Von Maiwipferl-Sirup bis Harzsalbe: Die Apotheke aus dem Wald

Jetzt ist Maiwipferl-Zeit: Die hellgrünen Triebe von Fichte und Tanne können zu einem Hustensirup verarbeitet werden.
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ST. AEGIDI (ska). Am Freitag, 23. Juni, lädt sie zum Workshop "Wiesen- und Waldapotheke" und erklärt den Teilnehmern etwa, wie Hustensaft oder eine heilkräftige Salbe selbst gemixt werden kann.

Der Wald gibt viel her, sagt Humer-Maierhofer. "Von den Bäumen und Sträuchern werden Knsopen, Blätter und Blüten, Rinden und die wunderbar duftenden und heilsamen Harze verwendet", zählt sie auf. "Auch andere Pflanze, wie Waldmeister, Wald-Engelwurz, Bärlauch oder Sauerklee finden wir im Wald."

Aktuell sei etwa "Maiwipferl-Zeit". Heißt? "Die frischen hellgrünen Triebe von Fichten und Tannen können gemeinsam mit Zucker zu einem Hustensirup verarbeitet werden", erklärt die Expertin. Der ätherischen Öle und Harze helfen ihr zufolge gegen Husten. Und: "Er kann auch zum Süßen von Tee verwendet werden und schmeckt auch auf dem Butterbrot lecker."
Aus Tannen- oder Fichtennadeln kann außerdem Waldsalz hergestellt werden. "Ich nehme es aufgrund der ätherischen Öle gerne für ein Fußbad", sagt die Kräuterkundlerin und fügt hinzu: "Gerade bei beginnender Erkältung oder zur Stimulierung des Immunsystems ein guter Tipp." Der Waldmeister fungiert getrocknet als "Innenfutter" eines beruhigenden Kräuterkissens. Und: Aus der Wurzel des Wald-Egelwurz lässt sich ein Schupfenbalsam herstellen.

Bei Erkältungskrankheiten oder Gliederschmerzen hilft die Harzsalbe – "und zwar aus Harzen, die wir an Fichten finden", erklärt Humer-Mairhofer. Disee haben eine desinfizierende Wirkung. Auch das Lärchenpech eigne sich hierzu hervorragend.

Wohl jetzt schon zu spät, aber ein guter Tipp fürs kommende Jahr ist eine Frühjahrkur dank der Birke: "Im frühen Frühling kann der gesunde Birkensaft gezapft werden – aber nur mit Erlaubnis der Waldbesitzer", erkärt Humer-Maierhofer. Er werde schluckweise getrunken und soll etwa bei Harnblasenentzündungen helfen. Äußerlich angewendet sei der Birkensaft als Haartonikum bekannt.

Aufgepasst bei Bärlauch, Pfaffenhütchen und Riesenbärenklau

Allen, die jetzt mit einem Kräuterkörberl losstürmen möchten, sei gesagt: "Nichts essen, was man nicht kennt. Besser vorher informieren." Denn Humer-Mairhofer hört etwa jedes Jahr von Verwechslungen zwischen Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Die beiden letzteren sind giftig.
Weiterer giftiger Wuchs im Wald ist der Aronstab, die Tollkirsche, das Pfaffenhütchen und die Eibe, die man oft als Zaungehölze bei Häusern sieht. Die Expertin warnt auch vor dem wunderschönen Fingerhut.
Vorsicht ist auch beim Riesenbärenklau – auch Herkulesstaude genannt – angesagt. Diese optisch sehr beeindruckende Riesenpflanze sehe man des öfteren am Waldesrand. Sie anzufassen alleine, sei gefährlich: "Greift man sie an, können die Furocumarine – photosensibilisierende Substanzen – in Verbindung mit Sonnenlicht eine toxische Reaktion auf der Haut auslösen. "Scherzhafter Ausschlag und regelrechte Blasen, die wie Verbrennungen aussehen, sind die Folge", weiß Humer-Maierhofer.

Der Workshop, bei dem die Expertin über diese Dinge aufklärt und zeigt, was der Wald alles zu bieten hat, startet am 23. Juni um 13 Uhr in Eder, St. Aegidi. Alle Infos unter www.wiesewaldundco.at.

Autor:

Kathrin Schwendinger aus Schärding

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