08.03.2017, 18:00 Uhr

Andorfer Chöre sind erstmals in Frauenhand

Gisela Stöger ist seit Jänner Obfrau der Andorfer Chöre.

Seit Anfang des Jahres ist Gisela Stöger neue Obfrau der Andorfer Chöre. Sie ist damit die erste Frau im Amt.

ANDORF. Im Interview spricht Stöger über Herausforderungen, wo sie gerne einmal auftreten würde und was sie zum Nachdenken bringt.

Frau Stöger, seit wann sind Sie bei den Andorfer Chören im Einsatz?
Stöger: Als Sängerin begonnen habe ich 1984. Ich bin in diesem Jahr nach Lambrechten übersiedelt. Durch eine Tante meines Mannes bin ich zum Gemischten Chor gekommen.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, das Obfrauamt zu übernehmen? Und wann genau war die Übergabe?
Ich arbeite seit vielen Jahren an der Seite von Fritz Klaffenböck im Ausschuss. Zuerst als Schriftführerin und zuletzt viele Jahre als Kassieren. Dadurch war ich bereits in viele Aufgaben eingebunden. Die Übergabe war anlässlich der außerordentlichen Generalversammlung Anfang Jänner.

Sind Sie damit eigentlich die erste Frau, welche die Andorfer Chöre leitet?
Ja. Bisher war die organisatorische Leitung immer in Männerhand.

Welche Ziele verfolgen Sie?
Die musikalische Richtung liegt in unserem Chor grundsätzlich in den Händen unserer Chorleiter. Meine Aufgabe sehe ich nicht nur in organisatorischen Aufgaben. Ein Ziel ist auch, den Weg zu ebnen, die Qualität jedes einzelnen Sängers zu steigern. Ein Angebot für jung und alt zu bieten, wo jeder mit Spass, Neugierde und einer großen Portion Ehrgeiz mitmacht.

Die Andorfer Chöre gibt es seit 1973 – wo soll der künftige Weg hinführen?
Derzeit ist der gemischte Chor unser Hauptchor. Mit diesem wird wöchentlich geprobt. Mein großes Ziel ist die Neugründung eines Chores mit Jugendlichen im Alter vom 15 bis 25 Jahren.

Apropos Jugendliche. Wie ist es eigentlich um den gesanglichen Nachwuchs bestellt?
Ein großes Thema, das derzeit sehr viele Chöre zum Nachdenken bringt. Auch bei uns hat sich der Altersdurchschnitt ständig nach oben entwickelt.
Meiner Meinung nach bedeutet das nicht, dass junge Menschen heute nicht mehr singen wollen. Den Beweis liefern auch in unserer Region sehr viele Jugendchöre. Eine große Herausforderung für die Attraktivität eines Chores ist das Programm und die Liedauswahl, die geboten wird.

Welche Großereignis stehen heuer am Programm?
Momentan proben wir Schuberts „Stabat mater“. Das Konzert findet am 1. April 2017 gemeinsam mit dem Orchester des Brucknerbundes Ried statt. Mit dem Chor Collegium Vocale Linz werden wir einen Großchor bilden. Das Programm erscheint in Kürze. Am 2. Juli veranstalten wir in Andorf das sogenannte Gasslsingen. Unter dem Motto „Singen im Park“ werden Chöre aus der Region daran teilnehmen und für einen musikalisch abwechslungsreichen Nachmittag sorgen. „Wunder der Weihnacht“ unsere traditionellen Konzerte zur Vorweihnachtszeit sind für 9.Dezember fixiert. Diese Konzerte finden heuer zum 15. Mal statt.

Gibt es eine Ort, an dem Sie mit den Andorfer Chören gerne einmal auftreten würden?
Wir haben schon Konzerte in vielen Ländern der Erde gesungen. Das wo ist nicht so wichtig. Viel schöner ist ein ausverkaufter Konzertsaal und das Gefühl, dass die Besucher vom Konzert begeistert waren.

Was würden Sie sagen, unterscheidet die Andorfer Chöre von anderen Chören?
Als erstes einmal die Vergangenheit. Wir durften mit Hans Joachim Holz als Chorleiter seinen Traum miterleben und ich möchte keine der Reisen, an denen ich dabei sein konnte missen. Heute noch kommen wir ins Schwärmen, wenn wir uns darüber unterhalten. Weiters vielleicht aktuell das musikalische Programm, das sehr stark die Handschrift unserer Chorleiter trägt. Zuletzt auch noch unsere Konzerte in der Vorweihnachtszeit. Musikgruppen, Chor, Kinder, Hirtenspiel und Sprecher bieten ein abwechslungsreiches Programm. Wunderschön für die Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Wo sehen Sie die Chöre in zehn Jahren?
Es werden in den letzten Jahren sehr viele Vergleiche gezogen zur Blasmusik. Die Jugendarbeit, die hier geleistet wird ist wirklich vorbildlich. Dies umzusetzen ist auch die große Herausforderung für die Chöre und die Verbände. Singen macht Spass. Singen verbindet. Singen fördert die Gemeinschaft. Singen ist Medizin. Singen ist hält mich jung. Und singen macht glücklich.

Zur Sache

Derzeit arbeiten die Andorfer Chöre mit 45 bis 50 Sängerinnen und Sängern. Es besteht die Möglichkeit, an einzelnen Projekten mitzuwirken. Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen.
Hier gibt's nähere Infos:
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