01.02.2012, 11:52 Uhr

„Man sollte früh überlegen: Wer pflegt mich im Alter?“ Diplom-Krankenschwester sieht „Belebtes Haus“ als ideale Wohnform

Margit Süß-Amon arbeitet seit 30 Jahren als diplomierte Krankenschwester. Sie hat das „Belebte Haus“ in Taufkirchen mit-initiiert. Foto: Wagnermaier

Seit vier Jahren gibt es das „Belebte Haus“ in Taufkirchen. Die diplomierte Krankenschwester Margit Süß-Amon hat es mitinitiiert. Mit der BezirksRundschau sprach sie über ihre Ideen und Beweggründe.

Seit vier Jahren gibt es das „Belebte Haus“ in Taufkirchen. Die diplomierte Krankenschwester Margit Süß-Amon hat es mitinitiiert. Mit der BezirksRundschau sprach sie über ihre Ideen und Beweggründe.
BezirksRundschau: Was macht für Sie das „Belebte Haus“ in der Pramtalgemeinde Taufkirchen so besonders?
Margit Süß-Amon: Es ist für die Bewohner leistbar, obwohl es den Sozialstaat viel weniger belastet. Dem Staat entstehen wenig bis keine Kosten. Je nach Bedarf werden Pflegeleistungen von den Bewohnern zugekauft. Und wir als Ehrenamtliche geben Hilfestellung im Alltag und bei Problemen.
BezirksRundschau: Ihr ehrenamtliches Engagement in dieser Wohnform für alte Menschen ist über die Gesunde Gemeinde organisiert. Wie kamen Sie darauf?
Süß-Amon: Wir haben uns überlegt: Wie wollen wir im Alter wohnen? Das Belebte Haus in Taufkirchen kommt dem schon sehr nahe. So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Pflege und Hilfe wie nötig. Wir haben nicht die Idee, dass unsere Kinder uns im Alter betreuen können werden.
BezirksRundschau: Wie unterscheidet sich das Belebte Haus von anderen Wohnformen für ältere Menschen?
Süß-Amon: Zum einen sind die Angehörigen sehr stark eingebunden. Zum anderen bleibt auch die Verbindung mit dem Ort und den Menschen, die man kennt. Was mir extrem wichtig erscheint, ist im Alter in der eigenen Wohngemeinde wohnen bleiben zu können.

BezirksRundschau: Wohnen im Alter ist Ihnen ein großes Anliegen. Rührt das aus Ihrer Arbeit im Mobilen Dienst?
Süß-Amon: Dadurch erfahre ich jeden Tag, was die Menschen bewegt. Ich denke, die Menschen sollten sich früher überlegen, was im Alter ist. Der Staat kann und wird nicht alles bezahlen. In Taufkirchen helfen sich die Bewohner untereinander und passen aufeinander auf. Gemeinsam mit Angehörigen und Ehrenamtlichen wie uns ist die Wohnform in Taufkirchen für mich ein bezahlbares und leistbares Modell.
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