18.09.2014, 21:30 Uhr

"Der Sauwald ist jetzt eine bekannte Marke"

Eduard Paminger hat leicht lachen: Der Bürgermeister hofft nun auf mehr Freizeit.

Nach dem dritten Anlauf ist es geschafft: Edi Paminger zieht sich aus der Regionalentwicklung zurück.

ST. AEGIDI. 13 Jahre stand der Bürgermeister aus St. Aegidi an vorderster Front des Regionalverbandes Sauwald. Beim Zusammenschluss der Regionen Sauwald und Pramtal nutzte er die Gelegenheit, die Verantwortung abzugeben.

BezirksRundschau: Fiel Ihnen der Ausstieg aus der Regionalentwicklung leicht?
Eduard Paminger: Ja, es handelt sich um einen lange gereiften Prozess. Diesen Weg müssen in Zukunft Jüngere fortsetzen. Ich bin froh, dass ich nicht länger die Verantwortung für die gesamte Region trage.

Wie sehen Sie die Entwicklung in den eineinhalb Jahrzehnten?
Ich bin sehr zufrieden. Diese zeitaufwändige Arbeit hat sich auf alle Fälle ausgezahlt. Es ergaben sich Entwicklungsmöglichkeiten, die die Stärke der Region Sauwald hervorbrachten. Das zeigen Projekte wie beispielsweise der Baumkronenweg, die Panoramastraße, das Reitwegenetz oder Seminarkultur Donau.

Über welche Erfolge freuen Sie sich besonders?
Über den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit in der Region Sauwald. Wir sind mit Unsicherheit im Jahr 1999 gestartet. Und soweit ich mich erinnern kann, sind alle Entscheidungen einstimmig gefällt worden. Und: Der Sauwald ist jetzt eine Marke. Die Menschen sind stolz auf die Region, die auch touristisch belebt werden konnte.

Gibt es Projekte, von denen Sie denken, sie waren unnötig?
Nein, da gibt es kein einziges.

Wie sehen Sie im Nachhinein die personelle Besetzung des LEADER-Managements im Sauwald?
Wir haben Manager Thomas Müller unter 40 Kandidaten gefunden. Er war für die strategische Entwicklung die richtige Person. Es war die absolut richtige Entscheidung, da sich viele Dinge sonst nicht so entwickeln hätten können.

In welchen Ämtern werden Sie der Region erhalten bleiben?
Ich bleibe Bürgermeister von St. Aegidi, kandidiere auch im nächsten Jahr wieder und arbeite weiterhin aktiv in der Genussregion mit.
Und bleiben Sie den Sauwald-Erdäpfeln treu?
Nein, dieses Amt hat seit eineinhalb Jahren mein Sohn Martin inne, der auch den Hof schmeißt. Ich arbeite mit, wenn ich gebraucht werde.

Dann haben Sie jetzt jede Menge Freizeit?
Von Freizeit habe ich noch nicht viel bemerkt. Mir ist nach wie vor keine Sekunde langweilig. Falls ich doch einmal mehr Zeit haben sollte, dann wäre das kein Fehler. Diese würde ich mit Radfahren, Skifahren und Langlaufen verbringen.

Welche Themen stehen in der Gemeinde St. Aegidi an?
Aktuell läuft der Agenda 21-Prozess, der auf breiteste Beteiligung gestoßen ist. Daraus resultieren Veränderungen in der Dorfplatzentwicklung und die Belebung des Ortskernes sowie die Erneuerung des Gemeindezentrums oder „Zuhause alt werden". Außerdem wird der Auftritt der heimischen Gewerbebetriebe verstärkt. Das sind jeweils große Themen, aus denen sich viele kleinere Projekte entwickeln werden.

Was halten Sie vom Regionsverband Sauwald Pramtal?
Nun, ich sah diesen Zusammenschluss anfangs nicht gerade mit großer Euphorie. Allerdings bin ich jetzt zuversichtlich, da dieser von Leuten geleitet wird, die tatsächlich die gemeinsamen Entwicklungsmöglichkeiten sehen.

Welche Möglichkeiten hat dieser Verband in Ihren Augen?
Synergien können entstehen, obwohl so ein großer Verband sicher nicht so einfach zu händeln ist. Eine für alle passende Entwicklung ist möglich. Große Chancen sehe ich im gemeinsamen Marketing.
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