19.10.2016, 19:00 Uhr

"Es ist ein Irrglaube, dass Volkstanz fad und altmodisch ist"

Obmann Thomas Feichtlbauer hat gut lachen.

40 Jahre Pramtaler Volkstanzgruppe – im Jubiläumsjahr gab's nicht nur die erste "Goldene".

ANDORF. Im Interview spricht Obmann Thomas Feichtlbauer über die Höhepunkte des Jubiläumsjahrs, warum Volkskultur wieder im Kommen ist und was Finnland mit den Pramtalern gemein hat.

40 Jahre Pramtaler Volkstanzgruppe – wohin geht die Reise in den nächsten 40 Jahren?
Feichtlbauer: Reise ist ein gutes Stichwort. Unsere Innviertler Kultur und unsere Tänze werden außerhalb des Pramtals präsentiert. 40 Jahre in die Zukunft zu blicken ist natürlich schwierig, aber ich denke, dass unsere Gruppe auch dann noch das Pramtal maßgeblich mitgestalten wird.

Ihr habt am 24. September in Oberwang beim Fest der Volkskultur im Wertungstanzen Gold geholt. Was bedeuten euch solche Titel?

Wir haben das erste Mal beim Wertungstanzen teilgenommen und dafür die letzten Monate intensiv geprobt. Aber dass wir gleich Gold erreichen, war nicht zu erwarten. Solch ein Titel ist natürlich eine tolle Auszeichnung, aber bei uns stehen grundsätzlich der Spaß am Tanzen und die Geselligkeit im Vordergrund.

Wenn Sie auf das heurige Jahr zurückblicken, was waren da die Highlights?
Das wohl größte Ereignis des heurigen Jahres war die 40-Jahr-Feier am 2. Juli. Das haben wir ausgiebig gefeiert, und das wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Ihr habt ja auch einen Jubiläums-Kalender rausgebracht.
Ja, dafür haben wir Gruppenfotos gemacht, die wir nicht nur für uns behalten wollten. So entstand die Idee zum Kalender. Dafür haben wir unterschiedliche Bräuche nachgestellt.

Die Volkstanzgruppe zählt rund 40 Mitglieder. Wie ist es generell um den Nachwuchs bestellt?
Oft ist es ein Irrglaube, dass Volkstanz fad und altmodisch ist. Unsere Mitglieder sind zwischen 16 und 30 Jahre alt. Bei so einem Alter steht natürlich der Spaß im Vordergrund. Viele denken, dass man nur als fixes Pärchen bei uns dabei sein kann. Dabei kann bei uns jeder mitmachen.

Also muss man keine entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, um bei euch mitzumachen?
Etwas Taktgefühl und Musikgehör ist natürlich von Vorteil. Aber das Bisschen hat ein jeder im Blut. Bei uns lernt man etwa auch Stopper oder Walzer.

Ihr habt euch ja der Brauchtumspflege verschrieben. Wie würden Sie die aktuelle Situation einschätzen?
Brauchtum war, ist und wird immer wichtig sein. Doch man merkt schon, dass auch die breite Masse wieder gern und oft Dirndl oder Lederhose trägt. Vielen unserer Mitglieder wurde die Brauchtumspflege ja bereits in die Wiege gelegt. Denn einige Eltern waren schon Mitglieder bei uns.

Es gibt ja bei euch die Platterburschen und -mädels. Auch Theater ist angesagt – wie viele Auftritte absolviert ihr zusammengenommen im Jahr?
Mit den Theateraufführungen über 35.

Wo würdet ihr gerne einmal auftreten?
Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren wieder einmal bei einem großen IOV-Tanz-Festival in oder gar außerhalb Europas teilzunehmen.

Das bisherige Highlight?
Ein besonderes Highlight war 2010 ein Jugendaustausch mit einer finnischen Gruppe. Ebenso ein Auftritt beim Villacher Kirchtag 2012 sowie Hochzeiten von Zechmitgliedern.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?
Dass die Gruppe so bleibt wie sie ist und sie Neuem offen gegenübersteht. Und das sie in der heutigen Gesellschaft zeigt, dass Alt und Jung, Brauchtum und Moderne kein Widerspruch ist, sondern zusammengehört.
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