Gemeinschaftsfeuerwehr-Haus
Zwei Feuerwehren unter einem Dach in Penzingerdorf

Eines der ersten Gemeinschaftsfeuerwehrhäuser in der Region steht in St. Roman. Die Freiwilligen Feuerwehren Aschenberg und Kössldorf teilen sich das Gebäude.
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  • Eines der ersten Gemeinschaftsfeuerwehrhäuser in der Region steht in St. Roman. Die Freiwilligen Feuerwehren Aschenberg und Kössldorf teilen sich das Gebäude.
  • Foto: Alois Braid
  • hochgeladen von Judith Kunde

Zwei Feuerwehren unter einem Dach in St. Roman: Aschenberg und Kössldorf teilen sich ein Feuerwehrhaus.

ST. ROMAN. Es ist eines der ersten Feuerwehrhäuser im Bezirk Schärding, das von zwei Feuerwehren gemeinsam gebaut wurde, die aber dennoch eigenständig sind. Und zwar handelt es sich um die Feuerwehren Aschenberg (146 Mitglieder) und Kössldorf (134 Mitglieder). Bei beiden war die Not in Sachen Unterbringung schon groß. Die Kössldorfer hatten nur eine Art Schuppen ohne Heizung und Warmwasser. 

"Die Funkgeräte mussten wir im Winter mit nach Hause nehmen, sonst wären sie eingefroren", so Franz Wallner, ehemaliger Kommandant FF Kössldorf.

Das etwa zehn mal zehn Meter große Gebäude gehörte rein rechtlich nicht mal der Feuerwehr, sondern dem Landwirt, auf dessen Grund es errichtet werden durfte – das war früher so üblich. Auch den Kameraden aus Aschenberg ging es nicht recht viel besser. Bei Kommandositzungen im Winter musste ein Heizschwammerl verwendet werden. Schon vor 13 Jahren sprachen die beiden damaligen Kommandanten Franz Wallner (FF Kössldorf) und Johann Höller (FF Aschenberg) daher über einen gemeinsamen Neubau – das kam bei ihren Kameraden jedoch gar nicht gut an. Schlaflose Nächte habe ihm das Projekt damals beschert, erinnert sich Höller. 

Bei Busexkursion wendete sich das Blatt

2012 machten die beiden Feuerwehren gemeinsam einen Busausflug in den Bezirk Braunau, um andere Feuerwehren zu besuchen, die sich bereits ein Gebäude teilen.

"Auf der Heimreise ist dann schon lebhaft diskutiert worden, wie das bei uns aussehen könnte", berichten die Beteiligten.

Bei einer Abstimmung 2013 war es dann klar: Die Mitglieder beider Feuerwehren stimmten für das Gemeinschaftsfeuerwehrhaus, doch bis die Finanzierung geklärt war, dauerte es. Am 9. August 2018 fand endlich der Spatenstich für den Neubau in Penzingerdorf statt. "Dass es so lange gedauert hat, war gut für uns", meint Thomas Huber, er ist nun Kommandant in Kössldorf. Mit ihrer neuen Einsatzzentrale sind die St. Rominger mehr als zufrieden. Es gibt genug Lagerraum, einen Raum für die Jugendgruppe, einen Schlauchturm und genug Stell- und Waschplatz für die Fahrzeuge. Eine besondere Konstruktion haben sich die Feuerwehren für die Spints ihrer Mitglieder ausgedacht. Sie hängen an der Decke und darunter verläuft eine Heizspirale. Dadurch kann nasse Einsatzkleidung getrocknet und unter den Spints durchgewischt werden.

Displays mit Einsatzinfos im Eingang

Im Eingang des Feuerwehrhauses hängen zwei Displays, auf denen bei einer Alarmierung die ersten Einsatzdetails stehen – ein Display für Kössldorf, eines für Aschenberg. "Das hilft mental, sich auf den Einsatz einzustellen. Mein weiß schon, wohin es geht, überlegt, wie man dorthin fährt und was einen dort erwarten könnte", so Lukas Baminger, Kommandant von Aschenberg. Das Zusammenleben  funktioniert gut – nach kurzer Überlegung hat man sich dagegen entschieden, dass jeder eigene Räume bekommt. Stattdessen teilen sich die Feuerwehren alle Räume, über die Belegung spricht man sich kurzfristig ab. In der Einsatzzentrale gibt es zwei Pulte, in der Garage stehen die beiden Fahrzeuge. Jedes Mitglied ist auch bei der anderen Feuerwehr einsatzberechtigt. Ein großer Pluspunkt, meint Bürgermeister Siegfried Berlinger: "Dadurch bringen wir teilweise mehr Leute für Einsätze zusammen, speziell unter der Woche – das wird bekanntlich immer schwieriger." Die feierliche Eröffnung ihres neuen Gemeinschaftsfeuerwehrhauses musste nun wegen Corona schon zweimal verschoben werden. Neuer Termin: August 2022. Doch wahrscheinlich ist es hier wie schon beim ganzen Projekt: Gut Ding braucht Weile.



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