Asyl-Fragen via Facebook: Anschober besucht Andorfer Flüchtlingsklasse

Landesrat Rudi Anschober (hinten Mitte) besuchte die Klasse für Flüchtlingsmädchen an der Fachschule Andorf.
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ANDORF (ska). "Wir sehen uns auf Facebook", sagte der Landesrat zum Abschied. Die 15 Mädchen der Flüchtlingsklasse in Andorf trugen Rudi Anschober ihre sorgfältig vorbereiteten Fragen auf Deutsch oder Englisch vor.

Der Landesrat notierte sich die Probleme und versprach eine Vermittlung an die zuständigen Stellen. Mangels österreichischer Telefone und weil weder der Landesrat noch dessen Assistentin "Whats App"-affin ist, was die Mädchen lachend zur Kenntnis nahmen, muss Facebook als Kommunikationsplattform herhalten.

Der Besuch des Landesrats in der Landwirtschaftlichen Fachschule Andorf fand am Donnerstag, 12. Jänner, statt. Seit September 2016 werden dort 15 junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Irak und aus der Türkei unterrichtet. Ein Jahr dauert dieser Lehrgang. Vorrangiges Ziel ist es, die Deutschkenntnisse der Mädchen zu verbessern. Denn nach positivem Abschluss dieser Klasse sind sie berechtigt, eine Lehre zu beginnen oder eine weiterführende Schule zu besuchen.

An Anschober wandten sich die Schülerinnen mit Fragen zu ihrer beruflichen Zukunft in Österreich. Eines der Mädchen hat in ihrem Heimatland bereits ein Jahr Architektur studiert. Ob sie dieses Studium hier weiterführen könne, war ihre Frage an den Landesrat. Dieser verwies auf die Organisation "Migrare" in Linz, die über die Anrechnung von Studienjahren und die Übersetzung von Zeugnissen Bescheid weiß. Eine andere Schülerin absolviert zur Zeit die Matura auf persisch in Wien. Ihr Traum ist es, Ärztin zu werden. Anschober hält fest: "In Österreich ist es am wichtigsten, seht gut Deutsch zu sprechen und gut ausgebildet zu sein – egal ob Lehre oder Studium. Facharbeiter werden in unserem Land heute dringed gesucht."

Die Aussicht bald einen positiven Asylbescheid zu erhalten, beschäftigt die Mädchen ebenso. Durchschnittlich sei mit einer Wartezeit bis eineinhalb Jahren zu rechnen, sagt Anschober. "Aber die Mitarbeiter in der Asylbehörde wurden aufgestockt. Jetzt müsste es schneller gehen", macht er Hoffnung. Einem Fall, bei der eine Familie auseinander gerissen werden könnte, nimmt er sich persönlich an: Die Schwester eines Flüchtlingsmädchens aus Andorf hat als einzige in ihrer Familie einen positiven Asylbescheid erhalten. Den Regeln zufolge müsse die 13-Jährige nun innerhalb von vier Monaten aus dem Heim in Andorf ausziehen.

Autor:

Kathrin Schwendinger aus Schärding

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