09.11.2017, 09:00 Uhr

Diabetiker – durch Schulungen zu mehr Lebensqualität

Laut Statistik Austria leiden in Österreich etwa 650.000 Personen (rund 8 bis 9 Prozent der Bevölkerung) an Diabetes. (Foto: AndreyPopov/panthermedia)

Der Name „Zuckerkrankheit“, wie Diabetes auch genannt wird, klingt harmlos. Dabei ist das Leiden alles andere als ungefährlich.

SCHÄRDING (ebd). Und zwar deshalb, weil es zu ernsthaften Folgekrankheiten wie Nierenschäden oder Herzinfarkt führen kann . „Diabetes zählt zu den Volkskrankheiten“, informiert Wolfgang Schöfer, Internist am LKH Schärding und gibt Tipps, für einen bewussten Lebensstil. Ein vorwiegend sitzender Lebensstil und der damit verbundene Mangel an körperlicher Aktivität und das übermäßige Essensangebot führen zu einer positiven täglichen Energiebilanz: Es wird mehr zugeführt als verbrannt. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, steigt. „Übergewicht und Bewegungsmangel, insbesondere bei familiärer Diabetes-Belastung begünstigen das Auftreten von Diabeteserkrankungen im mittleren Erwachsenenalter deutlich“, warnt der Experte. Begleitende Faktoren sind das Rauchen, hoher Blutdruck und erhöhte Blutfette (Cholesterin). Hinzu kommt zunehmender Umweltstress durch Beruf, Familie und häufige Doppelbelastungen.

Diabetiker-Schulungen im Spital

“Um die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern und sie über den Umgang mit der Erkrankung zu aufklären, finden am Landes-Krankenhaus Schärding regelmäßig, mehrtägige Diabetiker-Schulungen in Gruppen, bei Bedarf auch als Einzelberatung statt“, informiert der Mediziner. Dabei schult ein Team, aus den Bereichen Medizin, Pflege, Diätologie und Psychologie, die Patientinnen mit Diabetes Typ II unter anderem über das Leben mit Diabetes, medikamentöse Therapien, Bluthochdruck, Insulintherapie und den diabetischen Fuß. Teil der Schulung sind auch richtige Ernährung und Bewegung als Therapieform. „Um eine genaue Einstellung der Diabetes-Werte mit einer individuell auf den Patienten abgestimmten Therapie durchführen zu können, sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen und deren Dokumentation sehr wichtig,“ so der Experte.

In sich hineinhören

In sich hineinhören, Zugang zu den eigenen Bedürfnissen finden, ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit schaffen, empfiehlt der Oberarzt: „Führen Sie zum Beispiel für eine Woche ein Tagebuch über Ihre Mahlzeiten und die körperlichen Aktivitäten und peilen Sie langfristig 10.000 Schritte am Tag an oder zwei bis drei Stunden schweißtreibende körperliche Aktivität auf drei bis fünf Mal über die Woche verteilt.“

Tipps gegen Diabetes

- Essen Sie regelmäßige Mahlzeiten mit Schwerpunkt auf der ersten Tageshälfte
- Meiden Sie kalorienreiche Snacks wie Leberkässemmeln, Fertigprodukte und energiehaltige Durstlöscher wie Limonaden, Fruchtsäfte oder Bier
- Essen Sie maximal 2 bis 3 die Woche Fleisch und meiden Sie, vor allem abends, kalorienreiche Wurst- und Käsebrotzeiten
- Essen Sie 4-6 Gemüse-/Obstportionen am Tag und trinken Sie 2-3 Liter Ungesüßtes wie Wasser oder Tee
- Werden Sie süchtig nach Bewegung mit der für Sie passenden Sportart, die Ihnen Spaß und Erholung bringt und die im Alltag gut zu integrieren ist
- Steigern Sie Ihren sportlichen Fortschritt langsam, um Frustration zu vermeiden
- Liegt bereits ein Gesundheitsproblem oder ausgeprägtes Übergewicht vor, sollten Sie nicht ohne medizinische Voruntersuchungen beginnen
- Wenn Sie 80 Prozent Ihrer Vorsätze einhalten, bleibt der „Rest fürs Fest“. D.h. genießen zu Festzeiten und konsequent leben im Alltag
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