"Auch Umarmung kann Mobbing sein"

Die Sozialpädagogin Iris Lauterbach-Scholz macht deutlich: Bei Mobbing in der Schule ist die ganze Klasse beteiligt.
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SCHÄRDING. "Eins muss uns allen klar sein: Mobbing in der Schule kann jeden treffen. Denn es gibt keinen klassischen Mobbingtyp", beginnt Iris Lauterbach-Scholz von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich den Vortrag in der Stadtbücherei Schärding, zu dem der Elternverein der Volksschule Schärding am 7. Mai 2018 geladen hatte. Und auch jeder Mobbingfall sei anders. Da es einfach sehr viele verschiedene Formen von Gewalt gebe. So könne eine bloße Umarmung für den oder die Betroffene schon ein schlimmes Erlebnis sein, erklärt die Expertin. Etwa wenn ein Mädchen permanent von einem Jungen gedrückt werde, und sie dies aber nicht will. Häufig werde gemobbten oder gehänselten Schülern geraten, die Angriffe zu ignorieren und es sich gefallen zu lassen. "Doch das ist falsch: Keiner hat Mobbing verdient. Und keiner muss es aushalten, wenn jemand etwas tut, das ihm nicht gefällt", betont die Sozialpädagogin.

Wichtig: Stop/Halt sagen!

Es sei deshalb wichtig, dass die Betroffenen ihren Unmut klar kommunizieren. "Stopp oder Halt sagen, und das ganz bestimmt", ist ihr Ratschlag, den sie auch bei Workshops den Schülern immer wieder an die Hand gibt. Und wenn das nicht fruchtet: Hilfe holen. Bei Klassenkameraden oder einem Lehrer. So könne das Entstehen von Mobbing verhindert werden. Denn: "Mobbing entsteht in der Schule oft aus einem ganz konkreten Konflikt heraus und entwickelt sich dann in einer Negativspirale weiter." Dabei sei auch eines wichtig zu wissen: Alle in der Klasse sind daran beteiligt. "Da sind nicht nur die Täter und der Betroffene. Da gibt es auch noch die Zuschauer, die Wegschauer, die die den Tätern assistieren und noch einen oder zwei, die dem Gemobbten helfen wollen – es aber de fakto nicht wirklich tun," erklärt Lauterbach-Scholz. 
Den Eltern rät sie bei Verdachtsfällen Ruhe zu bewahren und den Klassenlehrer zu informieren. Und ihre Kinder entsprechend präventiv zu sensibilisieren. Heißt: Nicht wegschauen, Stopp sagen, Hilfe holen.
Wer sich kostenlos, vertraulich und anonym Hilfe und Informationen in Sachen Mobbing in der Schule holen will, kann dies bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ tun, unter der Tel. 0732/7797 77 oder per Mail an kija@ooe.gv.at

Autor:

Michelle Bichler aus Schärding

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