Illegal
Immer mehr entsorgen ihren Müll in Schärdinger Wäldern

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Illegale Mülldeponien in Schärdinger Wäldern nehmen zu. Von Umweltsündern fehlt meist jede Spur. 

BEZIRK SCHÄRDING (ebd, bich). Auf Facebook machen viele Schärdinger ihrem Unmut Luft und posten Fotos von weggeworfenen Müllsäcken auf Wiesen und Wäldern. Wie etwa die Taufkirchnerin Carina Wiesner, die erst kürzlich eine Anzeige bei der Polizei erstattet hat. "Immer wieder finden meine Tochter und ich bei unseren Spaziergängen im Waldstück Steinbach in der Gemeinde St. Florian am Inn Müllsäcke im Wald. Darüber ärgere ich mich jedes Mal. Und das letzte Mal waren es so viele, da dachte ich: Jetzt ist es genug", erzählt sie der BezirksRundschau. Kein Einzelfall, wie Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn weiß: "Zwar ist die Müllentsorgung in der freien Natur in den letzten Jahren besser geworden, aber Einzelfälle von illegaler Müllentsorgung finden im ganzen Bezirk nach wie vor statt. Eine Häufung ist an stark frequentierten Verkehrsverbindungen feststellbar", erläutert der Polizeichef. Nachsatz: "Beim Müll handelt es sich  in erster Linie um Sachen, welcher der Besitzer in den Altstoffsammelzentren überwiegend kostenlos hätte entsorgen können. Ein wesentliches Problem stellt nach wie vor das Entsorgen von Essensverpackungsmüll aus dem fahrenden Fahrzeug dar." 

111 Millionen Euro Schaden

Das Problem kennt auch der Bezirks- und Landesabfallverbands-Vorsitzender Roland Wohlmuth. "Das sogenannte Littering – also das achtlose Wegwerfen von Abfällen an öffentlichen Plätzen sowie Straßen, Wäldern und Wiesen – ist sehr wohl ein Problem. Wie er zur BezirksRundschau sagt, verursache laut aktueller Studie der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, deren Vizepräsident Wohlmuth ist, kostet die Landschaftsverschmutzung dem Steuerzahler österreichweit rund 111 Millionen Euro. "Herunter gerechnet bedeutet das, dass jedes einzelne  von der Straßenmeisterei oder in Form von Flurreinigungsaktionen eingesammelte Stück 55 Cent kostet. Das ist ein Wahnsinn."

Pfand auf PET und Dosen

Wohlmuth bringt deshalb nach deutschem Vorbild einen Pfand auf Dosen und PET-Flaschen ins Spiel. Ebenso könnte er sich vorstellen, dass Gemeinden von Verpackungs-Unternehmen künftig Geld für die Entsorgung erhalten. Das Littering-Problem ist aktuell auch im Landtag sowie auf Bundesebene ein großes Thema", weiß Wohlmuth. "Aktuell eruiert etwa das Umweltministerium in Wien mittels einer Studie, inwieweit ein Pfandsystem Sinn macht. Ergebnisse erwarte ich mir hier bis spätestens Ende des Jahres." Für Wohlmuth ist klar, dass die diversen Flurreinigungsaktion auf Gemeindeebene unabdingbar sind. "Um der Landschaftsverschmutzung aber Herr zu werden, bedarf es in Zukunft aber eben auch einer parallelen Strategien."

Autor:

Michelle Bichler aus Schärding

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