02.06.2016, 00:00 Uhr

Ferien: Und wer passt aufs Kind auf?

Die drei Bürgermeister Josef Schachner (hinten v. li.), Alois Stadler und Anton Pretzl (re.) im Schardenberger Kindergarten.

Das Problem der Kinderbetreuung im Sommer ist Geschichte: Bezirksweites Leader-Projekt startet.

BEZIRK, SCHARDENBERG (ska). Es sind vor allem alleinerziehende Mütter und Väter und berufstätige Eltern, die jedes Jahr aufs Neue vor der Frage stehen: "Wer kümmert sich um mein Kind in den Ferien, während ich arbeite?" Darauf wollen die Gemeinden des Bezirks nun eine Antwort geben – und zwar gemeinsam.

Die Leader-Region Sauwald-Pramtal gab den Anstoß für eine gemeindeübergreifende Kinderbetreuung. "In vielen Gemeinden sind es zu wenige Kinder, um eigenständig eine Betreuung auf die Beine zu stellen", weiß Leader-Geschäftsführer Johannes Karrer. Aber der Bedarf sei auf jeden Fall gegeben.

Wie die Gemeinde St. Aegidi, die wie berichtet mit sechs weiteren Gemeinden erstmals einen Sommer-Kindergarten veranstaltet, arbeiten auch alle anderen Kommunen des Bezirks und darüber hinaus zusammen (siehe Liste unten). Leader Sauwald-Pramtal unterstützte beim Aufbau dieser sogenannten "Kinderbetreuungsnetzwerke". Welche Angebote im Konkreten geschaffen werden, obliegt den jeweiligen Gemeinden.


Schardenberg-Freinberg-Wernstein: Die ganzen Ferien über gut betreut

Eines dieser Netzwerke ist Schardenberg-Freinberg-Wernstein. "Wir haben mittels Fragebogen an die Eltern der Kindergartenkinder und Volksschüler erhoben, was gebraucht wird", berichtet Wernsteins Bürgermeister Alois Stadler. Das Ergebnis: Für die drei Gemeinden wird es im Juli eine Betreuung für Volksschulkinder und im August einen Sommer-Kindergarten für Drei- bis Zehnjährige (Ende Volksschulalter) geben.

Vormittagsbetreuung im Juli, Sommer-Kindergarten im August

Die Betreuung im Juli startet bei Ferienbeginn: Die Volksschule Schardenberg öffnet immer vormittags bis 13 Uhr ihre Türen. "Unsere Schule hat sich angeboten, weil sie aufgrund der Nachmittagsbetreuung gut gerüstet ist", erklärt Schardenbergs Ortschef Josef Schachner. So können die Kinder bei Schlechtwetter etwa den Turnsaal nutzen. 13 Anmeldungen für das Juli-Angebot gibt es bereits. Für den vierwöchigen Sommer-Kindergarten, der täglich von 7 bis 16 Uhr geöffnet ist, sind 33 Kinder angemeldet. Dieser findet die ersten zwei Wochen im August im Kindergarten Wernstein statt. Dann wird nach Schardenberg gewechselt. Betreut werden die Kinder dabei von einer Pädagogin und einer Helferin des oö. Hilfswerks. "Anmeldungen für beide Angebote sind laufend und auch kurzfristig möglich", sagt Anton Pretzl, Bürgermeister in Freinberg.


Kinderbeteuungsnetzwerke von nun an jedes Jahr

Die Ferienaktionen der Kinderbetreuungsnetzwerke sollen keine einmalige Geschichte sein, sondern in Zukunft jährlich angeboten werden. Und: "Sollten Themen in diesem Zusammenhang auftauchen, sind wir bemüht, weitere Initiativen zu starten", sagt Alois Stadler. Deshalb appellieren nicht nur die drei Bürgermeister, sondern auch Johannes Karrer an alle, sich gegebenenfalls zu melden. "Wenn wir wissen, was nachgefragt wird, können wir weitere Angebote schaffen", erklärt Karrer.

Die Kinderbetreuungsnetzwerke im Bezirk Schärding
NW (Netzwerk) 1: Esternberg, Münzkirchen, St. Roman, Vichtenstein
NW 2: Diersbach, Sigharting, Taufkirchen (Ferienbetreuung ab 2017 geplant)
NW 3: Andorf, Enzenkirchen, Raab, Sigharting
NW 4: Eggerding, Mayrhof, St. Marienkirchen, Suben, Lambrechten (ab 2017)
NW 5: Dorf, Taiskirchen, Zell, Riedau
NW 6: Brunnenthal, Schärding (noch nicht aktiv)
NW 7: Freinberg, Schardenberg, Wernstein
NW 8: Engelhartszell, Kopfing, St. Aegidi, Waldkirchen, Natternbach, Neukirchen, Eschenau

Rainbach nimmt laut Johannes Karrer nicht am Leader-Projekt teil. St. Florian sei nicht Teil der Leader-Region und habe noch kein Interesse am Projekt signalisiert.

Anmeldung im Gemeindeamt.

Kosten-Beispiel Netzwerk 7 (Schardenberg-Freinberg-Wernstein): 25 Euro pro Woche (inkl. Mittagessen), Kindergartenkinder gratis.
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