Interview mit Doris Vitale
"Waizenauer unterstützt bei Familienführung"

Doris Vitale ist zusammen mit ihrem Mann Silvio Vitale Geschäftsführerin des Taufkirchner Bauunternehmens Waizenauer.
  • Doris Vitale ist zusammen mit ihrem Mann Silvio Vitale Geschäftsführerin des Taufkirchner Bauunternehmens Waizenauer.
  • Foto: J. Schlosser
  • hochgeladen von Michelle Bichler

Das Bauunternehmen Waizenauer unterstützt seine Mitarbeiter in Sachen Familienführung in vielfältiger Weise. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, heißt es aus der Geschäftsführung.

TAUFKIRCHEN AN DER PRAM. Waizenauer-Geschäftsführerin Doris Vitale, selbst dreifache Mutter, erzählt im Interview wie sie den Spagat zwischen Karriere und Familie geschafft hat, was das Familienunternehmen seinen Mitarbeitern bietet und wo sich gesellschaftlich etwas in die falsche Richtung entwickelt.

Ist es als Frau nach wie vor schwer, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?
Ich finde schon, dass das vielfach nicht so leicht ist. Es braucht Rückhalt von vielen Seiten. Doch meiner Meinung nach geht es generell in eine falsche Richtung.

Wie meinen Sie das?
Bei jungen Müttern steht häufig die Karriere vor der Familie. Das lässt sich mit meiner sozialen Einstellung nicht vereinbaren. Bei mir hatte die Familie immer Vorrang, und hat sie heute noch. Schließlich sind wir als Frauen geboren und müssen folglich auch mal die Rolle als Mutter eine Weile ausüben. Das ist so vorgesehen.

Wie schafften Sie den Spagat zwischen Karriere und Familie?
Ich hatte meine Familie, allen voran meinen Mann, als Rückhalt. Bei meinem ersten Kind war ich ein Jahr daheim und habe danach Teilzeit und stundenweise gearbeitet. Vor allem Tätigkeiten, die zeitlich aufschiebbar waren. So ging ich etwa in die Firma, wenn mein Mann daheim bei den Kindern war. Oder auch mal am Samstag. Deine eigenen Bedürfnisse musst du in dieser Zeit zurückstecken. Aber es geht. 

Inwieweit kann ein Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen?
Sehr stark. Ich verspreche etwa unseren weiblichen Mitarbeitern zu 1000 Prozent, dass sie nach der Babypause wieder zurückkommen können. Mir ist es wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter Zeit für ihre Kinder und Familien nehmen. Bei gutem Einvernehmen zwischen beiden Seiten findet man, wenn sie zurückkommen, immer eine Lösung. Wir sehen uns das Zeitbudget an, das sie haben, und dann schauen wir, welche Tätigkeit sich dafür eignet. Eine Mitarbeiterin von uns ist etwa jetzt schon in der 4. Abteilung tätig, weil sich ihre Familiensituation, nachdem sie Mutter geworden war, immer wieder verändert hat. Auch einige männliche Mitarbeiter sind bei uns schon in Karenz gegangen. Das ist okay.

Waizenauer erhielt 2017 den Innviertler-Preis als "familienfreundlichstes Unternehmen". Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?
Bei uns gibt es, obwohl wir ein Saison-Betrieb sind, keinen Betriebsurlaub. Unsere Mitarbeiter können sich ihren Urlaub also aussuchen. Das wird sehr geschätzt. Dann haben wir immer ein offenes Ohr für unsere Mitarbeiter. Sie können jederzeit mit ihren Anliegen und Problemen zu uns kommen. Schon seit ein paar Jahren stehen jedem Mitarbeiter fünf Einheiten pro Jahr mit unseren Personalcoach Richard Schneebauer zu, die trotz anfänglicher Skepsis gut angenommen werden. Außerdem haben wir eine Kooperation mit einer Versicherung, die einen Gruppenrabatt für Familien gewährt. Darüber hinaus gibt's Mitarbeiterfeste, bei denen auch deren Familien eingeladen sind.

Wieso ist Ihnen das wichtig?
Arbeit ist ein großes Teil des Lebens. Und wenn ich unsere Mitarbeiter in ihrer Persönlichkeit und ihrer Familienführung unterstütze, dann sind sie zufriedener. Das kommt dann dem Unternehmen zu gute, denn zufriedenere Mitarbeiter mit einer soliden Basis im Leben bringen mehr Leistung.

Welches Feedback bekommen Sie von Ihren Mitarbeitern?
Ein sehr gutes. Sie schätzen die offene Gesprächshaltung in allen Belangen und das selbstständige Arbeiten, dass wir ihnen zugestehen.

Wie wirken sich die gesetzten Maßnahmen auf das Unternehmen aus?
Bei uns herrscht ein gutes Betriebsklima und die Mitarbeiter bleiben häufig lange im Unternehmen. Fast alle unsere Lehrlinge bleiben in der Firma. Langjährig erfahrene Mitarbeiter bringen ein hohes Leistungsniveau. Eine Win-Win-Situation für alle.

Sind in nächster Zukunft noch weitere Angebote für die Mitarbeiter geplant?
Wir sind gerade dabei uns als Marke am Arbeitsmarkt zu definieren – auch zur Mitarbeitergewinnung. Das ist notwendig, denn Facharbeiter sind immer gefragt. Außerdem darfst du nie stehen bleiben und musst dich immer weiterentwickeln.

Eine steuerliche Möglichkeit um das finanzielle Ungleichgewicht während Karenzzeiten auszugleichen ist das sogenannte Pensionssplitting – hier lesen Sie mehr zum Pensionssplitting – Pensionssplitting.


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