ergebnis eingeschlafen", so Laufenböck. So mancher ist kurz vor Testabnahme so nervös, dass er das eigene Geburtsdatum oder den Vornamen nich nennen kann. Für reichlich Trubel hat die neue Bezeichnung gesorgt. Statt negativ heißt es jetzt wie in der Laborsprache üblich nicht nachweisbar:

"Es bedeutet das Gleiche, hat die Leute aber völlig verwirrt. In den ersten Tagen stand das Telefon nicht still, weil viele dachte, der Test hat bei ihnen nicht funktioniert." Anna Bruckner

Seit einigen Wochen spüre man einen großen Drang nach Normalität, so Hufnagl:

"Speziell in den Tagen nach der Gatroöffnung kamen alle frisch geduscht, hergerichtet und gut gelaunt, weil sie irgendwo verabredet waren." Florian Hufnagl

Ist ihnen bewusst, dass sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Anteil zur Eindämmung der Pandemie leisten? Darüber denkt man jetzt nicht die ganze Zeit nach. Aber vermutlich ist es eine Zeit, von der man später einmal den Kindern oder Enkelkindern erzählt", meint Hufnagl. Testen soll noch lange kostenlos für alle Menschen zugänglich sein, wünscht sich das Schärdinger Team: 

"Es gibt Leute, die sich aus triftigen Gründen nicht impfen lassen können oder es nicht wollen – auch sie sollen weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben können." Karin Kutzenberger


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