Nachmittagsbetreuung: Viele Eltern haben Kinder abgemeldet

Schärdinger Kindergarten: die Auswirkungen sind vorerst noch gering – die Anmeldungen starten Mitte März.
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  • Foto: Stadtgemeinde Schärding
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BEZIRK (ebd, ska, bich). Fast halbiert hat sich die Zahl der Nachmittags-Kinder in St. Marienkirchen – von 25 auf 15. "Von den Eltern hieß es zuerst: Wir brauchen den Platz unbedingt. Als er dann kostenpflichtig wurde, meldeten sie ihre Kinder ab", berichtet Leiterin Ulrike Praschl. Ob dieser Rückgang auch personelle Konsequenzen nach sich zieht, wird eine Sitzung zeigen. Praschl gibt sich dennoch pragmatisch: "Ich seh's neutral. Die Nachmittagsbetreuung ist uns ja geblieben. Jetzt kostet sie halt was." In Brunnenthal hat sich die Zahl von 25 auf 18 Kinder verringert, wie Bürgermeister Roland Wohlmuth weiß. In Eggerding wurden laut Ortschef und Gemeindebundpräsident Hans Hingsamer vier der 14 Kinder abgemeldet. "Das war in einer Erstreaktion. Inzwischen haben Eltern wieder zwei Kinder nachgemeldet."

Andorf verliert eine Gruppe

In Andorf hat sich die Zahl der Kinder in der Nachmittagsbetreuung fast halbiert. "Vorher hatten wir zwei Gruppen, jetzt bringen wir nur eine zusammen", berichtet Bürgermeister Peter Pichler. Obwohl die Eltern nun zahlen, kommen auf die Gemeinde Mehrkosten von 20.000 Euro zu. Warum? "Weil die Förderungen enorm gekürzt wurden. Der Wegfall der zweiten Gruppe wirkt sich auch auf das Kindergarten-Personal aus: Wir haben 20 Stunden verloren", sagt Pichler. "Weil eine Mitarbeiterin in Pension ging, konnten wir das zwar etwas kompensieren, aber es sind immer noch für zwei Betreuerinnen je sechs Stunden weniger pro Woche."

"Weil eine Mitarbeiterin in Pension ging, konnten wir das zwar etwas kompensieren, aber es sind immer noch für zwei Betreuerinnen je sechs Stunden weniger pro Woche."

Veränderungen gab's auch im Kindergarten in Kopfing, wie Leiterin Bianca Eder sagt: "Statt Pädagoginnen arbeiten an manchen Tagen Helferinnen, da sich ein paar Kinder – allerdings nicht sehr viele – abgemeldet haben. Die Öffnungszeiten mussten nicht verändert werden. Dadurch, dass es ja ab einem Zweitagestarif losgeht, haben sich manche Kinder auch für einen zweiten Nachmittag angemeldet – es gleicht sich also halbwegs aus." Es finden sich aber auch Kindergärten, bei denen die Zahlungspflicht wenig Auswirkungen zeigt – wie in Schärding, Raab oder Schardenberg.

Auswirkungen geringer

"Es gab bis jetzt nur ganz wenige Abmeldungen. Darüber sind wir froh, denn seit September 2017 führen wir erstmals zwei statt bisher nur eine Nachmittagsgruppe. Im Schnitt betreuen wir aktuell zwischen 30 und 35 Kinder. Hätte sich die Zahl reduziert, hätte ich beim Personal wieder Stunden kürzen müssen", berichtet Schärdings Kindergartenleiterin Johanna Reisecker. Dennoch sei die Verunsicherung bei den Eltern zu spüren gewesen.

Es normalisiert sich allmählich

"Die Anmeldungen fürs neue Jahr starten in Schärding Mitte März. Hier wird sich zeigen, ob es längerfristig doch Konsequenzen gibt." Auch in Raab halten sich die Abmeldungen in Grenzen. "Bei uns besuchen zwischen 11 und 15 Kinder die Nachmittagsbetreuung. Abgemeldet wurden zwei. Sonst haben einige Eltern die Betreuungszeiten von 13.30 Uhr auf 13 Uhr reduziert, denn kostenpflichtig wird's ja erst ab 13 Uhr", so Kindergartenchefin Isolde Briglauer. In Schardenberg seien zwar zehn Kinder aus der Nachmittagsbetreuung genommen worden, im Gegenzug habe es sechs Neuanmeldungen gegeben. "Deshalb bleiben wir bei drei Nachmittagen", so Leiterin Rosa Hofmann. Wie Hingsamer weiß, werden alle Nachmittagsbetreuungen weitergeführt. "Die Abmeldezahlen sind geringer als bisher kolportiert. Es normalisiert sich."

Zur Sache

Die Marktgemeinde Andorf hat mit ihrer Entschädigungsmaßnahme einen Nerv getroffen: "Ab 13 Uhr ist zu zahlen. Was ist aber, wenn die Eltern ihre Kinder erst um 13.30 Uhr abholen können?", schildert Bürgermeister Peter Pichler. Deshalb zahlen Eltern in Andorf für eine Betreuung bis 13.45 Uhr anstatt des vollen Betrags 10,50 Euro pro Monat. "Das wird von vielen angenommen", berichtet der Bürgermeister. "16 Kinder bleiben bis 13.45, zehn dann noch bis 16 Uhr."
Seitens der Stadtgemeinde Schärding heißt es, dass eine Rückerstattung der Elternbeiträge für die Nachmittagsbetreuung – wie es die Stadt Ried etwa handhabt – nicht in Erwägung gezogen wird. "Jedoch kommt der rechtliche Abschlag für Geschwisterkinder des Öfteren zu tragen", informiert Amtleiterin Rosemarie Kaufmann.

 

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