Lehrlingsmesse
Integration durch Arbeit – Friseurin zeigt, wie's gehen kann

Ingeborg Salletmayr mit Asylbewerber Jawid aus Afghanistan, der in Münzkirchen eine Lehre als Friseur und Perückenmacher gestartet hat.
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  • Ingeborg Salletmayr mit Asylbewerber Jawid aus Afghanistan, der in Münzkirchen eine Lehre als Friseur und Perückenmacher gestartet hat.
  • Foto: Salletmayr
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Im Bezirk werden dringend Friseur-Lehrlinge gesucht. Ein Asylbewerber ist in Münzkirchen Retter in der Not.

BEZIRK (ebd). Aufgrund eines kürzlich ergangenen Erlasses des Sozialministeriums, ist die Beschäftigung oder der Einstieg von Asylwerbern in eine Lehre in Mangelberufen nicht mehr möglich. Laut Wirtschaftskammer-Verantwortlichen sollte es daher für Jugendliche aus Drittstaaten, die bereits vorher eine Lehre begonnen haben, einen Niederlassungstitel geben. Auch für Lehrlinge mit negativem Asylbescheid. Aktuell machen laut AMS-Chef Harald Slaby 20 Lehrlinge in 17 Lehrbetrieben eine Lehre, die aufgrund des Fachkräftemangels in vielen Branchen dringend benötigt werden.

Jawid frisiert Münzkirchner

Ein Lied davon zu singen weiß Ingeborg Salletmayr, Inhaberin des Friseurteams Ingeborg in Münzkirchen. "Ich habe in den vergangenen 28 Jahren stets Lehrlinge ausgebildet. Ich war letztes Jahr bei der Lehrlingsmesse dabei und habe keinen einzigen Lehrling gefunden. Einzig der Asylbewerber Jawid aus Afghanistan hat sich bei mir beworben. Und dank Unterstützung des AMS konnte er bei uns schnuppern. Im Jänner hat er eine Lehre begonnen", so die Unternehmerin. Wie auch Slaby weiß, zählt der Friseurberuf mittlerweile zu den Mangelberufen. "Dabei lässt sich als Friseur – entgegen der weitläufigen Meinung – sehr wohl gut verdienen. Wer fleißig ist, kommt da auf 1.800 Euro netto", weiß Salletmayr, die gerne noch zwei weitere Lehrlinge einstellen würde.

Voll integriert

Mit Jawid sei die Unternehmerin bisher sehr zufrieden. "Ich habe mit ihm sehr gute Erfahrungen gemacht. Er ist sehr bemüht, teamfähig und mittlerweile super integriert." Dennoch erhielt der Afghane einen negativen Asylbescheid. "Dagegen haben wir berufen", so Salletmayr. Sie hofft, ihn halten zu können. "Weil wir einfach keine Lehrlinge mehr finden." Dazu Jawid: "Ich bin sehr gerne in diesem Salon, da meine Kolleginnen und Kunden mich sehr nett aufgenommen haben. Ganz nebenbei lerne ich zudem die deutsche Sprache noch viel besser. Für mich steht nun die Berufsschule an, aber auch diese Hürde werde ich schaffen."

Ingeborg Salletmayr mit Asylbewerber Jawid aus Afghanistan, der in Münzkirchen eine Lehre als Friseur und Perückenmacher gestartet hat.

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