Interview
"Das hat lange Zeit für böses Blut gesorgt"

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Am 27. März geht in Kopfing eine Ära zu Ende. Bürgermeister Otto Straßl tritt nach 17 Jahren zurück.

KOPFING (ebd). Im Interview spricht Straßl über seinen Nachfolger, kuriose Briefe und auf was er sich nach seiner Ortschef-Zeit am meisten freut.

Sie wollten bereits 2015 nicht mehr fürs Bürgermeisteramt kandidieren. Haben aber damals keinen Nachfolger gefunden. Jetzt hat's endlich geklappt.
Straßl: Ja, jetzt viereinhalb Jahre später wird mir der 33-jährige Landwirt Bernhard Schasching im Amt nachfolgen.

Was wäre eigentlich passiert, wenn Sie keinen Nachfolger gefunden hätten?
Ich bin froh, dass sich ein Nachfolger gefunden hat, weil spätestens 2021 meine Zeit als Bürgermeister zu Ende ist.

Was würden Sie sagen, zeichnete Sie als Bürgermeister aus?
In den fast 17 Jahren als Bürgermeister ist in Kopfing vieles geschehen. Es gab kein Jahr ohne größere Baustellen und fast kein Jahr ohne größere Feste oder kulturelle Ereignisse.

Also stets in Bewegung sein?
Stillstand war nie mein Motto als Bürgermeister.

Auf was sind Sie besonders stolz?
Stolz bin ich auf die touristische Projekte wie den Baumkronenweg sowie auf die ortsbildmäßige Entwicklung der Gemeinde. Zudem auf unsere Schulen und Sportanlagen, wobei ja derzeit das Union Sportheim erweitert und saniert wird. Zudem war mir die Kopfinger Wirtschaft immer ein großes Anliegen. Was mich sehr freut ist, dass die medizinische Betreuung unserer Gemeindebürger durch Gemeindearzt und Zahnarzt gesichert ist.

Sie sind 2003 als „Freier" Kandidat zur Wahl angetreten und später zur ÖVP gewechselt, warum eigentlich?
Als ich im Jahre 2003 mit der Liste der freien Wählern angetreten bin, geschah dies aufgrund der Zerstrittenheit der damaligen ÖVP Ortsgruppe. Ich war zur damaligen Zeit beruflich noch in der ÖBB Personalvertretung in der Generaldirektion in Wien tätig und Bundesobmann der FCG Eisenbahner. Auch in der AK Oberösterreich als Vertreter des ÖAAB. Also war ich immer im christlich sozialen Bereich beheimatet. Als sich während meiner ersten Periode als Bürgermeister in der ÖVP wieder das Gemeinsame vor das Trennende schob, war die Kandidatur für die ÖVP für mich klar.  

Wie sehr hat sich die Ortscheftätigkeit in den vergangenen 17 Jahren verändert?
Die Zeit als Bürgermeister ist öfter eine Zeit der Freude, aber manchmal mit Ärger verbunden. Besonders dann, wenn man für Missstände verantwortlich gemacht wird, die der Bürgermeister nicht ändern kann. Ebenso, wenn sich jemand bemüßigt fühlt, anonyme Anzeigen zu erstatten. Was sich nach genauerer Untersuchung in Luft aufgelöst, aber lange Zeit für böses Blut gesorgt hat.

Stimmt es, dass Sie eine ganz spezielle Sammlung als Andenken in den Ruhestand mitnehmen werden? 
Ja, eine Sammlung kurioser, frecher anonymer Briefe, die ich erhalten habe.

Was wird eigentlich Ihre letzte Amtshandlung sein?
Die Eröffnung der Gemeinderatssitzung zur Neuwahl meines Nachfolgers. Bis dorthin werde ich meine Aufgaben als Bürgermeister erfüllen.

Auf was freuen Sie sich nach der Ortschef-Ära am meisten?
Darauf, meine Zeit mehr selber einteilen zu können und für Frau, Kinder, Enkelkinder und Urenkerl Zeit zu haben.

Sie sind Bezirks-Obmann des OÖ. Seniorenbundes. Wie lange noch?
Seit neun Jahren bin ich Obmann der 4800 Mitglieder des Seniorenbundes im Bezirk Schärding und auch im Landesvorstand tätig. Dies bedeutet 80 bis 100 Termine im Jahr. Also richtig fad wird mir nicht werden. Die Frage, wie lange noch, ist für mich selber noch nicht geklärt.

Zum Schluss. Was wünschen Sie ihrem Nachfolger?
Ich wünsche meinem Nachfolger im Amt viel Erfolg, viel Freude und viel Kraft.

Seit 2003 ist Otto Straßl im Amt, am 27 März ist Schluss.
Autor:

David Ebner aus Schärding

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