08.10.2014, 14:47 Uhr

Plötzlich kommt die Herbst-Winter-Traurigkeit

Durch Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen müde und gereizt. Eine Lichttherapie kann helfen. (Foto: Alexander Raths - Fotolia)
BEZIRK (ebd). Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, beschleicht manche Menschen eine gewisse Art der Bedrückung, die so genannte „Winterdepression“ oder auch „Lichtmangel-Depression“. Doch woher kommt die Traurigkeit im Winter? Der Schärdinger Psychologe und Therapeut Thomas Ortner, erklärt, wie Sie in der „dunklen Jahreszeit“ einer Winterdepression vorbeugen können.

Herbst und Winter schlagen vielen Menschen aufs Gemüt. Nicht nur das nasskalte Wetter, vor allem der Lichtmangel verlangt dem Körper einiges ab und kann unser Wohlbefinden ganz schön durcheinander bringen. „Rund 200.000 Österreicher kennen diese Stimmungsschwankungen, die vor allem im Herbst/Winter auftreten können. In der Fachsprache wird von einer saisonal abhängigen Depression – kurz SAD gesprochen“, erklärt der Experte. Menschen, die sich auch in anderen Lebenssituationen eher schwer auf Veränderungen einstellen können, kämpfen oftmals mit emotionalen Schwankungen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Vielfach sprechen die Betroffenen über eine verminderte Aktivität, ausgelöst durch ständige Müdigkeit. Außerdem wird berichtet, dass man sich unzufriedener, missgestimmter, schlecht gelaunt, reizbar bis hin zu schnell aggressiv werdend fühlt. Ein weiterer Aspekt ist der Kohlenhydrat-Heißhunger auf Süßigkeiten und Teigwaren, was meist mit Gewichtszunahme einhergeht. Dies beeinträchtigt die Stimmungslage zusätzlich.

Winterdepression – was kann man tun?
Schon die Fachbegriffe Winterdepression oder Lichtmangel-Depression weisen auf einen entscheidenden Faktor hin: zu wenig natürliches Sonnenlicht. Die Lichttherapie gilt daher als eine effektive Behandlungsmöglichkeit. Dabei setzt sich der Patient vor eine Lampe mit einer gewissen Leuchtstärke von 2.500 bis 10.000 Lux. Dies entspricht etwa einem sonnigen Frühlingstag und ist fünf bis 20 Mal stärker als die normale Raumbeleuchtung. „Die meisten Patienten mit einer Winterdepression haben eine gute Prognose, denn in der Regel hilft eine konstante Behandlung. Im Frühling steigert sich die Leistung der Betroffnen und sie werden aktiver, im Sommer sind sie meist beschwerdefrei“, sagt der Psychologe.

Tipps zur Vorbeugung

Morgens regelmäßige Bewegung im Freien, nicht nur an sonnigen Tagen.
Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund: Obst und Gemüse wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.
Kohlenhydrate haben eine antidepressive Wirkung: gönnen Sie sich daher hin und wieder ein Stück Schokolade.
Seien Sie gesellig und laden, Sie Freunde ein.
Schlafrhythmus beachten: abends rechtzeitig ins Bett gehen und morgens nicht zu lange schlafen, auch nicht am Wochenende.
Tun Sie sich bewusst etwas Gutes.
Nicht zu lange warten und rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen.
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