01.12.2016, 08:30 Uhr

Saunabesuche steigern nicht nur Abwehrkräfte

Saunabesuche sind gesund und können Genesungsprozess bei Bronchitis oder Durchblutungsstörungen beschleunigen. (Foto: Robert Kneschke/Fotolia)

Wie gesund ist Saunieren wirklich? Oberarzt Franz Wakolbinger vom LKH Schärding weiß die Antwort.

BEZIRK (ebd). Um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stimulieren, sind regelmäßige Saunagänge empfehlenswert. Für die Sauna spricht nicht nur der Wohlfühlfaktor, auch medizinisch kann ein Saunagang, wenn er richtig angewendet wird positive Auswirkungen haben. „Die Temperatur im Körperinneren steigt. Dadurch werden die Abwehrzellen des Körpers aktiviert, die Blutgefäße erweitern sich, die Atem- und Herzfrequenz werden erhöht, die Muskeln entspannen sich. Außerdem kommt durch den Wechsel von kalt und warm das Immunsystem in Schwung und der Kreislauf stabilisiert sich“, fasst Wakolbinger die positiven Effekte zusammen. Positiv wirkt sich die heiße Luft auch auf die Durchblutung der Schleimhäute aus. „Bei Problemen mit den Bronchien, können regelmäßige Saunabesuche Linderung bringen“, erklärt der Mediziner. Ebenso kann die Sauna den Genesungsprozess bei chronischer Bronchitis, Arthrosen und Durchblutungsstörungen beschleunigen.

Vielfältige Auswirkungen

"Die körperlichen Auswirkungen eines Saunabesuches sind vielfältig. Die Temperatur im Körperinneren steigt ähnlich wie bei Fieber um ein bis zwei Grad an. Der Körper reagiert darauf mit einer Aktivierung der Abwehrzellen. Die Blutgefäße erweitern sich und die doppelte Blutmenge wird durch sie gepumpt. Die Atemfrequenz erhöht sich und die Muskeln entspannen. Auch die Herzfrequenz steigt beim Saunieren um etwa 50 Prozent an", erklärt Oberarzt Franz Wakolbinger, Internist am LKH Schärding.

Mit Herzbeschwerden in die Sauna?

Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden sind oft unsicher, ob sie in die Sauna gehen können“, weiß der Experte und informiert, dass ein Saunabesuch zwar tatsächlich einen Herz-Kreislaufreiz darstellt, der aber häufig falsch und oft zu intensiv eingeschätzt wird“. Wenn das Herz in ruhigem Zustand 60 bis 70 Schläge pro Minute durchführt, so steigt der Puls in der Sauna bei einer Temperatur von 80 bis 90 Grad auf etwa 120 bis 130. Während des Aufgusses erhöht sich diese Anzahl um etwa weitere 15 bis 20 Schläge. „Dies ist jedoch nur die Hälfte der maximalen Kreislaufbelastung und sogar ein untrainiertes Herz schafft um die 180 Schläge pro Minute“, so Oberarzt Wakolbinger. Es steigt in der Sauna jedoch nicht nur die Herzschlagfolge, es wird auch mehr Blut pro Schlag befördert. Das Herz arbeitet in der Sauna also „ökonomischer“.

Blutdruck steigt kaum

Der Blutdruck steigt im Gegensatz zu einer sportlichen Leistung in der Sauna kaum an. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass auch Personen mit erhöhtem Blutdruck, eine Sauna besuchen können. Folgt auf die Wärme des Saunaraumes ein intensiver Kältereiz (Kaltwassertauchbecken), ziehen sich die erweiterten Blutgefäße der Haut zusammen und der Blutdruck steigt an. Deshalb sollten Personen mit erhöhtem Blutdruck auf das kalte Tauchbecken verzichten und sich nur kalt abduschen oder mit Güssen abkühlen. Bei Unsicherheiten und Fragen wenden Sie sich vor einem Saunagang an den Hausarzt! Auch nach einem Herzinfarkt sollten die Betroffenen vor einem Saunabesuch dies mit ihrem Arzt besprechen.
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