Klinikum Schärding
"Im Anlassfall ganzes Stockwerk nur für COVID-19-Patienten"

Thomas Diebetsberger und Thomas Meindl besprechen die aktuelle Lage.
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Thomas Diebetsberger, kaufmännischer Direktor, und Primar Dr. Thomas Meindl, ärztlicher Direktor des Klinikums Schärding, berichten im Interview, wie sich das Krankenhaus auf die Behandlung von Corona-Infizierten einstellt.

SCHÄRDING (juk). Tägliche Besprechung des Krisenstabs, eine Hygiene-Schleuse und ein ganzes Stockwerk, das im Notfall für Corona-Patienten frei wäre. 

Welche organisatorischen oder baulichen Maßnahmen hat das Klinikum Schärding bisher angesichts der Corona-Situation getroffen?
Diebetsberger: Am 12. März haben wir aufgrund der aktuellen Lageentwicklung die sogenannte Krankenhaus-Einsatzleitung einberufen. Der Ärztliche Direktor fungiert als Krankenhaus-Einsatzleiter gemäß unseres Alarm- und Einsatzplans. Unsere Einsatzleitung funktioniert nach den Prinzipien der Stabsarbeit,  damit wir auf die aktuellen Entwicklungen optimal reagieren können.

Meindl: Am 13. März haben wir den Haupteingang in das Klinikum Schärding mit einer Schleuse ausgestattet. Alle Personen – mit Ausnahme der Mitarbeiter – müssen seither jedenfalls diese Schleuse passieren, um alle erforderlichen hygienischen Bedingungen zu erfüllen. Im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern, die vor den Eingängen Zelte errichtet haben, haben wir aufgrund der räumlichen Gegebenheiten die Schleuse ins Innere verlegt. Insgesamt gilt ein absolutes Besuchsverbot. Auch das Café im Erdgeschoß wurde geschlossen, um soziale Kontakte zu verringern.

Welche Vorkehrungen trifft das Klinikum für den Fall, dass sich die Fallzahlen erhöhen und mehr Menschen intensivmedizinische Betreuung brauchen?
Meindl: Unser Krisenstab in Form der Krankenhaus-Einsatzleitung tauscht sich jeden Tag aus und beschließt in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden die aktuellen Maßnahmen. Dadurch sind wir gut auf eine eventuelle Versorgung von Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, vorbereitet. Wir haben insbesondere auch unsere Kapazitäten der Intensivstation angepasst, um eine entsprechende Zahl an intensivpflichtigen Patienten adäquat versorgen zu können. Wir haben auch exakte Pläne, die die isolierte Unterbringung von COVID-19-Patienten im Haus gewährleisten. Im Anlassfall werden wir beispielsweise ein ganzes Stockwerk nur für diese Patienten freihalten.

Diebetsberger: Neben der ganzen Corona-Thematik müssen und wollen wir natürlich auch den regulären Betrieb in unserem Klinikum aufrechterhalten. Der Betrieb war ja in den letzten Tagen verhältnismäßig ruhig, weil wir beispielsweise alle elektiven Eingriffe, also planbare und nicht zeitkritische Operationen, abgesetzt haben. Dringende und notwendige Operationen oder Behandlungen werden aber jederzeit durchgeführt. Der gesamte Betrieb läuft derzeit unter sehr strengen hygienischen Richtlinien ab. Im Vergleich zu den sonst ohnehin üblichen Hygieneregeln, haben wir in dieser Corona-Zeit natürlich noch ein Schäuflein draufgelegt.

Wie schützt das Klinikum Schärding seine Mitarbeiter?
Meindl: Wir haben bei uns im Klinikum Schärding derzeit noch absolut ausreichend Schutzausrüstung für unsere Mitarbeiter verfügbar. Wir stimmen uns täglich in der sogenannten „Taskforce“, bei der alle oberösterreichischen Spitäler in einer Videokonferenz zusammengeschaltet sind, über die notwendigen Ressourcen ab. So wird beispielsweise vom Krisenstab des Landes Der Einkauf von weiterer Schutzausrüstungen wie Schutzmasken, Schutzanzüge und so weiter wird beispielsweise vom Krisenstab des Landes koordiniert und vorangetrieben.

Diebetsberger: Es gibt bei uns auch klare Anordnungen, wie zum einen mit sogenannten Verdachtsfällen und auch mit bestätigten Fällen, also Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, umzugehen ist. Wir legen auch besonders Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter laufend über die aktuelle Lage im Haus informiert sind. Dazu gibt es zweimal täglich einen kurzen Lagebericht, der an alle Mitarbeiter im Haus verschickt wird. Somit ist für alle klar, wie die aktuelle Situation ist und es kommt zu keinen Unsicherheiten oder gar Gerüchten.

Haben Sie als Verantwortliche des Klinikums einen Appell an Patienten oder Bürger?
Diebetsberger: Wir möchten uns vor allem bei unserem gesamten Mitarbeiterteam für ihr Engagement und ihren verantwortungsvollen Umgang mit der doch sehr ungewohnten Situation bedanken. Wir wollen jedenfalls in diesen Tagen beweisen, dass wir für die Region ein verlässlicher Partner sind.

Meindl: Wir appellieren eindringlich an die Bevölkerung, sich unbedingt an die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen zu halten und diese ernst zu nehmen. Wir sehen leider an den Zahlen, die wir aus Italien oder Spanien gemeldet bekommen, dass der Verlauf der ganzen Corona-Krise sehr dramatisch sein kann. Mit dem Vorgehen, welches wir in Österreich praktizieren, soll eine derartige Eskalation verhindert werden.

Autor:

Judith Kunde aus Schärding

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