BezirksRundschau Christkind
Tochter telefoniert mit dem toten Papa

Elisabeth Zachbauer mit ihren beiden Kindern Miriam (2,5) und Elias (4). Gemeinsam versuchen sie die Tragödie zu meistern.
  • Elisabeth Zachbauer mit ihren beiden Kindern Miriam (2,5) und Elias (4). Gemeinsam versuchen sie die Tragödie zu meistern.
  • Foto: Ebner
  • hochgeladen von David Ebner

Am 10. Juli verunglückt Christoph Zachbauer tödlich – für die Familie bricht eine Welt zusammen.

ENZENKIRCHEN (ebd). Der 35-Jährige gerät mit einem Betonmischwagen in eine Starkstromleitung. Dabei erleidet er lebensgefährliche Verletzungen, denen er schließlich im Klinikum Passau erliegt. Seine Gattin Elisabeth erfährt von der Polizei davon. "Die Polizisten, die zu uns gekommen sind, haben zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht gewusst, ob Christoph noch am Leben ist. Sie haben gemeint, ich soll im Krankenhaus anrufen. Da hab' ich es dann erfahren", erzählt sie. Über das Geschehene zu reden, fällt ihr immer noch sehr schwer. Damit umzugehen noch viel schwerer. Doch sie will stark sein – für ihre beiden Kinder Elias (4) und Miriam (2,5). Wie es in ihr drinnen aussieht? "Das kann sich kein Mensch vorstellen, der das nicht selbst miterlebt hat. Von einem Moment auf den anderen wurde mir, abgesehen von meinen Kindern, das Liebste im Leben genommen. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Man fühlt sich wie eine leere Hülle. Hätte ich meine Familie nicht gehabt, hätte ich das nicht überstanden." Drei Wochen nach dem Ableben ihres Mannes schlägt das Schicksal erneut erbarmungslos zu. Elisabeth erleidet einen Schlaganfall. Was folgt, ist ein zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt. Sie hat Glück im Unglück und trägt keine bleibende Schäden davon. Für die beiden Kinder ist die plötzliche Abwesenheit ihrer Mutter dennoch eine Katastrophe. Zuerst der Papa nicht mehr da und auf einmal auch die Mama weg. Doch die Familie hält zusammen. Meistert gemeinsam auch diese schwierigen Tage.

Telefonieren mit Papa

Und wie gehen die Kinder mit dem Ganzen um? "Elias war die erste Zeit sehr aufmerksamkeitsbedürftig. Er hat sehr vieles hinterfragt. Er war auch ein totaler Papa-Bub. Für Miriam ist es so, als wenn ihr Papa noch da wäre. Sie geht oft in den Vorraum hinaus, schiebt sich einen Sessel zum Telefon und telefoniert mit ihm. Wenn sie mir dann den Hörer gibt, ist natürlich niemand dran", sagt sie. Wichtig sei es ihr, die Erinnerung an Christoph hoch zu halten. "Es vergeht kein Tag, an dem ich meinen Kindern nicht von ihrem Papa erzähle. Ich will nicht, dass sie ihn vergessen." Elisabeths Stimme bricht. Tränen schießen ihr in die Augen. Ihre Tochter sieht sie verunsichert an, versteht nicht, warum ihre Mutter plötzlich zu weinen beginnt. Als Elisabeth sich wieder gefangen hat, meint sie: "Das Ganze fällt mir halt manchmal irrsinnig schwer. Es gab Tage, da hab ich nicht gewusst, wie ich die überhaupt überstehen soll."

Haus voller Erinnerungen

Kein Wunder, war Christoph die Liebe ihres Lebens. Seit 16 Jahren zusammen, seit zehn Jahren verheiratet. 2009 der gemeinsame Hausbau. Die finanzielle Situation seit dem Tod ihres Gatten angespannt. Derzeit ist sie arbeitsunfähig. "Irgendwann will ich wieder ein paar Stunden arbeiten gehen. Aktuell geht das gesundheitlich leider nicht." Dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als eine gesicherte Zukunft für ihre Kinder – und dass sie das Haus behalten kann. "Das Haus hergeben wäre für mich und die Kinder das Schlimmste, weil wir alles hergeben müssten, was uns an Christoph erinnert." Dankbar sei sie für die Hilfsbereitschaft, die ihr bisher widerfahren ist. "Ich hätte nie gedacht, dass die Hilfsbereitschaft so groß ist. Auch von Menschen, die ich gar nicht kenne. Dafür möchte ich mich auf diesem Weg bedanken." Auf die Frage, ob sie einen Wunsch habe, meint sie: "Ja, dass Christoph wieder zurückkommt, dafür würde ich außer meinen Kindern alles geben …"

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