Auf Kurzstrecken
"Taufkirchen Mobil" ist flott unterwegs

Wolfgang Schlick, Hauptorganisator der Fahrdienste, mit dem Taufkirchen Mobil.
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  • Wolfgang Schlick, Hauptorganisator der Fahrdienste, mit dem Taufkirchen Mobil.
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Seit 1. August ist das Taufkirchen Mobil unterwegs. Das E-Auto transportiert Taufkirchner auf Kurzstrecken von A nach B. Schon jetzt hat der dazugehörige Verein 116 Mitglieder.

TAUFKIRCHEN/PRAM (juk). Damit wurden die Erwartungen bei weitem übertroffen. Sowohl Fahrer als auch Taufkirchner, die den Dienst nutzen wollen, müssen dem Verein beitreten und einen monatlichen Mitgliedsbeitrag leisten. Einzelpersonen zahlen 7 Euro pro Monat, es gibt auch Familienmitgliedschaften. Für den Fahrdienst selbst fallen dann jedoch keine weiteren Kosten an. Das Team aus ehrenamtlichen Fahrern besteht derzeit aus 34 Personen – ihnen wird pro Dienst ein Monatsbeitrag rückerstattet. Der Service funktioniert folgendermaßen: Fahrer holen sich morgens das E-Auto ab. Ebenso das Handy, über das die Fahrten gebucht werden, und ein Tablet, mit dessen Hilfe ein digitales Fahrtenbuch geführt wird. "Das Auto befindet sich dann den ganzen Tag in der Obhut des Fahrers", erklärt Bürgermeister Paul Freund, der auch Obmann von Taufkirchen Mobil ist. Der Fahrer darf mit dem E-Auto auch private Fahrten erledigen. Anfragen für Fahrten können bis zu 14 Tage im Voraus gestellt werden, jedoch mindestens eine Stunde vor Abfahrt. Der Service steht von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr zur Verfügung.

Manche haben schon das eigene Auto verkauft

"Der Grund, warum man gefahren werden möchte, ist egal. Friseur, Einkaufen, zum Wirt oder zu einem Verein oder weil man jemanden besucht", erklärt Wolfgang Schlick, Hauptorganisator der Fahrdienste. Im Gemeindegebiet Taufkirchen werden alle Ziele angenommen. Auch zu den Krankenhäusern Schärding und Ried kann man sich bringen lassen. Für Krankentransporte ist das Taufkirchen Mobil jedoch nicht zuständig. Hier müssen weiter Transportscheine oder das Rote Kreuz in Anspruch genommen werden, betonen Schlick und Freund. Auch soziale Einrichtungen, Fachärzte und Pflegeheime im Bezirk werden angefahren, zum Beispiel wenn der Partner dort untergebracht ist. "Wir haben bisher in zweieinhalb Monaten 320 Fahrgäste transportiert und sind 3.100 Kilometer gefahren", so Schlick. Vor Einführung hat Bürgermeister Paul mit Taufkirchens Taxiunternehmen Piffer das Gespräch gesucht. "Wir wollen nicht mit Taxiunternehmen konkurrieren. Jedoch sind viele der Strecken ohnehin so kurz, dass sie für Taxis nicht rentabel wären." Genutzt wird der ehrenamtliche Dienst derzeit zum größten Teil von älteren Leuten: "Mir haben schon zwei Gemeindebürger persönlich gesagt, dass das Taufkirchen Mobil der Ausschlag war, ihr Auto zu verkaufen, da sie ohnehin schon unsicher waren mit dem Fahren", so der Bürgermeister stolz.



Zur Sache:
Die Vorbereitungen für das Projekt liefen fast drei Jahre, ein halbes Jahr intensiv. Modell stand die Gemeinde Eichgraben in Niederösterreich. Taufkirchen war bereits die fünfzigste Gemeinde, die sich dort beraten hat lassen. Die ersten drei Jahre förderte der Bund das Taufkirchen Mobil mit 50 Prozent. Taufkirchens Bürgermeister Paul Freund könnte sich für die Zukunft auch einen Ausbau in Richtung Car Sharing vorstellen, damit weniger Zweitautos gebraucht werden. Seit 2000 hat sich in Oberösterreich die Zahl der Zweitautos verdoppelt. 336.000 Zweit- oder Drittautos werden pro Tag nur eine halbe Stunde gebraucht.
Die Leader Region Sauwald-Pramtal befindet sich in der Planungsphase für ein Mikroprojekt für öffentlichen Nahverkehr. Mit Anrufsammeltaxis von regionalen Fahrdiensten soll der Nahverkehr ergänzt werden.

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