06.10.2016, 10:11 Uhr

Im All aufs Klo gehen, wie geht das?

Anton Shkaplerov und Valeri Tokarev erzählten über ihre Erlebnisse im Weltraum – beide zusammen waren schon mehr als 560 Tage im All.

Zwei russische Astronauten standen den Schülern des Gym Schärding Rede und Antwort.

SCHÄRDING. "Wenn ihr wissen wollt, wie es sich anfühlt im Weltall zu sein, dann stellt euch einfach auf den Kopf und lauf den ganzen Tag so rum", meint der russische Kosmonaut Anton Shkaplerov. Gemeinsam mit seinem Landsmann und Kollegen Valeri Tokarev besuchte er am 5. Oktober das Gymnasium Schärding. Als Gäste der 29. Astronautenkonferenz in Wien waren die beiden an diesem österreichweiten "Community Day" als Botschafter der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) unterwegs.
Traditionell mit Blasmusik und Schuhplattler-Einlage empfingen Direktorin Brigitte Reisinger und ihre Schüler die Kosmonauten. Die legten gleich ein Tänzchen auf den Schulhof hin und begeisterten danach Schüler wie Lehrer mit ihren Beschreibungen über ihre Erlebnisse im Weltall. Mehr als 560 Tage verbrachten die zwei Russen zusammengerechnet schon im All und absolvierten beide bereits mehrere Weltraumspaziergänge. Da gab's einiges zu erzählen. Und viele Fragen.

Langweile kommt im All nicht auf

"Hat man da nicht Platzangst in der engen Kapsel?" will etwa Maria Hofmann aus der 1c Klasse wissen. "Muss man im Weltall alles festbinden, weil's sonst davonfliegt? Und wenn man was verschüttet, fliegen dann die ganzen Tropfen rum?" fragt sich Marias Klassenkollege Maximilian Dobler. Die erste Frage an die Kosmonauten geht gleich ins Wesentliche: "Wie geht man da oben aufs Klo?" Shkaplerov und Tokarev haben auf alles eine plausible Antwort. Auf der Toilette saugt eine Art Staubsauger alles ein, geduscht wird mit feuchten Handtüchern, das Spaceshuttle steuern die Piloten selbst und langweilig wird's im All niemals: "Da braucht's keine Computerspiele oder ähnliches. Wir haben da oben viel zu tun, jeder Kosmonaut hat seine Aufgabe", erzählt Shkaplerov, der schon in einem halben Jahr wieder in die Schwerelosigkeit abzischt. Wie lange dauert's da eigentlich, bis man von der Erde im Kosmos ist, will da noch einer wissen: "Neun Minuten – von der Internationalen Raumstation aus zurück braucht's länger. Das sind dann drei Stunden", weiß der erfahrene Astronaut.
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