17.05.2017, 18:00 Uhr

Polizeichef sucht Ruhe unter Bäumen

Schärdings Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkon in ungewohnter Pose – vor seinem Traktor für die Waldarbeiten.

Schärdings Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn entspannt am besten im eigenen Waldstück.

ESTERNBERG (ebd). Im BezirksRundschau-Interview erzählt Osterkorn wie er zufällig zum Waldbesitzer wurde, wieso er dort am besten entspannen kann und weshalb seine Frau von einer aktuellen Anschaffung nichts hält.
Herr Osterkorn, seit wann sind Sie Waldbesitzer?
Osterkorn: Seit rund 15 Jahren.

Stimmt es, dass Sie wie die Jungfrau Maria zum Kind zum Waldstück gekommen sind?
Der Anstoß dazu kam damals von meinem Schwiegervater, der sein Waldstück nicht mehr betreiben konnte. Er hat gefragt, ob ich das übernehmen will. Was ich getan habe – und so hat sich das kontinuierlich fortentwickelt.

Also hatten Sie vorher damit nichts am Hut?
Nein. Aber es ist eine Aufgabe, in die man hineinwächst und die einen auch ständig fordert.

Wie meinen Sie das?
Es gibt immer viel zu tun – sei es durch Sturmschäden, Schneedruck oder Käferbefall der Bäume.

Sie sagen, dass Sie als Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag gerne in den Wald gehen. Aber wenn es da wieder so viel zu tun gibt, ist ja das auch wieder Stress pur, oder nicht?
In der Erstphase auf alle Fälle. Die Aufgaben sorgen für einen steigenden Stresspegel. Aber dadurch merkt man auch, dass man sich gegen die Natur nicht stellen kann. Aber wie gesagt: Man lebt sich da hinein und es macht mir irrsinnigen Spaß, in der Natur zu sein. Für mich ist es dennoch ein Ausgleich und ein Genuss, mal nicht das Handy griffbereit zu haben.

Stimmt es, dass Sie kein schweres Gerät in Ihren Wald dulden?

Ja, schwere Maschinen kommen mir da nicht hinein. Deshalb bin ich auch wirklich sehr stolz, dass ich mit Unterstützung von Freunden und Bekannten die letzte Durchforstung ohne schwere Maschinen geschafft habe.

Was sagt eigentlich Ihre Familie zu dem nicht alltäglichen Hobby?
Meine Frau ist da ebenso hineingewachsen wie ich. Trotzdem hat sie wenig Verständnis gezeigt, als ich mir kürzlich einen Allradtraktor zugelegt habe.

Wo liegen als "Hobbyförster" die nächsten Herausforderungen?
Eine große Herausforderung ist die Aufforstung. Man muss sich da Gedanken machen, welche Bäume in der heutigen Zeit auch die Chance zum Überleben haben. Aber auch hier ist es schön zu verfolgen, wie sich die gepflanzten Bäume dann schließlich entwickeln.

Was würden Sie sagen, inwieweit unterscheidet sich ihr Waldstück von anderen? Was zeichnet es ganz konkret aus?

Es ist ein Waldgrundstück, das im Donautal liegt – mit einem herrlichen Ausblick.
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