Historisches Fechten
"In Minsk treffe ich auf die härtesten Gegner"

Stefan Feichtinger (r.) bei der österreichischen Meisterschaft in Graz 2018.
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  • Stefan Feichtinger (r.) bei der österreichischen Meisterschaft in Graz 2018.
  • Foto: Peter Pataki
  • hochgeladen von David Ebner

Stefan Feichtinger wurde letztes Jahr im Historischen Fechten im Bewerb Rapier österreichischer Meister.

ESTERNBERG (ebd). Nun geht es für den 26-Jährigen mit einer österreichisch-deutschen Delegation nach Minsk zu den European Games (21. bis 30. Juni). Was sich Feichtinger davon erwartet, wie er zum Fechten gekommen ist und was Ritter damit zu tun haben, verriet er im Interview.

Seit wann üben Sie diesen Sport aus?
Feichtinger: Ich habe 2011 in Passau mit klassischem Degenfechten begonnen.

Wie sind Sie überhaupt zum Fechten gekommen?
Da ich als Kind schon immer eine Leidenschaft für Rittergeschichten und -filme hatte, war das Erlernen dieser alten Kampfkunst eine Art Erfüllung eines Kindheitstraumes.

Welchem Verein gehören Sie an und wo trainieren Sie aktuell?
Derzeit trainiere ich in Wien bei der Fechtschule Klingenspiel zwei bis drei Mal die Woche und fahre regelmäßig auf Fortbildungsseminare im In- und Ausland.

Was ist für Sie das Besondere an dieser Sportart?
Die Kombination aus körperlicher und geistiger Herausforderung. Es bringt einem nichts, noch so schnell oder stark zu sein, wenn der Gegner bereits drei Schritte im Vorhinein weiß, was man machen wird.

Und was macht das Fechten für Sie zur Leidenschaft?
Es ist ein schöner Sport, der den ganzen Körper trainiert und auch geistig fit hält. Zudem kommt natürlich die Faszination, eine über Jahrhunderte vergessene Kampfkunst aus mittelalterlichen und Renaissancefechtbüchern zu erforschen und dieses kulturelle Erbe wieder zu reanimieren.

Was erwarten Sie sich von Ihrem Antreten in Minsk?
Ganz nach dem olympischen Gedanken – dabei sein ist alles. Mein Ziel ist es, im Turnier keinen Treffer zu erhalten.

Ist Minsk sportlich gesehen Ihr bisheriges Highlight?
Ja, dort werde ich auf meine bisher härtesten Gegner treffen. Es wird sich dort die absolute Spitze der historischen Fechter treffen.

Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?
Als nächstes möchte ich die Trainerausbildung absolvieren.

Kann man bei Ihnen als Privatperson eigentlich das Historische Fechten erlernen?
In Wien jederzeit, dort bin ich bereits als Co-Trainer aktiv, aber auch in Esternberg gebe ich jedem Interessierten gerne eine kleine Einführung.

An welcher Veranstaltung würden Sie gerne einmal teilnehmen?
Auf Malta gibt es jährlich ein Seminar auf der Festung mit Blick über Valetta, da würde ich gern mal – auch zum Urlaub machen – hin.

Wo sehen Sie sich sportlich in drei Jahren?
Weiterhin so aktiv wie heute, nur besser (lacht).

Steckbrief

Geburtsdatum: 22. April 1993
Familienstand: ledig bzw. vergeben
Beruf: Student Lehramt Deutsch/Geschichte
Hobbys: Fotografieren, Snowboarden
Vorbild: hab ich kein konkretes
Lieblingsessen: Knödel aller Art
Lieblingsgetränk: Bier

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