"Werden als politische Kraft Druck ausüben"

Strassl fordert Ausbau des Pflegeheims in Zell/Pram.
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BEZIRK. Im Interview spricht der Bezirksobmann des Seniorenbundes, Otto Strassl, über gewaltige Herausforderungen, neue Wohnformen und warum er den Ausbau des Pflegeheims in Zell/Pram fordert.

Welche Herausforderungen sehen Sie in Zukunft auf den Seniorenbund zukommen?
Strassl: Da die Zahl der über 60-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten massiv ansteigt wird, wird die Betreuung und Vertretung der Generation 60 Plus auch für uns im Seniorenbund eine noch größere Herausforderung. Entgegen der derzeit vorherrschenden Meinung bin ich der Ansicht, dass aufgrund des jährlichen Anstiegs des durchschnittlichen Lebensalters, nach Errichtung des neuen Pflegeheimes in Schärding das Pflegeheim Zell an der Pram vergrößert werden sollte.

Das Alter gestalten ist eine Zukunftsaufgabe für Vereine, Familien und Gemeinden – was muss hier passieren?
Bei uns sind Menschen im Alter von 55 bis 99 Lebensjahren in 29 Ortsgruppen organisiert. Wir sind auch deren politische Vertretung in den diversen Gremien. Der Aufgabenbereich des Seniorenbundes erstreckt sich auf viele Bereiche: Bildung, Geselligkeit, Reisen, Vorträgen, Sportveranstaltungen und Kultur. Wir bieten jetzt und in Zukunft noch verstärkt Bildung in Zusammenarbeit mit dem WIFI an – etwa EDV-Ausbildung, Englisch- und Spanischkurse, Yoga, Fotoseminare, Kochen und Ernährung, Kreatives oder einen Kurs für Kinderbetreuung.

An welchen Schrauben muss künftig gedreht werden, um die Herausforderung der immer älter werdenden Bevölkerung meistern zu können?

Im Bezirk Schärding werden noch über 80 Prozent aller Pflegegeldbezieher zu Hause gepflegt. Offenbar funktioniert bei uns der Zusammenhalt in den Familien noch besser als im großstädtischen Bereich. Dies ist auch dem großartigen Funktionieren der Hauskrankenpflege im Bezirk und der Essensversorgung durch Essen auf Rädern zu verdanken. Viele Mitglieder des Seniorenbundes sind auch hier aktiv tätig. Aber auch in unserem Bezirk gibt es jetzt neu, Wartelisten für einen Pflegeheim-Platz.

Was sagen Sie als Seniorenbundobmann zum Pflegeregress?
Die Abschaffung vom Pflegeregress begrüße ich als Bezirksobmann. Es geht aber nicht, die entstehenden Mehrkosten den Sozialhilfeverbänden – also den Gemeinden – zu überlassen. Hier ist eine Nachbesserung notwendig. Sollte die Finanzierung des Ausfalles durch den Pflegeregress nicht gelingen, muss man auch über Einführung einer Pflegeversicherung nachdenken. Dies höre ich sehr oft bei meinen Mitgliederversammlungen im Bezirk. Auch unter dem Aspekt, wir wollen den Jungen nicht auf der Tasche liegen.

Die Vereinsamung älterer Menschen ist ja ein großes Thema – was kann der Seniorenbund dagegen unternehmen?

Wir werden der Vereinsamung der Älteren in Zukunft noch stärker entgegenwirken und den Menschen zukünftig noch mehr bei Problemen im sozialen und behördlichen Bereich, die Hilfe unserer Experten anbieten. Denn kein einziger älterer Mensch braucht sich dafür schämen, Hilfe im Alter in Anspruch zu nehmen.

Vitales Wohnen und Co. sind ja für ältere Menschen Wohnformen der Zukunft. Welche weiteren Wohnformen könnten Sie sich sonst noch vorstellen?
Neben dem Vitalen Wohnen kann ich mir gemeinsames Wohnen in Kleinwohnungen mit erhöhter Betreuung durch die Hauskrankenpflege vorstellen. Da derzeit von allen politischen Kräften im Land die finanzielle Unterstützung zum Bau dieser dezentralen Wohnformen auf die lange Bank geschoben wird, ist es auch eine Aufgabe des Seniorenbundes im Bezirk hier Druck auszuüben. Wir sind auch eine politische Kraft.

Strassl fordert Ausbau des Pflegeheims in Zell/Pram.

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